Pono

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Pono (hawaiianisch für „Gerechtigkeit“) ist ein Musik-Download-Service mit eigenem Abspielgerät, der zurzeit von Neil Young und seinem Unternehmen PonoMusic angekündigt wird. Der Verkauf soll in den USA im Oktober 2014 starten. Anspruch von Pono ist, „to confront the compressed audio inferiority that MP3s offer" durch das Angebot von Musik "as they first sound during studio recording sessions.“ Pono soll das freie Audioformat FLAC nutzen, ein Codec zur verlustfreien Audiodatenkompression.[1]

Aus verschiedenen Berichten geht hervor, dass Pono Vertriebsvereinbarungen mit mehreren großen Plattenlabels getroffen hat. Kommentatoren weisen darauf hin, dass Pono als Wettbewerber gegen Anbieter wie iTunes Store antritt.

Geschichte[Bearbeiten]

In seiner Biografie „Waging Heavy Peace: A Hippie Dream“ äußerte sich Young besorgt über digitale Audioqualität, insbesondere in Apples iTunes Store. „My goal is to try and rescue the art form that I've been practicing for the past 50 years,“ schreibt er.

Im Jahre 2012 gründete Young Pono Music, gemeinsam mit dem Silicon Valley-Unternehmer John Hamm als CEO. Im September 2012 präsentierte Young in der Late Show von David Letterman einen Prototyp des Abspielgerätes und berichtete von der Unterstützung durch mehrere große Plattenlabels Warner, Sony und Universal.

Im März 2014 startete PonoMusic eine Vorbestell-Kampagne für das Abspielgerät über die crowdfunding-Plattform Kickstarter.com, verbunden mit der Ankündigung, dass das Gerät „the finest quality, highest-resolution digital music from both major labels and prominent independent labels“ abspielen werde. Dabei soll das Dateiformat FLAC zum Einsatz kommen. Es folgte ein Werbevideo, in dem unter anderem Bruce Springsteen, Eddie Vedder, Rick Rubin, Jack White, Elton John und Arcade Fire für das Gerät warben.[2] Mit dieser Kampagne konnte Young innerhalb eines Tages mehr als die benötigten 800.000$ einwerben, am Ende waren es mehr als 6.000.000$ Startkapital.[3]

Ecosystem[Bearbeiten]

Das Pono „ecosystem“ umfasst die folgenden Komponenten:

  • Ein portables Abspielgerät, den „PonoPlayer“, der voraussichtlich 399$ kosten soll und eine Speicherkapazität von 128GB haben wird. Laut Pressemitteilung soll das Abspielgerät bis zu 500 hochauflösende Versionen von Musikalben speichern können.
  • Den PonoMusic Online-MusicStore, bei dem neben den Musikstücken auch Ohrhörer, Kopfhörer und weiteres Zubehör angeboten wird.
  • Die „PonoMusic App“, das dazugehörige Medienverwaltungssystem, das es den Kunden erlaubt, die Musik herunterzuladen und zu synchronisieren.

Kritik[Bearbeiten]

Die Entscheidung von Pono, Musik zu vertreiben mit einer Qualität von 96 kHz/24 bit oder 192 kHz/24 bit PCM hat Kritik unter anderem von Toningenieuren hervorgerufen, nach denen wissenschaftlich nicht erwiesen ist, dass es einen wahrnehmbaren Unterschied gibt zwischen Aufnahmen mit 16-bit/44.1kHz und 24-bit/192kHz. [4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pono Player Yellow Details/Specs. PonoMusic, San Francisco.
  2. Sebastian Stöwer: Neil Youngs PonoPlayer erwischt Traumstart. Visions. 12. März 2014. Abgerufen am 19. März 2014.
  3. Erfolg für NeilNeil Young: Sechs Millionen Dollar für Pono-Kickstarter vom 16. April 2014 in Rolling Stone
  4. 24/192 Music Downloads are Very Silly Indeed