Herzogtum Jülich

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Territorium im Heiligen Römischen Reich

Herzogtum Jülich
Wappen
Wappen
Karte
Karte
Herzogtum Jülich um 1560
Alternativnamen Gulick (nl.), Juliers (frz.), Gulch
Entstanden aus Jülichgau
Herrschaftsform Grafschaft,
ab 1336 Markgrafschaft,
ab 1356 Herzogtum
Herrscher/Regierung Graf/Markgraf/Herzog
Heutige Region/en DE-NW, kleinere Teile auch DE-RP und NL-LI
Reichskreis Niederrheinisch-Westfälischer Reichskreis
Hauptstädte/Residenzen Jülich, Burg Nideggen
Dynastien Jülich, Jülich-Heimbach
Konfession/Religionen römisch-katholisch
Sprache/n Südniederfränkische und Ripuarische Dialekte
Fläche 4130 km²
Einwohner 400.000
Aufgegangen in Herzogtum Jülich-Berg (1423)

Das Herzogtum Jülich war ein Territorium des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation im Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis, linksrheinisch zwischen dem Herzogtum Geldern, den Kurfürstentümern Köln und Trier sowie dem Fürstbistum Lüttich gelegen.

Geografie[Bearbeiten]

Das Herzogtum Jülich umfasste ein Gebiet von 4130 Quadratkilometern, das sich 20 Kilometer beiderseits der Rur beziehungsweise etwa 40 Kilometer westlich des Rheins von Tegelen im Norden bis in die Nordeifel im Süden erstreckte. Es zählte 400.000 größtenteils katholische Einwohner. Hauptstadt war Jülich.

Städte[Bearbeiten]

Zum Herzogtum Jülich gehörten die Städte und Gemeinden Jülich, Düren, Münstereifel, Euskirchen, Nideggen, Bergheim, Kaster, Grevenbroich, Gladbach, Dahlen, Dülken, Linnich, Randerath, Brüggen, Süchteln, Aldenhoven, Heimbach, Monschau, Wassenberg, Heinsberg, Gangelt, Geilenkirchen, Waldfeucht, Sittard, Süsteren, Sinzig und Remagen.

Einige Burgen und Residenzen im Gebiet von Jülich[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Entwicklung der Grafschaften im Hochmittelalter[Bearbeiten]

Die Gaubereiche waren Reichslehen im Frühmittelalter, die der Deutsche Kaiser an Edelherren und Heerführern vergab. Sie umfassten relativ kleine Gebiete, deren Größe auf die auf heutige Verhältnisse bezogen zwischen einem Regierungsbezirk und einem Kreis lagen. Über die mit der Zeit später übliche Vererbung - das Lehen wurde nach dem Tode des Lehennehmers an einen der Nachkommen des Verstorbene wieder erteilt - bildeten sich zunehmend Adelshäuser heraus, die versuchten ihren Territorialbereich zu vergrößern. Dies gelang neben Kauf, mit Gewalt oder auch häufig über die zusätzliche Position eines Vogtes für Klöster und Abteien. Diese Vögte, die für die weltlichen Belange dieser religiösen Einrichtungen zuständig waren, konnten dadurch ihre Machtbasis erweitern und ihren Lehensbereich vergrößern.

Allerdings war eine Grafschaft oder ein Herzogtum kein Gebiet in dem das amtierende Adelsgeschlecht über den „gesamten“ Grund und Boden verfügte. Die Grafschaften und später die Herzogtümer waren vielmehr große Flickenteppiche in dem auch andere Herrscherhäuser für einzelne Güter und kleinere Bereiche zuständig waren. Zusätzlich gab es auch reichsunmittelbare Lehensbesitzungen und kleinere Grafschaften, die jedoch manchmal durch Vererbung über Töchter oder nach Erlöschen des kleineren Adelshauses an den übergeordneten Hauptgrafschaft fielen oder den Erben abgekauft wurden. Andererseits wurden bei Geldbedarf sowohl vom amtierenden Adelshaus wie auch von Fremdherrschaften einzelne Güter oder Gebietsteile verpfändet. Wurde diese Pfänder später nicht eingelöst, dann fiel es auf Dauer an den Pfandleiher und wurde dessen Erblehen oder Eigentum.

Territorien im Bereich von Rhein und Maas um 1250

Nach Beginn des Hochmittelalters waren zunehmend viele der jülichen Gebiete, die außerhalb des alten Jülichgaus lagen, ursprünglich Besitzungen oder Lehen des Kölner Erzbistums gewesen, die nach der Zeit der Ezzonen von den Erzbischöfen an deren Vasallen vergeben worden waren. Wie auch die anderen größeren Grafschaften im Bereich des Nieder- und Mittelrheines - die Grafschaften Berg, Kleve und Geldern - konnte auch die Grafschaft Jülich die ursprüngliche dominierende Stellung des Erzbistums Köln bis zu Ende des 13. Jahrhunderts am Rande ihres Territoriums immer stärker zurückdrängen und ihre Machtbasis durch Fehden und Kriege auf Kosten der Kölner vergrößern.

Wandel von den Grafen im Jülichgau zu den Grafen von Jülich[Bearbeiten]

Stammwappen der Grafen von Jülich (Armorial Bellenville, 14. Jahrh.)

Wie bei allen Grafschaften am Nieder- und Mittelrhein ist die Datenlage für das Gebiet im Bereich von Jülich bis Mitte des 12. Jahrhunderts lückenhaft. Im Frühmittelalter war das deutsche Reichsgebiet in Gaue eingeteilt. Einer dieser Gaue im Bereich des südlichen Niederrheins war der Jülichgau, dessen Mittelpunkt die bereits unter den Römern angelegte Stadt „luliacum“, das spätere Jülich, war. [1]

Bereits von 905 bis 947 ist ein Gottfried, Pfalzgraf von Lothringen und Graf im Jülichgau urkundlich nachweisbar. Dieser Graf Gottfried stammte aus dem bedeutenden fränkischen Adelsgeschlecht der Matfriede und führte als einer der Ersten den Titel eines Grafen von Jülich.[Anm. 1]

Ab Anfang des 11. Jahrhunderts war im Jülichgau ein Grafengeschlecht mit dem LeitnamenGerhard“ urkundlich nachweisbar. Für dieses Geschlecht werden in der Literatur I bis IV oder auch bis VI verschiedene Personen in der Zeit ab Anfang des 11. bis Mitte des 12. Jahrhunderts angegeben. Je nach Historiker begann die Amtszeit des ersten Graf Gerhard im Jülichgau zu Beginn oder erst ab Ende des 11. Jahrhunderts.[Anm. 2] In fast allen Urkunden wurden diese ersten Grafen im Jülichgau als Zeugen unter dem Titel „Comes de Gulecho“ (oder abgewandelter Schreibweise) geführt.

Unter Wilhelm I. (1142–1176) wurden aus den Grafen im Jülichgau die Grafen von Jülich, da inzwischen das ursprüngliche Gaugebiet erheblich erweitert worden war. Dieser Wilhelm hatte einen Bruder Gerhard (1132-1198), der ebenfalls häufiger als Zeuge in Urkunden erschien und vermutlich ein höheres geistliches Amt innehatte und deshalb kein amtierender Graf war. Nachfolger von Wilhelm I. wurde sein Sohn als Wilhelm II. von Jülich (1176-1207).[Anm. 3]

Wilhelm II. war mit Alveradis, der Erbtochter des Grafen Adalbert von Molbach verheiratet.[Anm. 4] Über diese Erbtochter gelangten die Gebiete der ehemaligen Grafschaft Nörvenich nach dem Tode ihres Vaters (um 1237) an Jülich. Das erste Jülicher Grafenhaus starb nach Wilhelm II. (1176–1207) im Mannesstamm aus, da dieser keinen Sohn als Nachfolger hatte. Nachfolger wurde der Sohn von Everhard von Hengebach, als Graf Wilhelm III. von Jülich.[Anm. 5] Über diesen Everhard gelangten die Heimbacher Besitzungen an Jülich.[2]

Da Wilhelm III. ab 1217 Teilnehmer des 5. Kreuzzuges war, übernahm sein Bruder Walram ab dessen Abreise zum Kreuzzug die Mitregentschaft. Wilhelm III. starb 1219 in Ägypten und die Ehefrau von Wilhelm war wegen des jugendlichen Alters des ältesten Sohnes vorübergehend die Regentin. Nach Erreichung der Volljährigkeit in den 1230ern Jahren wurde der Sohn als Wilhelm IV. von Jülich amtierender Graf.

Burg Nideggen (aktuell)

Wilhelm IV. geriet sowohl mit den Kölner Erzbischöfen Konrad von Hochstaden wie auch dessen Nachfolger Engelbert II. von Falkenburg in Auseinandersetzungen. Während die Kölner versuchten ihre territorialen Zuständigkeiten zu festigen, wollten die Jülicher ihre erweitern. Dies führte zwischen den Kölnern und Jülichern jedoch zwangsläufig zu Fehden und kriegerischen Auseinandersetzungen. Beide Erzbischöfe wurden zeitweise auf der stark befestigten jülicher Burg Nideggen gefangen gesetzt, Konrad 1242 für neun Monate und Engelbert von 1261 bis 1264 für mehr als drei Jahre.[3]

Wilhelm IV. hatte neben mehreren Töchtern vier Söhne und zwar in der Reihenfolge des Alters mit Namen: Wilhelm, Walram, Otto und Gerhard. Bei einem Versuch die Machtbasis der Jülicher in der Reichsstadt Aachen zu vergrößern widersetzte sich dem die Stadt. Wilhelm IV. überfiel daraufhin 1278 mit einer bewaffneten Schar von Anhängern Aachen. Bei dem nun ausbrechenden Gefecht in der Stadt wurde der Graf mit seinem ältesten Sohn getötet.[4][Anm. 6] Nach diesem Vorfall nutzte der Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg die vorübergehende Schwächung der Jülicher aus und besetzte kurzzeitig die Grafschaft mit seinen Söldnern. Lediglich Stadt und Burg Nideggen und Stadt Heimbach konnten nicht erobert werden. Nach dem Rückzug der Kölner kam es 1280 zu einem Sühnevertrag zwischen der Stadt Aachen und der Witwe von Wilhelm IV. für dessen Tötung. Neben einigen weiteren Leistungen musste Aachen die hohe Summe von 15.000 Mark als Sühne an die Jülicher zahlen.[5]

Da der älteste Bruder mit dem Vater getötet worden war, übernahm der zweitgeborene Sohn Walram von 1278 bis zu seinem Tod 1297 die Regentschaft als regierender Graf. Walram war wie viele der Jülicher Herrscher ebenfalls ein Gegner des jeweils im Amt befindlichen Kölner Erzbischofs. Bei der Schlacht von Worringen 1288 kämpfte er auf Seiten der siegreichen Allianz gegen den Erzbischof von Köln, Siegfried von Westerburg und dessen Verbündeten. Im Rahmen der kriegerischen Handlungen vor der Entscheidungsschlacht in Worringen hatten die Jülicher die befestigte kurkölner Stadt Zülpich erobert. Als Beute musste der Erzbischof Zülpich mit dem zugehörigen Gebiet für fast 80 Jahre an die Grafschaft Jülich abtreten. Weiterhin verzichtete das Erzbistum Köln auf alle alten Lehensansprüche, die bisher zwischen Köln und Jülich ständig strittig gewesen waren.[Anm. 7] Als Walram 1297 starb, folgte der jüngste der vier Brüder als Graf Gerhard V. von Jülich.[6]

Gerhard V. unterstützte den deutschen König Adolf von Nassau gegen dessen Gegenkönig Albrecht I. von Habsburg. Nachdem Adolf von Nassau 1298 auf dem Schlachtfeld im Kampf gegen Albrecht I. getötet wurde unterwarf sich Gerhard V. letzterem und erreichte, dass die Grafschaft Jülich ihm als Reichslehen bestätigt wurde. Nach dem Tod des Habsburgers 1308 unterstützte Gerhard V. auch dessen Nachfolgern Heinrich VII. und ab 1313 Ludwig der Bayer in dessen Auseinandersetzungen um die Regentschaft für die Reichskrone. Der zur gleichen Zeit in Köln im Amt befindliche Erzbischof Heinrich II. von Virneburg versuchte durch ein Bündnis mit Frankreich die Stellung des Erzbistums auf Kosten der niederrheinischen Grafschaften wieder zu verstärken. Zwangsläufig geriet dadurch der Erzbischof in einen Gegensatz zu den Grafschaften und dem Deutschen König und scheiterte mit seinem Versuch die Verhältnisse für das Erzbistum zu verbessern.[7]

Als Gerhard V. 1328 starb hatte er in seiner Regierungszeit durch seine Unterstützung der deutschen Könige erreicht, dass seine Stellung gegenüber den Kölner Erzbischöfen gestärkt war. Ihm gelang es von 1300 bis 1314 die Zuständigkeiten für Sinzig, Grevenbroich, der Herrlichkeit Lipp und den Rheinzoll in Kaiserswerth 1301 zu sichern oder durch Pfand zu erlangen.[8]

Graf Gerhard V. starb 1328 und es folgte sein ältester Sohn als Graf Wilhelm V. von Jülich. Wie sein Vater hatte auch er ein gutes Verhältnis mit den aktuellen Kaisern. Heinrich IV. ernannte ihn 1336 zum Markgrafen der Grafschaft Jülich und vergab den Reichswald bei Kornelimünster an die Jülicher. Da der jüngerer Bruder von Wilhelm V., Walram von Jülich, 1332 Erzbischof von Köln geworden war, hatte er - ungewöhnlich für die jülicher Grafen - zum amtierenden Erzbischof ebenfalls ein gutes Verhältnis. Er erhielt beispielsweise 1344 vom Erzbistum vertraglich die Zusicherung, dass die Kölner mit einer möglichen Vererbung der beiden Grafschaften Berg und Ravensberg an das Jülicher Adelshaus einverstanden wären.[9]

Die Herzöge von Jülich[Bearbeiten]

Als 1356 Karl IV. Heinrich VII. als Kaiser ablöste, bestätigte dieser Graf Wilhelm V. die Pfandschaften für Düren, Kaiserswerth und Sinzig.[10] Da Graf Wilhelm V. für den Kaiser erfolgreich diplomatisch tätig war, ernannte ihn dieser 1356 zum Herzog Wilhelm I. von Jülich und zum Graf von Falkenburg mit dem Reichslehen für Falkenburg.[Anm. 8] Mit Letzterem waren die bisherigen Herren von Falkenburg nicht einverstanden. Deren Widerstand führte dazu, dass nach dem Ableben des Herzogs die Grafschaft wieder an „Walram von Falkenburg“ übergeben wurde und erst einige Jahrzehnte später fiel endgültig Falkenburg an das Herzogtum Jülich.[11] Herzog Wilhelm I. war mit „Maria von Geldern“ verheiratet und hatte als Nachkommen neben einer Tochter die Söhne Gerhard, Wilhelm und Rainald. Zeitweise kam es zu einem Zerwürfnis zwischen dem Grafen und seinen Söhnen, das dazu führte, dass der Vater von 1349 bis 1351 in Gefangenschaft gehalten wurde. Durch Vermittlung des Erzbischofs Walram von Köln konnte der Streit jedoch friedlich beendet werden. Herzog Wilhelm I. starb 1361 und der Sohn Wilhelm II. von Jülich übernahm das Herzogtum Jülich.

Der älteste Sohn von Wilhelm I., Gerhard, hatte bereits 1338 Margarete von Ravensberg-Berg geheiratet. Diese war die Tochter von Margaretha, eine Schwester von Adolf VI. von Berg. Da Adolf VI. keine eigene Kinder hatte, war vertraglich vereinbart worden, dass diese Großnichte die Erbfolge antreten sollte. Bereits 1346 übernahm Gerhard von Jülich die Grafschaft Ravensberg gefolgt 1348 von der Grafschaft Berg und wurde damit amtierender Graf Gerhard von Berg-Ravensberg.[12]

Zu Beginn der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts versuchte Herzog Wenzel I. von Luxemburg und Brabant seine Machtposition im Bereich von Niederlothringen und den Herzogtümern Jülich und Geldern zu erweitern und geriet dadurch in Konflikt mit den dortigen Herzögen. Der Konflikt führte 1371 zur Schlacht von Baesweiler. In dieser siegte Herzog Wilhelm II. von Jülich mit dem verbündeten Herzog Eduard von Geldern und Graf Wilhelm von Jülich-Berg über Herzog Wenzel I. von Luxemburg. Während Letzterer von den Jülichern gefangen wurde, starb der Herzog von Geldern bei dieser Auseinandersetzung. Da wenige Monate später auch der Bruder von Edward starb und beide kinderlos waren, fiel das Herzogtum Geldern mit Zütphen als Reichslehen an den Kaiser zurück. Wenzel I. war ein Halbbruder von Kaiser Karl IV.. Um seinen Halbbruder aus der jülicher Gefangenschaft zu befreien, vergab der Kaiser 1371 das vakante Reichslehen an den noch unmündigen Sohn Wilhelm von Jülich. Bis zu dessen Volljährigkeit erfolgte die Verwaltung von Geldern durch den Vater Herzog Wilhelm II. von Jülich.

Herzogtum Geldern mit Zuphen um 1350

Die beiden verstorbenen herzöglichen Brüder „von Geldern“ hatten zwei Schwestern. Neben der Ehefrau von Wilhelm II. von Jülich, Maria von Geldern, gab es eine zweite Schwester und zwar „Mathilde von Geldern“. Letztere war mit der Vergabe des Herzogtums Geldern an Jülich nicht einverstanden. Es folgte der Erste Erbfolgekrieg um Geldern. Diese Auseinandersetzung wurde 1379 nachdem „Mathilde“ die Schlacht von Hönnepel verloren hatte beendet.[13] Mathilde verzichtete endgültig auf Geldern und Zütphen zu Gunsten von Wilhelm von Jülich. Dieser wurde damit Herzog Wilhelm I. von Geldern.[14]

Ab 1379 waren damit nun neben der Grafschaft Jülich auch die niederrheinischen Grafschaften Geldern und Berg in der Hand der „Adelsfamilie von Jülich“. Ein mögliche Zusammenfassung mit einer Vereinigung der drei Grafschaften kam nicht zu Stande, da Gerhard von Jülich vor seinem Vater Herzog Wilhelm I. von Jülich bei einer Fehde starb. Deshalb war Gerhards Sohn, Graf Wilhelm II. von Berg, bereits 1360 nachfolgender amtierender Graf von Berg geworden. Der jüngerer Bruder von Gerhard, Wilhelm von Jülich, wurde dagegen im Herzogtum Jülich 1361 als Herzog Wilhelm II. Nachfolger von Wilhelm I. von Jülich.[12]

Die Herzöge von Jülich-Geldern[Bearbeiten]

Herzog Wilhelm II. heiratete in der zweiten Ehe „Maria von Geldern“, die Tochter von Herzog Rainald II. von Geldern. Er hatte mit dieser Maria zwei Söhne und zwar Wilhelm und Rainald von Jülich. Der Sohn Wilhelm von Jülich war 1379 bereits Herzog in Geldern als Herzog Wilhelm I. von Geldern geworden. Als Wilhelm II. von Jülich 1393 starb wurde sein Sohn Wilhelm Nachfolger als Herzog Wilhelm III. von Jülich. Er vereinigte die beiden Herzogtümer zum vereinigten Herzogtum „Jülich-Geldern“. In den ersten Jahren seiner Regentschaft konnte er durch Kauf das Gebiet von Jülich vergrößern. Beispielsweise erwarb er für 70.000 Goldgulden die Ortschaften Born, Sittard und Susteren.

1397 kam es zu Streitigkeiten wegen des Rheinzolls von Kaiserswerth zwischen den Herzögen von Jülich-Geldern und Berg sowie den Grafen von Kleve und von der Mark. In der Schlacht von Kleverhamm kämpfte zwar Herzog Wilhelm III. von Jülich-Geldern nicht mit, sondern sein Bruder Rainald von Jülich mit Graf Wilhelm II. von Berg gegen Graf Adolf II. von Kleve, der mit Graf Dietrich II. von der Mark verbündet war. Rainald von Jülich unterlag mit seinem Alliierten und beide wurden gefangen genommen.[14] Nur durch Verpfändung von Emmerich mit dem westlichen Bereich der Liemers konnte das Herzogtum Jülich-Geldern das geforderte Lösegeld in Höhe von etwa 150.000 Goldgulden aufbringen.[15]Da nun die finanzielle Situation im vereinigtem Herzogtum Jülich-Geldern sehr angespannt war, konnte die Verpfändung 1402 nicht eingelöst werden und das beliehene Gebiet und die Stadt Emmerich gehörten ab diesem Zeitpunkt zur Grafschaft Kleve.[Anm. 9]

Wilhelm III. starb 1402 und war kinderlos. Nachfolger wurde deshalb sein Bruder Herzog Rainald von Jülich-Geldern. Dieser regierte bis 1423 und starb ebenfalls kinderlos. Mit seinem Tod endete das Doppelherzogtum „Jülich-Geldern“. Nach seinem Tod beanspruchten sowohl seine Verwandten aus der Seitenlinie „Jülich-Berg “ Herzog Adolf von Berg wie auch Rainalds II. von Geldern Schwester Margarethe für ihren Enkel Arnold von Egmond die Nachfolge.

Herzog Adolf von Jülich-Berg konnte trotz einiger Widerstände die Nachfolge für das Herzogtum Jülich schnell erreichen. Nach Rainalds Testament fielen 3/4 des Herzogtums Jülich an den Urenkel von Herzog Wilhelm II., sowie 1/4 (als Jülicher Quart bezeichnet) an Johann II. von Loon, Herr von Heinsberg und Enkel des Herzogs Wilhelm III. Auf diese Weise wurde Adolf Herzog von „Jülich und Berg“ (1423–1437) und Johann „Herr von Jülich“. Allerdings fiel diese „Quart“ über Vererbung bereits 1472 auch an Jülich-Berg. Unter Adolf von Jülich-Berg wurden die Territorien Jülich und Berg zum neuen Doppelherzogtum Jülich-Berg vereint und gehörten ab 1500 zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis.[Anm. 10]

Während der Übergang vom Herzogtum Jülich zum neuen Doppelherzogtum „Jülich-Berg“ relativ schnell und ohne größere Probleme erfolgte, war eine schnelle beständige Lösung für das Herzogtum Geldern nicht möglich. Zwar wurde Arnold von Egmond bereits am 8. Juli 1423 von den geldrischen Ständen als neuer Landesherr anerkannt, aber trotz der Bestätigung durch den Kaiser Sigismund am 15. August 1424 kam es zu einem Zweiten Erbfolgekrieg in Geldern.

Einzelheiten zur weiteren Entwicklung von Geldern → unter Herzogtum Geldern ab 1423.

Erbstreitigkeiten[Bearbeiten]

Durch geschickte Heiratspolitik erfolgt 1521 der Zusammenschluss der beiden Herzogtümer mit dem Herzogtum Kleve und der Grafschaft Mark zu den Vereinigten Herzogtümern: Der Enkel Adolfs, Wilhelm IV., der letzte männliche Sprössling dieses Fürstenhauses, setzte seine Tochter Marie, welche an den Sohn des Herzogs von Kleve, Johann den Friedfertigen, verheiratet war, zur Erbin seiner Länder ein. Dies geschah obwohl der Kaiser Friedrich III. 1485 die Nachfolge in Jülich und Berg dem Herzog Albrecht von Sachsen versprochen und vom römisch-deutschen König und späteren Kaiser Maximilian I 1495 dies Versprechen erneuert hatte. Nach Wilhelms Tod 1511 folgte daher Johann der Friedfertige, sein Schwiegersohn, ungeachtet des Einspruchs Sachsens. Maximilian I. belehnte Johann, doch wurden Sachsen seine Ansprüche gewahrt. Als Johann 1521 auch in Kleve als Herzog zur Herrschaft gelangt, wird Jülich und Berg mit Kleve vereinigt. Damit hat er die Vormachtstellung im niederrheinisch-westfälischen Reichskreis inne.

1538 erfolgt auf dem Hintergrund der Erbstreitigkeiten mit Kaiser Karl V. um das Herzogtum Geldern der Beschluss des Landtages über den Ausbau Jülichs zur neuzeitlichen Landesfestung. 1543 muss Herzog Wilhelm V. nach der Niederlage in der Geldrischen Fehde den Verzicht auf Geldern erklären. Nachdem 1547 ein Stadtbrand Jülich fast vollständig zerstört, ist der Weg frei zum Wiederaufbau als herzogliche Residenz- und Festungsstadt ab 1548/49 nach idealen Plänen des Bologneser Architekten und Festungsbaukundigen Alessandro Pasqualini.

Nach dem Aussterben des Fürstenhauses mit Herzog Johann Wilhelm am 25. März 1609 machen mehrere deutsche Fürsten, besonders Sachsen, Brandenburg und Pfalz-Neuburg, auf seine Hinterlassenschaft Ansprüche geltend. Dieser Streit wird als Jülich-Klevischer Erbfolgestreit bekannt und dauert von 1609 bis 1614.

Das Haus Sachsen gründet seine Ansprüche an die Erbschaft auf ein kaiserliches Versprechen, dass Kleve, im Fall der Mannesstamm des dortigen Fürstenhauses ausstürbe, an das Haus Sachsen fallen solle. Hiergegen erheben sich die weiblichen Erben (drei Schwestern des Herzogs Johann Wilhelm und deren Nachkommen), denen Karl V. 1546 das Recht der Succession zugesprochen hat.

Die älteste der Schwestern, Marie Eleonore, war an den Herzog von Preußen, Albert Friedrich von Brandenburg, vermählt gewesen und noch vor ihrem Bruder gestorben. Sie hatte aber aus jener Ehe eine Tochter, Anna, hinterlassen, die an den Kurfürsten Johann Siegmund von Brandenburg verheiratet war und sich, dem Heiratsvertrag ihrer Mutter von 1573 gemäß, als Erbin der Ansprüche derselben betrachtet.

Die zwei anderen Schwestern waren Anna, mit dem Pfalzgrafen Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg, und Magdalena, mit dem Herzog Johann I. von Pfalz-Zweibrücken vermählt. Diese Erben stehen einmütig gegen Sachsen, machen sich aber die Erbschaft untereinander selbst wieder streitig.

Sofort nach dem Tod Johann Wilhelms ergriffen Brandenburg und Pfalz-Neuburg Besitz der Erbschaft. Im Einverständnis mit Sachsen verlangte aber der Kaiser zunächst, bis nach erfolgter Ausgleichung der Sache, Jülich, Kleve und Berg zu sequestrieren, und ließ sogleich den Erzherzog Leopold mit kaiserlichen und den Erzherzog Albrecht mit spanischen Truppen aus den Niederlanden in die Herzogtümer einrücken. Ersterer überrumpelte und besetzte im Mai 1609 Jülich.

Belagerung Jülichs 1610

Dies veranlasste Brandenburg und Pfalz-Neuburg, sich am 10. Juni 1609 durch den Dortmunder Rezess zu gemeinschaftlicher Verteidigung ihres Rechts zu verbinden. Die protestantische Union und Heinrich IV. von Frankreich sicherten, um eine Festsetzung des Hauses Habsburg am Niederrhein zu verhindern, ihre Hilfe zu. 1610 rückten darauf französische und unierte Truppen in das Jülichsche ein, als der plötzliche Tod Heinrichs IV. (14. Mai) und des Hauptes der Union, des Kurfürsten Friedrich IV. (9. September), den Ausbruch eines großen Kriegs verhinderte.

Bloß Jülich wurde den Kaiserlichen wieder entrissen. Der Kaiser erteilte allerdings Sachsen die Belehnung, doch blieben Brandenburg und Neuburg im faktischen Besitz der Lande. Um nun dem Erbstreit zwischen diesen ein Ende zu machen, versuchte Philipp Ludwigs Sohn Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg durch eine Vermählung mit Johann Siegmunds Tochter die brandenburgischen Ansprüche mit den pfälzischen zu vereinigen. Aber der Kurfürst weigerte sich und es kam bei einer persönlichen Begegnung in Düsseldorf zu heftigen Auseinandersetzungen. Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm brach alle Verhandlungen ab, begab sich nach Bayern, vermählte sich mit einer Tochter des Hauptes der Liga, des Herzogs Maximilian, und wurde 1613 katholisch, während Johann Siegmund zur reformierten Kirche übertrat.

Unter Wolfgang Wilhelm wurde das Herzogtum Jülich administrativ (etwa 1640er Jahre) in 43 Steuerbezirke aufgeteilt (34 Ämter und neun Städte: Jülich, Düren, Münstereifel, Euskirchen, Bergheim, Grevenbroich, Linnich, Kaster, Randerath). Die frühere Steuermatrikel von 1626 weist 29 Ämter auf. Von den Ämtern stammten etwa 94 Prozent und von Städten etwa sechs Prozent der Steuererträge.

Die Aufteilung des Herzogtums[Bearbeiten]

Spanische und holländische Truppen rückten gleichzeitig ins Land, die spanischen für die Pfalz, die holländischen für Brandenburg. Da aber die Furcht vor einem allgemeinen Krieg überwog, wurde am 12. November 1614 der Vertrag von Xanten über eine geteilte Verwaltung mit Vorbehalt des Kondominats vermittelt. Der Pfalzgraf erhielt Jülich und Berg, der Kurfürst von Brandenburg Kleve, Mark, Ravensberg und Ravenstein. Doch blieben die fremden Truppen im Lande; die Holländer hielten die klevischen Festungen bis 1672 besetzt. Erst am 9. September 1666 schloss der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg mit dem Pfalzgrafen Philipp Wilhelm einen Erbvergleich (Vertrag von Kleve) auf Grund des Status quo, nach welchem ersterer Kleve und die Grafschaften Mark und Ravensberg, der Pfalzgraf Jülich und Berg behalten und nach dem Aussterben des Mannesstamms der einen Linie die andere erben sollte.

Das Ende des Herzogtums[Bearbeiten]

Maximaler französischer Ausbauplan von Jülich

Dieser letzteren Bestimmung wegen spielt die Jülicher Erbfolgefrage noch einmal im 18. Jahrhundert in den europäischen Verträgen eine Rolle, als die Linie Pfalz-Neuburg dem Aussterben nahe ist und Preußen sich wenigstens die Nachfolge in Berg durch die Verträge Friedrich Wilhelms I. mit Karl VI. zu Wusterhausen (1726) und Berlin (1728) sichern will. Österreich erkennt dieses gegen die Garantie der Pragmatischen Sanktion an, verspricht aber gleichwohl in einem geheimen Vertrag 1738 der Linie Pfalz-Sulzbach die Sukzession in beiden Herzogtümern. Als Friedrich II. Schlesien gewinnt, verzichtete er auf seine Ansprüche, und Jülich fällt daher 1742 an die pfalz-sulzbachische Linie, die später zu der Kurpfalz auch die bayrischen Lande erhält. So bleibt das Herzogtum Jülich im Besitz der Kurfürsten von Pfalz-Bayern, bis der Lunéviller Friede 1801 es an Frankreich abgibt, welches schon seit 1794 das Herzogtum besetzt hält.

Durch den Wiener Kongress erhält Preußen 1815 das Herzogtum mit Ausnahme kleinerer Gebietsteile, die zur niederländischen Provinz Limburg kommen, und bezieht es in die preußische Verwaltungsgliederung ein. Der größte Teil gehört zum Regierungsbezirk Aachen der Provinz Großherzogtum Niederrhein, der Ostteil zur Provinz Jülich-Kleve-Berg (beide Provinzen am 22. Juni 1822 aufgelöst und zur Rheinprovinz vereinigt).

Wappen[Bearbeiten]

Der Jülicher Löwe ist heute noch Bestandteil vieler Ortswappen im ehemaligen Gebiet des Herzogtums
Wappen von Herzogtum Jülich
Beschreibung:

Der Jülicher Löwe, in Gold ein schwarzer, wachsender Löwe, rot bezungt und rot bewehrt, ist Motiv des Wappens vieler Städte und Gemeinden im Gebiet des ehemaligen Herzogtums.[16][17][18][19]

Herrscher von Jülich[Bearbeiten]

Grafen von Jülich[Bearbeiten]

Haus Jülich[Bearbeiten]

- zunächst Grafen im Jülichgau, seit 1081 Grafen von Jülich -

Haus Jülich-Heimbach[Bearbeiten]

Herzöge von Jülich[Bearbeiten]

Haus Jülich-Heimbach[Bearbeiten]

- 1393 bis 1423 in Personalunion mit Geldern, seit 1423 mit Berg, seit 1437 auch Ravensberg -

Haus Mark[Bearbeiten]

- seit 1521 als Herrscher von Jülich-Kleve-Berg -

Haus Wittelsbach[Bearbeiten]

- in Personalunion mit Berg und Pfalz-Neuburg, seit 1685 auch Kurpfalz, seit 1777 auch Bayern -

Haus Hohenzollern[Bearbeiten]

Nach dem Erwerb des Rheinlandes durch Preußen nahm der preußische König den Titel eines Herzogs von Jülich an, er blieb bis zur Abdankung des Hauses Hohenzollern 1918 mit dem preußischen Königtum verbunden.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde das Herzogtum Jülich in Ämter eingeteilt. Mehrere Ämter wurden im Laufe der Zeit zusammengelegt oder anders aufgeteilt. In der folgenden Aufstellung ist im Wesentlichen die Verwaltungsgliederung im 18. Jahrhundert zusammengefasst.[20]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Herzogtum Jülich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lacomblet, Theodor Joseph, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Urkunden 81 von 898, 116 von 1029 und 359 von 1147 wird der „Jülichgau“ angeführt, 1840, Band 1, S. 43, 103, 246. Digitalisierte Ausgabe der ULB Bonn
  2. Lacomblet, Theodor Joseph, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Urkunden von 729 bis 1200, Vorbemerkungen, Band 2, S. [32] XXX.Digitalisierte Ausgabe der ULB Bonn
  3. Lacomblet, Theodor Joseph, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Urkunden von 729 bis 1200, Vorbemerkungen, Band 2, S. [33] XXXI. Digitalisierte Ausgabe der ULB Bonn
  4. Friedrich Haagen, in: Geschichte Aachens von seinen Anfängen bis zur neuesten Zeit, 1873, S. [227]199..Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  5. Friedrich Haagen, in: Geschichte Aachens von seinen Anfängen bis zur neuesten Zeit, 1873, S. [231]203.Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf
  6. Lacomblet, Theodor Joseph, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Urkunden von 729 bis 1200, Vorbemerkungen, Band 2, S. [34] XXXII. Digitalisierte Ausgabe der ULB Bonn
  7. LVR, in: Die Rheinlande im Spätmittelalter (1288 bis 1521). Onlinefassung [1]
  8. Lacomblet, Theodor Joseph, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Vorbemerkungen, Band 3, S. [9] IX Digitalisierte Ausgabe der ULB Bonn
  9. Lacomblet, Theodor Joseph, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Urkunde 409, Band 3, S. [342]322 Digitalisierte Ausgabe der ULB Bonn
  10. Lacomblet, Theodor Joseph, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Urkunde 409, Band 3, S. [11]XI Digitalisierte Ausgabe der ULB Bonn
  11. Lacomblet, Theodor Joseph, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Vorbemerkungen, Band 3, S. [11]XI. Digitalisierte Ausgabe der ULB Bonn
  12. a b Jahrbuch des Düsseldorfer Geschichtsverein, in: Beiträge zur Geschichte des Niederrheins, 1888, Bd. 3, S. [32]27. Onlinefassung
  13. Ralf G. Jahn, in: Die Genealogie der Vögte, Grafen und Herzöge von Geldern, 2001, S. 29-50. Onlinefassung[2]
  14. a b Lacomblet, Theodor Joseph, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Vorbemerkungen, Band 3, S. [12]XII. Digitalisierte Ausgabe der ULB Bonn
  15. Lacomblet, Theodor Joseph, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Urkunde 1039, Band 3, S. [937]925 Digitalisierte Ausgabe der ULB Bonn
  16. K. Stadler: Deutsche Wappen. Bundesrepublik Deutschland. Angelsachsen Verlag, o. O. 1964–1971, 8 Bde.
  17. R. Steimel: Rheinische Städtewappen. Ihre Herleitung aus Länderwappen und Siegeln. Köln 1948
  18. H. de Vries: Wapens van de Nederlanden. Amsterdam 1995. – Hierin ist insbesondere das Wappen der Provinz Gelderland mit Bezug zu Jülich interessant; hier auch Nennung des „Jülicher Löwen“ („Leeuw van Gulik“)
  19. R. J. P. M. Vroomen: Wapengekletter in Zuid Limburg. In: Jaarboek Limburg van Mook tot Eijsden. o. O. 1983, S. 124–131.
  20.  Wilhelm von Mirbach: Zur Territorialgeschichte des Herzogthums Jülich. Hamel, Düren 1874 (Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf).

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. In den alten Urkunden gibt es eine Vielzahl von Schreibweisen für Jülich. Sie beginnen mit der lateinischen Form von „Juliacensis“, „iuloiacencis“ über „iuliaco“, „iuleche“, „iulicho“ bis zur fränkischen Fassung mit „Guliche“, „Gulecho“ oder „Guleche“.
  2. Während einige Historiker sechs „Grafen Gerhard“ ab 1003 bis 1142 auflisten, gibt T. J. Lacomblet nur Urkunden ab 1094 für den „ersten Gerhard“ an und es folgen drei weitere Gerhards bis 1142. Allerdings wird auch ein „brüderlicher Mitregent, Name ebenfalls Gerhard“, für 1094 angeführt. Durch diese unterschiedliche Zählweisen werden je nach Historiker für die „Gerhards“ auch doppelte Zahlen angegeben (beispielsweise: Gerhard V./VII.).
  3. Lecomblet gibt als „aktive Zeit“ für Wilhelm II. 1168-1207 an. Da die angeführten Zeitperioden für die beiden Wilhelms sich anfangs um 8 Jahre überschneiden, galten die ersten Jahre für Wilhelm II. nicht für dessen Zeit der Regentschaft sondern für die bereits urkundlich nachweisbare Lebenszeit.
  4. Dieser war der letzte Graf aus dem Geschlecht der Edlen von Nörvenich, der sich nach Bau der Burg Untermaubach (Molbach auch als Maubach bezeichnet) Graf von Molbach nannte.
  5. Everhard war eventuell entweder ein Bruder von Wilhelm I. oder (was wahrscheinlicher ist) mit dessen Schwester verheiratet.
  6. Einige alte Veröffentlichungen führen an, dass mit dem Vater die zwei ältesten Söhne in Aachen getötet wurden. Dies würde bedeuten, dass es zwischen Wilhelm und Walram noch einen fünften Sohn gegeben haben müsste.
  7. Derartige Vereinbarungen über Zuständigkeiten von Lehen wurden aber von nachfolgenden Erzbischöfen nicht anerkannt und führten immer wieder zu Streitigkeiten.
  8. Vor der Ernennung zum Graf von Falkenburg hatte Wilhelm V. von seinem Schwager, den „Herrn von Schönforst“ Falkenburg mit Montjoie (Monschau) erworben. Die Vergabe als Reichslehen durch den Kaiser war eine zusätzliche Bestätigung dieser Erwerbung.
  9. In der als Nachweis angeführten Urkunde 1039 war ein Lösegeld von „hundert dusent Schilde“ angeführt. 1 Schild hatte den Wert von 1,5 Goldgulden.
  10. Auch Adolf von Jülich-Berg versuchte das Herzogtum Geldern neben Jülich zu übernehmen. Trotz Erteilung des Reichslehen vom Kaiser für Geldern 1424 und kriegerische Auseinandersetzungen 1433 und 1436 konnte er seine Ansprüche nicht durchsetzen und musste auf Geldern verzichten.