Rano Raraku

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Rano Raraku (Osterinsel)
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Lage von Rano Raraku
Die Vulkane Maunga Pukatiki auf der Poike-Halbinsel (links) und Rano Raraku (rechts)
Kratersee des Rano Raraku

Der Rano Raraku ist ein erloschener Vulkan, genauer ein Schlackenkegel, mit einer Höhe bis zu 150 m auf der Osterinsel. Er erhebt sich 14,7 km östlich von Hanga Roa übergangslos aus der grasbewachsenen Ebene. Der Südosthang des kegelförmigen Berges ist stellenweise erodiert. Die steile Abbruchkante ist in geologisch erst sehr kurz zurückliegender Zeit durch Küstenerosion entstanden, als der Vulkankegel noch unmittelbar vom Meer angenagt wurde. Ein späterer Lavastrom des Maunga Terevaka veränderte die Küstenlinie, sodass der Rano Raraku jetzt ca. einen Kilometer vom Ozean entfernt ist.[1]

Der Rano Raraku ist ein parasitärer Vulkan des Terevaka, der höchsten Erhebung der Osterinsel. Das Gestein ist ein poröser Tuff von gelblichbrauner Farbe mit zahlreichen Einschlüssen. An den Hängen des Berges – insbesondere im Süden – sind heute noch die Steinbrüche zu sehen, aus denen fast alle Steinfiguren (Moai) der Osterinsel stammen. Heute stehen noch 397 mehr oder weniger fertiggestellte Statuen in halber Höhe rund um den Kraterrand und an den inneren Hängen.[2] Sie sind bis zur Schulter bzw. der Brustpartie ins Erdreich eingegraben.

In dem 350 x 280 m messenden, ovalen Krater befindet sich ein Süßwassersee, eines der wenigen offenen Gewässer der Osterinsel, dessen Süd- und Ostufer dicht mit Totora-Schilf bewachsen ist. Auf der Oberfläche treiben ein bis zwei Meter dicke Schilfmatten, die, wie man aus dem Vergleich von Satellitenaufnahmen erkennen kann, vom Wind über den ganzen See getrieben werden, sodass sich dessen Oberfläche ständig verändert.[1]

1958 legte man ein Röhrensystem an, um den See zur Wasserversorgung einer Schaffarm zu nutzen. Diese Maßnahme senkte den Wasserspiegel des heute 6 – 7 m tiefen Sees dauerhaft um etwa einen Meter ab. [3] Heute verfügt die Insel über eine zentrale Wasserversorgung aus Tiefbohrungen, sodass eine Wasserentnahme aus den Kraterseen nicht mehr erforderlich ist.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Daniel Mann et. al.: Drought, vegetation change, and human history on Rapa Nui (Isla de Pascua, Easter Island); in: Quaternary Research 69, 2008, Seite 16–28
  2. Jo Anne van Tilburg: Easter Island: Archaeology, Ecology and Culture; London 1994
  3. John R. Flenley: The Palaeoecology of Easter Island, and its Ecological Disaster in Easter Island Studies; in: Contributions to the History of Rapanui in Memory of William T. Mulloy, Oxford 1993, S. 27-45

-27.12389-109.28611Koordinaten: 27° 7′ S, 109° 17′ W

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rano Raraku – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Osterinsel im Global Volcanism Program der Smithsonian Institution (englisch)