Polytetrahydrofuran

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Strukturformel
Strukturformel von Polytetrahydrofuran
Allgemeines
Name Polytetrahydrofuran
Andere Namen
  • PTHF
  • Polytetramethylenetherglykol (PTMEG)
CAS-Nummer 25190-06-1
Monomer Tetrahydrofuran
Summenformel der Wiederholeinheit C4H9O
Molare Masse der Wiederholeinheit 73 g·mol−1
Art des Polymers

Thermoplast

Kurzbeschreibung

weißer wachsartiger Feststoff[1]

Eigenschaften
Aggregatzustand

fest

Dichte

0,982 g/cm3 (30 °C)[1]

Schmelzpunkt

23–28 °C[1]

Löslichkeit

< 10 g/l in Wasser bei 20 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]

average Mn ~1,000

07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][1]
keine Gefahrensymbole
R- und S-Sätze R: 52/53
S: 61
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Polytetrahydrofuran wird durch saure Katalyse bei 30 bis 40 °C aus Tetrahydrofuran hergestellt. Der chemische Name für Polytetrahydrofuran ist Polytetramethylenetherglykol (PTMEG)

Polytetrahydrofuran ist ein Vorprodukt für die Synthese von Textilfasern (Elasthan, Spandex), die sich durch hohe Elastizität auszeichnen. Hierbei bildet Polytetrahydrofuran die Softkomponente. Daneben kann man z. B. auch Polyurethane aus Polytetrahydrofuran produzieren.

Polytetrahydrofuran besteht in der Regel aus einem Gemisch verschiedener Oligomere/Polymere mit einer definierten mittleren molaren Masse. Bei Raumtemperatur ist Polytetrahydrofuran fest, wird daher bei erhöhten Temperaturen, z. B. 60–70 °C, in flüssiger Form gelagert, abgefüllt und transportiert.

Bedeutender Hersteller in Deutschland ist BASF in Ludwigshafen (250.000 Tonnen/Jahr).[4]

Herstellung[Bearbeiten]

Polytetrahydrofuran (PolyTHF) ist ein Polymer, das durch die Aneinanderreihung von mehreren gleichartigen Einheiten (Monomeren) entsteht. Grundstoff für die Herstellung von PolyTHF ist Erdgas, genauer gesagt, Ethin (Acetylen), ein Produkt, welches u.a. aus Erdgas gewonnen werden kann. Dieses wird in einer Reaktion mit Formaldehyd zu Butindiol umgesetzt. Daraus entsteht schließlich Butandiol, aus dem durch Cyclisierung an einem Katalysator Tetrahydrofuran (THF) gebildet wird, das schließlich zu PolyTHF polymerisiert.

Verwendung[Bearbeiten]

PolyTHF findet in sehr unterschiedlichen Bereichen Verwendung:

Textilindustrie[Bearbeiten]

Die Textilindustrie nutzt PolyTHF zur Herstellung von Spandex- bzw. Elastan-Fasern. Sie verarbeitet die Spandex-Fasern zusammen mit Baumwoll-, Polyamid- oder Polyester-Fasern zu Stoffen, aus denen beispielsweise Stretch-Jeans, Badeanzüge, Socken, Unterwäsche oder Sport-Funktionskleidung hergestellt werden. Spandex-Fasern zeichnen sich vor allem durch ihre hohe Elastizität aus. Außerdem sind sie leicht, formbeständig und schonend zur Haut.

Weitere Anwendungsgebiete[Bearbeiten]

Aus Polytetrahydrofuran werden außerdem thermoplastische Polyurethan-Elastomere (TPU) hergestellt. Diese werden zum Beispiel zu flexiblen und abriebfesten Schläuchen oder Kabelummantelungen verarbeitet. Auch Skateboard- und Inlineskate-Rollen bestehen teilweise aus PolyTHF.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Datenblatt PTHF 1000, stabilisiert mit 2,6-Di-tert-butyl-4-methylphenol (PDF) bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.
  2. a b Datenblatt Poly(tetrahydrofuran) average Mn ~1,000 bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 29. Mai 2011 (PDF).
  3. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. BASF Intermediates Division – PolyTHF