Promession

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Promession ist eine neu entwickelte Bestattungsmethode durch Gefriertrocknen und anschließendes Kompostieren des Granulats.

Die Begriffe Promession für das Verfahren und Promator für die Anlage haben keine beschreibende Bedeutung, sondern sind Kunstwörter. Sie beziehen sich auf den lateinischen Begriff promessum (Versprechen, Verheißung), der in vielen Sprachen als ähnlich klingendes Lehnwort bekannt ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Methode basiert auf den Forschungsarbeiten der schwedischen Biologin Susanne Wiigh-Mäsak und wurde 2002 in 36 Ländern patentiert. Das Verfahren wurde unter der Führung der Promessa Organic AB in Nösund (Schweden) weiterentwickelt und zur Serienreife gebracht.[1]

Die rechtlichen Voraussetzungen sind mancherorts schon gegeben, so wird im Niedersächsischen Bestattungsgesetz vom 8. Dezember 2005 die Behörde ermächtigt, als Bestattungsart eine Tieftemperaturbehandlung, mit anschließender Erdbestattung auf einem Friedhof in einem kompostierbaren Sarg, zuzulassen.[2]

Aktuell[veraltet] wird in Schweden über den Bauantrag für eine erste Anlage entschieden.[3]

Verfahren[Bearbeiten]

Die Promession beschleunigt die Verwesung, also der Umwandlung von organischen zu anorganischen Substanzen, durch vorheriges kryotechnisches Granulieren und Trocknen der Leiche.

Die Leiche wird auf -18 °C vorgekühlt in die Promator genannte Vorrichtung gegeben und dort mit flüssigem Stickstoffbad auf -196 °C gebracht. Der Körper ist dann so spröde, dass Gewebe und Knochen durch Vibrationen zu einem feinen, geruchlosen Granulat zerkleinert werden können. Diesem wird durch anschließende Gefriertrocknung das Wasser entzogen, so dass nur noch ca. 30 % des ursprünglichen Körpergewichts verbleiben. Zahnfüllungen, Kronen und Implantate bleiben intakt und werden ausgesiebt.[4] Das Granulat wird anschließend in einen kompostierbaren Sarg gefüllt und in ca. 50 cm Tiefe bestattet. Innerhalb eines Zeitraumes von 6 bis 12 Monaten wird beides in Humus umgewandelt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhard Wolff: Biblische Bestattung. Tote tiefgefroren und gerüttelt. In: taz von 13. Februar 2002 (online, zuletzt abgerufen am 5. Februar 2015)
  • Thomas Vilgis: Eiskalt ins Grab. Der ökologische Tod. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8. Juli 2007 (online, zuletzt abgerufen am 5. Februar 2015)
  • Promession. In: Katherine Mariaca-Sullivan: When a Loved One Dies. The Complete Guide to Preparing a Dignified and Meaningful Goodbye. Kaleidoscope Books, 2011, ISBN 978-0-9832324-1-4, S. 146 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The process illustration (Memento vom 8. März 2012 im Internet Archive).
  2. http://www.ms.niedersachsen.de/download/9352/Niedersaechsisches_Bestattungsgesetz.pdf
  3. Oliver Lück: Promession – Grüner sterben, GEO.de, 27. März 2013.
  4. http://www.promessa.se/wie-es-funktioniert/?lang=de