Rheinischer Münzverein
Avers: Johannes der Täufer mit Kreuzzepter, die Rechte zum Segen erhoben; zwischen den Füßen ein Johanniterkreuz. Umschrift: IOH(ann)IS AR(chi)EP(iscop)VSMAGV(n)T(inus)
Revers: Vierpass; in der Mitte das nassauische Wappen, in den Bögen die Schilde von Kurmainz, Kurköln, Kurtrier, und von Bayern für Kurpfalz. Umschrift: MONETA OP(p)IDI IN HOIESTEN
Der Rheinische Münzverein war ein 1385 gebildeter Zusammenschluss der vier rheinischen Kurfürsten Kuno von Trier, Friedrich von Köln, Adolf von Mainz und Ruprecht von der Pfalz, die durch Münzprägerechte aus der Goldenen Bulle (von 1356) ausgestattet sind, vornehmlich die von Mainz, Trier, Köln und Pfalz. Später kam zeitweise Jülich durch einen Beitritt am 20. März 1419 hinzu. Durch räumliche Verzahnung ihrer Territorien hatten diese Fürsten oft gleiche Interessen, wovon auch gemeinschaftliche Münzverträge zeugen. Besonders die Goldgulden, die den Wert von 20 Weißpfennigen hatten, fanden bald überall als Handelsgeld Eingang und lösten den Pfennig als Rechnungsmünze ab. Interessant ist, dass in der Vertragsurkunde auch das Gepräge der gemeinsamen Goldmünze vorgeschrieben ist: uf eyner Sytten sand Johannes bilde und uf der ander Sytten eynen Tripass, da en mitten sallen des herrn wapen, in des monczen der gulden geslagen wirdet, und uff den dreien orttene sullen staen der ander dreyen herren wapen. 1391 wurde der Verein erneuert und brachte eine Veränderung des Münzbildes: An Stelle von Johannes des Täufers trat Petrus in ganzer und halber Figur.
[Bearbeiten] Verträge den Goldgulden betreffend

[Bearbeiten] Geschichtlicher Hintergrund
Nach 1300 ging die Periode des regionalen Pfennigs zu Ende. Der rheinische Raum öffnete sich den neuen Entwicklungen im Geldwesen, die von Italien und Frankreich mit der Ausbringung von Groschenmünzen im zwölffachen Wert des Pfennigs sowie von Goldmünzen im Wert eines Pfundes Denare ausgingen und im Laufe des 14. Jahrhunderts zu einem relativ stabilen Gold/Silber-Doppel- oder Parallelwährungssystem führten.