Processus supracondylaris

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Kleiner Processus supracondylaris im seitlichen Röntgenbild des Ellenbogens.
Processus supracondylaris im seitlichen Röntgenbild des Ellenbogens.

Der Processus supracondylaris ist eine seltene atavistische Bildung am unteren Ende des Oberarmknochens (Humerus). Es handelt sich um einen knöchernen Fortsatz, der bei 0,7 % aller Menschen vorkommt. Während der Phylogenese bildete sich dieser Knochensporn zurück, er ist jedoch bei anderen Wirbeltieren (z. B. Katzen) als Foramen supracondylare noch vorhanden. Von diesem Fortsatz zieht ein Band (Struthers-Ligament) zum Epicondylus medialis des Oberarmknochens und dient als Ursprung des Musculus pronator teres.

Die Arteria brachialis und der Nervus medianus verlaufen bei vorhandenem Processus supracondylaris durch einen osteofibrösen Kanal, der zur Kompression der beiden Strukturen führen kann.[1] Auch bei Katzen verlaufen diese Leitungsbahnen durch das Foramen supracondylare.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. G. Andreisek, D. W. Crook, D. Burg, B. Marincek, D. Weishaupt: Peripheral neuropathies of the median, radial, and ulnar nerves: MR imaging features. In: Radiographics : a review publication of the Radiological Society of North America, Inc Band 26, Nummer 5, 2006 Sep-Oct, S. 1267–1287, ISSN 1527-1323. doi:10.1148/rg.265055712. PMID 16973765. (Review).