Rudolf (Heruler)

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Rudolf oder Rodulf († um 508) war ein Anführer oder König der Heruler Anfang des 6. Jahrhunderts.

Dem spätantiken Geschichtsschreiber Jordanes berichtet von einem König namens Rodulf, der im hohen Norden über mehrere Völker herrschte, bevor er zum Ostgotenkönig Theoderich nach Italien flüchtete.[1] Ein Herulerkönig namens Rodulf wird auch in anderen spätantike und frühmittelalterlichen Quellen erwähnt, so von Prokopios von Caesarea[2] und Paulus Diaconus.[3] Vermutlich beziehen sich alle Aussagen auf dieselbe Person, wenngleich der Bericht bei Jordanes nur im Kern historisch ist; eine Herkunft aus Skandinavien ist hingegen unhistorisch.

Nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches 476 gerieten auch die an der mittleren Donau siedelnden germanischen Völker, zu denen die Heruler gehörten, in Unruhe. Zu den Nachbarn der Heruler gehörten Anfang des 6. Jahrhunderts rechts der Donau das Ostgotenreich unter Theoderich dem Großen und links der Donau in Mähren und Pannonien die Langobarden und weiter flussabwärts in Ost-Ungarn die Gepiden. Die Heruler selbst siedelten an der March. Das Reich der Rugier war bereits 488 von Odoaker vernichtet worden.

Unter ihrem Anführer Rodulf gerieten die Heruler schließlich in Konflikt mit den Langobarden, die das Reich der Heruler um 508 zerstörten und anschließend zur (vorläufig) dominierenden Macht an der mittleren Donau aufstiegen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Roland Steinacher: The Heruls. Fragments of a History. In: Florin Curta (Hrsg.): Neglected Barbarians. Brepols, Turnhout 2011, S. 321–364, speziell S. 345–349.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Jordanes, Getica 3,24.
  2. Prokop, Historien, 6,14f.
  3. Paulus, Langobardengeschichte, 1,20.