Querstrahlsteueranlage

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Die Peter Pan beim Anlegen in Trelleborg, die Bugstrahlruder sind in Betrieb, wie man am Ausstoß unterhalb der optischen Hinweiszeichen sehen kann
Bugstrahlruder
Bodenöffnungen vom Pumpjet zum Ansaugen und Ausstoßen des Wassers

Eine Querstrahlsteueranlage (englisch thruster; auch Bug- bzw. Heckstrahlruder) sind die auf Schiffen unterhalb der Wasserlinie quer zur eigentlichen Fahrtrichtung eingebauten Antriebe, die dem besseren Manövrieren (z. B. zum Verringern des Wendekreises) dienen.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Derartige Antriebe wurden zuerst im Bug von Schiffen eingebaut, daher hat sich in der Umgangssprache der Begriff Bugstrahlruder (englisch bow thruster) eingebürgert, obwohl es sich nicht um ein „Ruder“ im herkömmlichen Sinn handelt. Die Anlage besteht aus einem rohrförmigen Durchgang durch die gesamte Schiffsbreite im vorderen Zehntel eines Schiffes. Quer eingesetzt in dieses Rohr ist ein Propeller, welcher es ermöglicht, den Bug des Schiffs nach Backbord oder Steuerbord zu bewegen. Dies geschieht durch Änderung der Drehrichtung des Propellers oder Verstellen der Propellerblätter. Angetrieben wird der Propeller durch einen im Schiff installierten Elektro- oder Hydraulikmotor.

Das Bugstrahlruder kann aufgrund von hydrodynamischen Effekten nur bis zu einer Fahrtgeschwindigkeit von fünf Knoten eingesetzt werden. Bei höheren Geschwindigkeiten ist es nahezu wirkungslos.

Nutzung des Bug- und Heckstrahlruders[Bearbeiten]

Ein Bugstrahlruder kann bei einfachen Wetterverhältnissen und kleineren Schiffen die Zuhilfenahme von Schleppern bei An- und Ablegemanövern unnötig machen. Besonders bei großen Schiffen wird aber trotzdem in der Regel ein Assistenzschlepper benötigt, um beim Manövrieren Strömung oder Windböen auszugleichen. Inzwischen haben aber auch immer mehr Yachten ein Bugstrahlruder eingebaut. Ein Bugstrahlruder ist kein Hilfsruder, um das Schiff auf seinem Kurs zu halten oder schneller auf Kurs zu bringen, sondern nur eine Hilfe bei Anlege- und Ablegemanövern.

Moderne Fähren, Kreuzfahrtschiffe sowie teilweise neuere Frachtschiffe, aber auch moderne Motoryachten haben zusätzlich im Heck eine Querstrahlsteueranlage eingebaut, das sogenannte Heckstrahlruder (engl. stern thruster), um in Zusammenwirken mit dem Bugstrahler ein Traversieren (seitliche Bewegung eines Schiffes) zu ermöglichen. Große Fähr- und Kreuzfahrtschiffe haben im Bug oft zwei oder drei Bugstrahlruder.

Kombinierter Zusatz- und Bugstrahlantrieb[Bearbeiten]

Eine weitere, häufig als Pump-Jet bezeichnete drehbare Variante der Querstrahlsteueranlage wird in der Binnenschifffahrt verwendet als kombinierter Zusatz- und Bugstrahlantrieb. Dabei wird im Bugbereich unter dem Schiff Wasser angesaugt und über einen drehbaren Lamellenrost wieder ausgestoßen. Dadurch kann man das Schiff in alle Richtungen bewegen. Mit dieser Anlage kann man auch ein Schiff ohne Unterstützung der Hauptmaschine manövrieren.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Müller/Krauß Handbuch für die Schiffsführung, Neunte Auflage, Zweiter Band, Teil A, Seite 108-110, Springer-Verlag 1988, ISBN 3-540-17939-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bugstrahlruder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien