Ruperts Land

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Ruperts Land war ein Gebiet, das einen Großteil des heutigen Kanada bildet. Ursprünglich gehörte es der Hudson’s Bay Company (HBC). Es ist benannt nach Ruprecht von der Pfalz, Herzog von Cumberland, dem ersten Gouverneur der Gesellschaft.

Ruperts Land

Der Pachtvertrag, den Karl II. mit der Company abgeschlossen hatte, gab ihr das Monopol für den Pelzhandel im Einzugsgebiet aller Flüsse und Ströme, die in die Hudson Bay fließen. Dieses Gebiet umfasste rund 3,9 Millionen km², mehr als ein Drittel der Fläche des heutigen Kanada.

1821 vereinten sich die North West Company (NWC) aus Montréal und die HBC. Das gemeinsame Einzugsgebiet, das durch eine Lizenz auf das Nordwestliche Territorium erweitert wurde, erstreckte sich nun bis zum Arktischen Ozean im Norden und dem Pazifischen Ozean im Westen.

1869 verkaufte die HBC ihre Rechte an Ruperts Land und den früheren Gebieten der NWC der Canadian Dominion, dem Vorläufer des heutigen Kanada. 1870 wurde mit dem Manitoba Act die neue Kanadische Provinz Manitoba geschaffen, von dessen Hauptstadt Fort Garry (heute Winnipeg) aus der gewaltige Rest von Ruperts Land und dem Nordwestlichen Territorium fortan als Nordwest-Territorien mit verwaltet wurde.

Mit der Schaffung weiterer Provinzen und Territorien sowie mehrerer Grenzverlegungen wurden Teile des früheren Ruperts Land neben Manitoba auch zu Saskatchewan, Alberta, Nunavut, Ontario und Quebec. Bereits mit der Grenzziehung von 1818 entlang des 49. Breitengrades waren Teile des Landes an die USA gegangen, die heute zu den Staaten Minnesota, North Dakota, Montana und South Dakota gehören.

Ruperts Land ist außerdem eine Kirchenprovinz der Anglican Church of Canada, die die kanadischen Prärien und einen Großteil der kanadischen Arktis umfasst. Zudem ist es der Name einer anglikanischen Diözese in Manitoba.