Robert Lustig

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Robert H. Lustig ist ein US-amerikanischer Kinderarzt.

Leben[Bearbeiten]

Robert Lustig wuchs in Brooklyn (New York) auf und besuchte die Stuyvesant High School in Manhattan.

Er ist Professor für Neuroendokrinologie an der Universität von Kalifornien in San Francisco. Er wurde weiten Kreisen bekannt durch seine Forschungen zum Zusammenhang von Übergewicht und Zucker, insbesondere Fruchtzucker (Fruktose).

Er wohnt in San Francisco, ist verheiratet und hat zwei Töchter.[1]

Ausbildung und berufliche Tätigkeit[Bearbeiten]

Er absolvierte das MIT im Jahr 1976 mit dem Bachelor und erwarb den Doktorgrad in Medizin an der Cornell University im Jahr 1980. Danach forschte er sechs Jahre an der Rockefeller University in New York auf dem Gebiet der Neuroendokrinologie. Seit 2001 ist er an der University of California in San Francisco tätig. Er verfasste über 85 wissenschaftliche Artikel und Kapitel zu 45 Büchern. Dazu erwarb er 2013 einen Master auf dem Gebiet der Rechtswissenschaften am Hastings College of the Law (University of California, San Francisco).

Im Jahr 2013 gründete er das „Institute for Responsible Nutrition“, eine gemeinnützige Organisation zur weltweiten Aufklärung über das Metabolische Syndrom und für den Kampf gegen seine Folgen.

Die Rolle von Fruktose bei Übergewicht[Bearbeiten]

Einer breiten Öffentlichkeit wurde Robert Lustig bekannt durch einen Vortrag aus dem Jahr 2009 mit dem Titel Sugar: The Bitter Truth, der von Millionen Menschen bei YouTube angesehen wurde. Eine Vertiefung bot sein Vortrag vom Juli 2013 zum Thema Fructose 2.0. Seine Mitarbeiter und er wiesen nach,[2] dass die Steigerung des Zuckerverbrauchs und die Zunahme von Diabetes Typ 2 weltweit in einem klaren Zusammenhang stehen.

Seine Forschungen ergaben, dass beim Stoffwechsel von Fruchtzucker, einem Bestandteil des Haushaltszuckers, in der Leber eine völlig andere Verarbeitung als bei Glucose stattfindet, was im Endeffekt bedeutet, dass erhöhter Fruchtzuckerkonsum zu Leberverfettung führt – vergleichbar mit dem Effekt erhöhten Alkoholkonsums.[3] Dies führt bei einem großen Teil der Bevölkerung zu Übergewicht.

In den USA wird bereits jetzt die Hälfte aller Gesundheitsausgaben für die Behandlung von Patienten mit Diabetes verbraucht, und bei den derzeitigen Steigerungsraten wird es um 2025 das gesamte Budget sein.[4] Allein schon daraus ergibt sich nach Ansicht Lustigs ein politischer Auftrag zur Regulierung von Zucker. Bereits im Jahr 2009 gab deshalb die American Heart Association die Empfehlung heraus, dass die tägliche Aufnahme von Zucker auf 9 Teelöffel bzw. 150 kcal pro Tag (Männer) und 6 Teelöffel bzw. 100 kcal pro Tag (Frauen) reduziert werden sollte (statt der üblichen 22 Teelöffel in den USA).[5]

Werke[Bearbeiten]

  • Obesity Before Birth: Maternal and Prenatal Influences on the Offspring. Boston: Springer Science, 2010. ISBN 978-1441970336
  • Fat Chance: Beating the Odds against Sugar, Processed Food, Obesity, and Disease. New York: Hudson Street Press, 2013. ISBN 978-1594631009

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://profiles.ucsf.edu/robert.lustig
  2. http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0057873
  3. http://advances.nutrition.org/content/4/2/226.full.pdf+html
  4. http://www.uctv.tv/shows/Fat-Chance-Fructose-2-0-25641
  5. http://circ.ahajournals.org/content/120/11/1011