Porta San Paolo

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Bildnis 18 Jahrhundert von Giuseppe Vasi
Die Porta San Paolo, wegen ihres festungsartigen Charakters auch Castelletto genannt.
Das innere Gegentor.

Die Porta San Paolo, in der Antike unter dem Namen Porta Ostiensis bekannt, ist ein Stadttor der Aurelianischen Mauer in Rom. Sie ist der Ausgangspunkt der Via Ostiensis (heute Via Ostiense), einer der belebtesten Straßen Roms, die einst zum Hafen in Ostia führte. Nahe bei der Porta San Paolo steht die Cestius-Pyramide.

Das Tor hatte ursprünglich zwei bogenförmige Durchgänge aus Travertin, die von zwei halbkreisförmigen Türmen aus Ziegelmauerwerk flankiert werden. Das Tor war ursprünglich Teil eines aus zwei Toren bestehenden Ensembles, da hier zwei wichtige Verkehrsadern die Stadt verließen. Sie zeugen von der Bedeutung und dem Verkehr, der hier Rom mit dem antiken Hafen in Ostia verband. 1888 wurde das eine der Tore abgerissen und lediglich eine Beschreibung Lancianis gibt noch einige Informationen. Das bedeutendere Tor, die heute noch erhaltene porta San Paolo, wurde unter Honorius umgestaltet, die Türme wurden aufgestockt. Das Tor wurde aus Verteidigungsgründen umgebaut. Der äußere Torbereich wurde abgerissen und durch eine Mauer mit nur einem Durchgang ersetzt, während das Gegentor auf der Innenseite weiterhin aus zwei Bogedurchgängen bestand. Über dem zentralen Torbereich wurde eine Geschützkammer mit sechs Bogenfenstern eingerichtet. Möglicherweise wurden die Veränderungen aber auch erst im 6. Jahrhundert zur Zeit Belisars unter Narses durchgeführt.

Die massive, wehrhafte Anlage wurde im Mittelalter auch Castelletto genannt. Doch bereits im 6. Jahrhundert bekam sie den Namen Porta San Paolo, da sie den Ausgang der Stadt zur Basilika Sankt Paul vor den Mauern bildete.[1] Noch im 4. Jahrhundert, als der heute auf dem Lateran befindliche und aus dem Circus Maximus stammende Obelisk vorsichtig durch das Tor manövriert werden musste, war sie unter dem Namen porta Ostiensis bekannt.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Prokopios, bellum Goticum 2, 4, 3; 3, 36.
  2. Ammianus Marcellinus 17, 4, 12.