Quad Electroacoustics

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Quad Electroacoustics
Rechtsform private limited company
Gründung 14. September 1978
Sitz Huntingdon, Cambridgeshire, UK
Branche Heim Entertainment Equipment Fertigung & Distribution
Produkte Hi-fi equipmentVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.quad-hifi.co.uk

Quad Electroacoustics ist ein britisches Unternehmen, das Hifi-Produkte herstellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1936 von Peter J. Walker (1916–2003) in London als S.P. Fidelity Sound Systems gegründet und noch im gleichen Jahr in Acoustical Manufacturing Co. Ltd umbenannt. Fünf Jahre später wurde der Firmensitz nach Huntingdon verlegt.

Mit dem Verstärkern QA12/ und QA12/P wurden 1948 die ersten Produkte für Endverbraucher angeboten. Von 1950 bis 1953 wurde der QUAD I, ein Röhren-Monoverstärker (15 Watt) produziert. Sein Nachfolger, der QUAD II, wurde von 1953 bis 1970 gebaut. 1957 wurde mit dem ESL, später ESL-57, der erste Elektrostat-Lautsprecher weltweit vorgestellt. Er wurde auch mit modernerer äußerer Hülle von der deutschen Firma BRAUN als LE1 in Lizenz gebaut. Zwei Jahre später kam der QC 22, ein Stereovorverstärker mit separatem AM/FM-Tuner, auf den Markt.

1966 wurde der erste Transistorverstärker für den Profimarkt angeboten: 50 und 50/E. Ein Jahr danach wurde die Stereo-Komponenten-Anlage Quad 33 auf den Markt gebracht, die bis 1985 über 100.000 mal gebaut wurde. Von 1975 bis 1982 wurde die Quad-Endstufe 405 und die sie ablösende Endstufe 405-2 gebaut. In den späten 1970er Jahren wurden die Vorstufen 34 und 44 vorgestellt. 1981 wurde mit dem ESL-63 ein neuer Elektrostatenlautsprecher auf den Markt gebracht.

Im Jahr 1982 wurde das Unternehmen schließlich in QUAD Electroacoustics Ltd. umbenannt.

1995 wurde QUAD Electroacoustics Ltd an die Verity Group plc verkauft, welche auch die Marken Wharfedale und Mission besitzt. Die Produktion wurde vollständig nach Shenzhen in China verlegt.

Im September 1997 wurde QUAD gemeinsam mit Wharfedale Teil der International Audio Group. Seit Walkers Tod besitzt QUAD damit keine Verbindung mehr zu ursprünglich gegründeten Firma mit ihrem einstigen Qualitätsanspruch.

Hifi-Produkte[Bearbeiten]

Peter Walker verfolgte die Absicht, hochwertige Hifi-Produkte in die Wohnzimmer zu bringen. Berühmt geworden sind die Elektrostaten der Firma Quad, welche von Braun in Lizenz gefertigt wurden.

Quad II[Bearbeiten]

QUAD II

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwarf Peter Walker eine Vorstufen-Endstufen-Kombination mit dazugehörigen Radioempfängern. Eine spätere Version mit 40 Watt verwendet den Röhrentyp KT88 anstelle von KT66.

Quad 33[Bearbeiten]

Vorderseite der Vorstufe Quad 33

Diese Vorstufe wurden bei quad electroaccoustics in Huntington zwischen 1967 und 1985 gebaut. Sie gehörte ursprünglich zu einem Set aus der Vorstufe selbst, der Endstufe 303 und dem UKW-Radioempfänger FM3 sowie einem Holzgehäuse, in welchem Vorstufe und Empfänger platziert werden sollten. Auch soll es einen Langwellenempfänger gegeben haben. Die Geräte sind schmaler als der HiFi-übliche 19-Zoll Standard. Klanglich orientiert sich die Anlage eher an der Vorgängermodellen Quad II mit Röhrentechnik.

Rückseite der Vorstufe Quad 33

Ein- und Ausgänge: Die Quad 33 verfügt über DIN-Eingänge. Erst die späteren Modelle der Baureihen 34 und 44 verfügten über Cinch-Eingänge. Auf der Rückseite befinden sich Ein- und Ausgänge für das Tape, ein Phonoeingang sowie ein Radioeingang. Man verfügt also über insgesamt 4 Eingänge. Bis auf Phono sind die Eingänge zunächst auf 100 mV Signalstärke ausgerichtet. da heutige Geräte aber mit 1000 mV hohe Pegel abgeben, sollten hier Dämpfungen von -20 dB eingebaut werden (dies kann im Kabel über einen Widerstand geschehen). Die Eingänge bieten genug Reserven, um auch hochpegelige Signale verzerrungsfrei zu verkraften. Das Tapedeck wird über die Tape-Karte angesteuert, auf der Lautstärkeanpassungen vorgenommen werden können. Die Phonokarte ermöglicht sowohl magnetische als auch Moving-Coil Systeme und muss dazu entsprechend umgesteckt werden. Auf der Rückseite befindet sich auch der Ausgang für die Endstufe. Hierbei handelt es sich um einen 4-poligen DIN-Anschluss.

Regelmöglichkeiten: Das Lautstärkepoti ist gleichzeitig der Ein- und Ausschalter. Dies war auch bei anderen Anlagen dieser Zeit so (z. B. Klein + Hummel, hier allerdings der Höhenpotentiometer). Allerdings ist das Poti von schlechter Qualität und hat im unteren Lautstärkebereich einen schlechten Gleichlauf. Die Klangregelung ist folgendermaßen aufgebaut: Es gibt zunächst einmal die Höhen- und Tiefenregler. Dann gibt es zusätzlich noch ein Poti für die Regelung bestimmter, über Tasten vorgewählte Frequenzen (quasi-parametrische Klangregelung).

Steckkarten der Vorstufe Quad 33

Quad FM3[Bearbeiten]

Zusammen mit der Quad 33 wurde im selben Design der UKW-Tuner FM 3 entwickelt.

Quad 303[Bearbeiten]

Transistorendstufe mit 2 × 45 Watt an 8 Ohm. Die Quad 303 wurde zusammen mit der Quad 33 als Nachfolgemodell der Röhrenanlage entworfen. Die klanglichen Eigenschaften sind so überzeugend gewesen, dass Pink Floyd im Studio die 303 als Monitorendstufe einsetzten.

Quad 34[Bearbeiten]

In den späten 70ern wurden die beiden Vorstufen 34 und 44 vertrieben und ersetzten das Modell 33. Farblich noch an die Quad 33 angelehnt wiesen die frühen Modelle der Quad 34 noch DIN-Anschlüsse auf. Die späteren Modelle hatten dann Cinch-Ein- und Ausgänge. Das Prinzip des Einbaus von Steckkarten für Phono-Eingänge (magnetisch oder moving coil) wurde hier noch um eine Platine für CD ergänzt. Auch die Trennung in eine Vorstufe mit einer Endstufe wurde beibehalten. Kombiniert wurde die Quad 34 mit einer Quad 405 Endstufe. Aber auch mit einer Quad 303 kann die 34/44 kombiniert werden.

Quad 44[Bearbeiten]

Die Quad 44 Vorstufe ist der größere Bruder der Quad 34 und ist damit der Nachfolger der Quad 33. Als Neuerungen gab es unter anderem Cinch Ein- und Ausgänge, einen CD Eingang und eine neue Tonsteuerung.

Quad 405[Bearbeiten]

Eine Halbleiter-Endstufe mit niedriger Verzerrung stellt der Verstärker Quad 405 dar. Kernstück ist das neuartige Current Dumping-Prinzip, worauf das Unternehmen ein Patent erhalten hat (U.S. Patent 3,970,953, ausgelaufen).