Rajkumar

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Rajkumar (Begriffsklärung) aufgeführt.
Rajkumar 1993

Rajkumar (* 24. April 1929 in Gajanur, Mysore; † 12. April 2006 in Bangalore, Karnataka; bürgerlich: Singanalluru Puttaswamayya Mutturaju) war einer der bekanntesten indischen Schauspieler und Playbacksänger des Kannada-Films. Seine Filmkarriere spannte sich über 45 Jahre und er trat in mehr als 200 Filmproduktionen auf.

Leben[Bearbeiten]

Rajkumar begann seine Karriere als Schauspieler und Sänger in der Theatergruppe von Gubbi Veeranna. Der Regisseur H. L. N. Simha gab ihm 1954 bei seinem Debütfilm den Namen Rajkumar als Künstlername. Die Charaktere von Rajkumars Rollen umfassen alles vom Komiker über Actionheld, Liebhaberrollen und mythologische Figuren. Er trat gemeinsam mit den meisten Darstellern der Filmindustrie aus Karnataka wie Leelavathi, Arathi und Jayanti, aber auch Jayapradha, Madhavi, Saritha und anderen Darstellern aus den Filmproduktionen der Nachbarbundesstaaten auf. Zu seinen wichtigsten Filmen zählen: sein Filmdebüt in Simhas Bedara Kannapa (1954), Bangarada Manushya (1972), Kastoori Nivasa (1971), Sri Krishnadevaraya (1970) von B. R. Panthulu, Kula Gowrava (1971), Gandhada Gudi (1973), Sampathige Sawal (1974), Shankar Guru (1978), Sakshatkara (1971) von S. R. Puttanna Kanagal, Babruvahana (1977) von Hunsur Krishnamurthy, Bhakta Prahalada (1983), Halu Jenu (1982) und Bhagyada Lakshmi Baramma (1985) – beide von Singeetham Srinivasa Rao, Jeevana Chaitra (1992) – Rajkumar gewann als Sänger mit diesem Film einen National Award – und Akasmika (1993) von T. S. Nagabharana. In den 1990er Jahren beendete er seine Karriere als aktiver Darsteller und unterstützte mit seiner eigenen Filmgesellschaft Vajreshwari Combines die Schauspielkarriere seiner Söhne Shivraj Kumar und Raghavendra Rajkumar. Sein letzter Film war Shabdavedi (2000) an der Seite der Schauspielerin Jayapradha.

Rajkumar wurde von der indischen Regierung mit dem Padma Bhushan geehrt und erhielt 1995 den höchsten Staatspreis für indische Filmschaffende, den Dadasaheb Phalke Award als Anerkennung für seinen Beitrag zur Filmindustrie des Kannada-Films.

Am 30. Juli 2000 wurde Rajkumar gemeinsam mit seinem Schwiegersohn und zwei weiteren Personen von seinem Landsitz bei Gajanur in Karnataka vom tamilischen Banditen Veerappan zur Freipressung von Gefangenen seiner Bande entführt.[1] Am 15. November desselben Jahres wurde er unversehrt wieder freigelassen.

Rajkumar starb an einem Herzinfarkt. Er hatte drei Söhne, die er alle als Kannada-Filmschauspieler lancieren konnte, sowie zwei Töchter.

Die Regierung von Karnataka hatte nach seinem Tod zwei Tage Staatstrauer angeordnet. Der Leichnam Rajkumars wurde in einem Stadion in Bangalore aufgebahrt, vor dem Zehntausende warteten, um von ihrem, als gottgleich verehrten Idol, vor dessen Staatsbegräbnis Abschied zu nehmen. Es kam dabei zu gewalttätigen Ausschreitungen mit einigen Todesfällen.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1954: Bedara Kannappa
  • 1956: Tenali Raman
  • 1958: Bhukailasa
  • 1959: Abba! A Hudgi
  • 1959: Mahishasura Mardini
  • 1960: Ranadheera Kanteerava
  • 1961: Kittur Chanamma
  • 1962: Bhoodana
  • 1963: Veera Kesari
  • 1964: Nandi
  • 1965: Satya Harishchandra
  • 1968: Hannele Chiguridaga
  • 1969: Uyyale
  • 1970: Shri Krishnadevaraya
  • 1972: Bangarada Manushya
  • 1983: Kavirathna Kalidas
  • 1984: Shravana Banthu

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karnataka had informed T. Nadu of threat to Rajkumar in The Hindu vom 23. September 2000

Literatur[Bearbeiten]

  • Ashish Rajadhyaksha, Paul Willemen: Encyclopaedia of Indian Cinema, S. 186 f.
  • Shyama Sundar Kulkarni: Dr. Rajkumar, Bangalore 1988
  • P. Lankesh: Innuru Chitragala Rajkumar in der Zeitschrift Lankesh Patrike, Juli 1988

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rajkumar – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien