Reformierte Kirchen in den Niederlanden (befreit)

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Die Reformierten Kirchen in den Niederlanden (befreit) (niederländisch: Gereformeerde Kerken in Nederland (vrijgemaakt)) sind eine niederländische, calvinistisch-protestantische Kirchengemeinschaft, die 1944 nach der so genannten „Befreiung“ (vrijmaking) aus den ehemaligen Reformierten Kirchen in den Niederlanden (Gereformeerde Kerken in Nederland) entstanden ist.

Mit Stand von Oktober 2006 gab es 270 örtlichen Gemeinden mit insgesamt 125.905 Mitgliedern.[1] Sie ist damit die zweitgrößte reformierte Kirche der Niederlande, nach der Protestantischen Kirche in den Niederlanden.

Der Kirchenverband ist Mitglied der International Conference of Reformed Churches.[2]

Bezeichnung der Kirche[Bearbeiten]

Nach der Befreiung bestand die neu entstandene Kirche darauf, den alten Namen Reformierte Kirche in den Niederlanden weiterzuführen. Aus praktischen Gründen war es aber notwendig, sich von der Mutterkirche zu unterscheiden, so dass die Hinzufügung „befreit“ seitdem inoffiziell geführt wird. Die alte Reformierte Kirche wurde von den "Befreiten" mit der Bezeichnung „synodale Kirche“ angedeutet, womit auf die weitere Bindung an die von den Befreiten abgelehnten synodalen Gewalt angespielt wird. Eine ältere, alternative Andeutung für die Befreiten war „Reformierte Kirchen (mit Beibehalt von Artikel 31)“ oder einfacher „Artikel-31-Kirche“. Auch nach der Aufnahme der „synodalen“ reformierten Kirche in die 2004 neu gegründete Protestantische Kirche der Niederlande führen die Befreiten noch weiter die Bezeichnung „befreit“.

Organisation und Verwaltung[Bearbeiten]

Die Reformierten Kirchen (befreit) sind presbyterianisch angelegt, das heißt, die höchste Gewalt liegt immer bei den einzelnen, örtlichen Gemeinden. Diese Gemeinden werden von einem Kirchenvorstand (oder Kirchenrat, Presbyterium) verwaltet, der sich aus dem Pfarrer (dominee) und den Kirchenältesten zusammensetzt. Die Gemeinden haben auch Diakone, die dem Kirchenvorstand in eher praktischen Angelegenheiten zur Seite stehen. Kirchenälteste und Diakone werden von den Mitgliedern für beschränkte Amtszeiten gewählt.

Landesweit sind die Reformierten Kirchen (befreit) in drei Schichten organisiert: Eine Gruppe von örtlichen Gemeinden sind zusammen in einem Classis organisiert. Gegen Entscheidungen der örtlichen Gemeinden kann bei dem Classis Berufung eingelegt werden. Verschiedene Classes bilden zusammen eine regionale Synode. Das höchste Organ ist die Nationale oder Generale Synode, die jedes dritte Jahr zusammenkommt.

Die Reformierten Kirchen (befreit) haben ihr eigenes Seminar, die Theologische Universität in Kampen (Broederweg).

Lehre und Glaubenspraxis[Bearbeiten]

Die Reformierten Kirchen (befreit) sind eine orthodoxe neocalvinistische, protestantische Kirchengemeinschaft. Sie hält sich an die Unfehlbarkeitsthese der Bibel, das Nizänische Glaubensbekenntnis (eigentlich Nicäno-Konstantinopolitanum), das Apostolische Glaubensbekenntnis, das Athanasische Glaubensbekenntnis sowie die so genannten „drei Formulare der Einigkeit“, das heißt den Heidelberger Katechismus, das Niederländische Glaubensbekenntnis (auch als Confessio Belgica bekannt) und die Lehrregeln von Dordrecht.

Zusammenarbeit[Bearbeiten]

Es besteht eine wachsende Zusammenarbeit mit zwei anderen orthodox-reformierten Kirchen, die Christliche reformierte Kirchen (Christelijke Gereformeerde Kerken, CGK) und die Niederländische reformierte Kirchen (Nederlands Gereformeerde Kerken, NGK; nicht zu verwechseln mit der Niederländisch-reformierten Kirche oder Nederlandse Hervormde Kerk, NHK). International steht die Kirche u. a. mit den Evangelisch-reformierten Kirchen Westminster Bekenntnisses der Schweiz (ERKWB) in Kontakt.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Von der offiziellen Webseite der Reformierten Kirchen in den Niederlanden (Befreit)- http://www.gkv.nl. Reformierte Kirchen in den Niederlanden (Befreit). 3. Mai 2007. Abgerufen am 3. Mai 2007.
  2. http://www.icrconline.com/members.html (abgerufen am: 23. August 2012).
  3. http://erkwb.ch/gemeinden/ (abgerufen am: 25. Juni 2012).