Religionsstifter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Religionsstifter bezeichnen die vergleichende Religionswissenschaft und populärer Sprachgebrauch überlieferte Personen, die aktiv oder passiv den Anstoß zur Bildung einer neuen Religion gegeben haben sollen. Diese Bezeichnung wird traditionell auf die Wirkungsgeschichte bezogen, also auch dann beibehalten, wenn die historische Existenz der Person fraglich ist. Als Stifter sogenannter Weltreligionen gelten (in zeitlicher Reihenfolge):

Der Hinduismus kennt für viele einzelne Schulen, z.B. Vedanta oder vishnuitische, shivaitische und Shakta-Schulen Religionsstifter. Berühmte Religionsstifter des Hinduismus sind z.B. Shankara, Madhva und Chaitanya.

Die Bezeichnung als Religionsstifter ist in vielen Fällen umstritten und deckt sich nicht unbedingt mit dem Selbstverständnis der so genannten Personen. So sehen Buddhisten Siddhartha Gautama als einen Wiederentdecker der Buddhaschaft, nicht als deren Begründer. Laozi vertrat keine neue Religion, sondern eine Philosophie. Ob Mose existierte, ist laut der historischen Forschung fraglich. Jesus von Nazaret wollte keine neue Religion gründen, sondern das damalige Judentum reformieren.[1] Mohammed wird im Koran nicht als Begründer oder Stifter des Islam, sondern als der wichtigste und letzte Prophet eines seit Beginn der Menschheit existierenden Monotheismus dargestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Antes (Hg.): Große Religionsstifter. Zarathustra, Mose, Jesus, Mani, Muhammad, Nanak, Buddha, Konfuzius, Lao Zi. Beck, München 2001, ISBN 3-8289-4887-1
  • Gustav Mensching: Leben und Legende der Religionsstifter. Moses, Jesus, Mohammed, Zarathustra, Buddha, Konfuzius, Laotse. Holle, Darmstadt 1955
  • Hans-Joachim Schoeps: Die großen Religionsstifter und ihre Lehren. List, München 1967
  • Walter Vogel: Die Religionsstifter. Marix, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-86539-937-3
  • Karl-Heinz Golzio: Who's who der Religionsstifter. Kreuz, Stuttgart 2002, ISBN 3-7831-2106-X

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Hans Conzelmann: Geschichte des Urchristentums, 4. Auflage, Göttingen 1978, S. 1