Polyglobulie

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Klassifikation nach ICD-10
D75.0 Familiäre Erythrozytose
D75.1 Sekundäre Polyglobulie [Polyzythämie]
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Eine Polyglobulie (Kompositum aus gr. πολύ; dt „viel“ und lat. globus; dt. „Kugel“; wegen des Hämoglobins), eine Erythrozytose (von gr. ερυθρός, erythrós; dt. „rot“ und gr. κύτταρο, kýttaro; dt. „Zelle“ sowie gr. -όση, -óse; substantivierende Endung wie dt. „-heit“) oder eine sekundäre Polyzythämie (von gr. αίμα, häma; dt. „Blut“; in Abgrenzung von primären Formen der Polyzythämie) nennt man eine durch gesteigerte Blutneubildung erhöhte Erythrozytenzahl oder Hämoglobinkonzentration im Blut. Im Blutbild findet sich ein erhöhter Hämatokritwert.

Ursachen[Bearbeiten]

Differenzialdiagnose[Bearbeiten]

Eine nur scheinbare Polyglobulie, eine Pseudopolyglobulie tritt auf etwa beim Verlust von Volumen im Blutkreislauf durch Austrocknung oder durch Verbrennungen: Hier ist der relative Anteil an Feststoffen im Blut zu hoch (erhöhter Hämatokrit), ohne dass - wie definitionsgemäß bei einer Polyglobulie gefordert - die Neubildung der roten Blutkörperchen gesteigert wäre.

Differentialdiagnostisch ist auch abzuklären, ob als Ursache eine Polycythaemia vera in Frage kommt.

Auswirkungen[Bearbeiten]

Durch die Bluteindickung werden die Fließeigenschaften des Blutes verschlechtert (die Viskosität nimmt zu). Es können sich Thrombosen (im Auge etwa als Zentralvenenthrombose) entwickeln, das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt vergrößert sich. Bleibt ein Anteil des vermehrten roten Blutfarbstoffs ungesättigt von Sauerstoff, bildet sich eine Zyanose aus, obwohl die Sauerstoffversorgung des Organismus ausreichend sein kann.

Behandlung[Bearbeiten]

Beseitigung der Ursachen, Infusionen zur Blutverdünnung oder entsprechende Medikamente, Infektionsprophylaxe

Siehe auch[Bearbeiten]

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