Ruppiner See

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Ruppiner See
Umgebung des Ruppiner Sees
Umgebung des Ruppiner Sees
Geographische Lage Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Zuflüsse Rhin
Abfluss Rhin
Orte am Ufer Neuruppin, Alt Ruppin, Wustrau
Daten
Koordinaten 52° 53′ 32″ N, 12° 49′ 12″ O52.89218611111112.82006944444436.5Koordinaten: 52° 53′ 32″ N, 12° 49′ 12″ O
Ruppiner See (Brandenburg)
Ruppiner See
Höhe über Meeresspiegel 36,5 m
Fläche 8,25 km²dep1f5
Maximale Tiefe 23 Meterf10
Mittlere Tiefe 12 Meterf11

Der Ruppiner See ist ein langgestrecktes Binnengewässer im Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Nordwesten des Landes Brandenburg. Der Ruppiner See ist mit 14 km (bei einer Breite von maximal 800 m) der längste See im Land Brandenburg. Seine Oberfläche beträgt 825 ha (8,25 km²). Der See wird von Norden nach Süden vom Rhin durchflossen, der ihn in zwei Richtungen verlässt: durch den Wustrauer Rhin nach Südwesten und in den Bützsee nach Südosten. Da der Ruppiner See definitionsgemäß ein Stillgewässer ist, ein Teil des Wassers aus dem Bützsee in die Oberhavel abfließt, das Wasser aus dem Wustrauer Rhin aber etwa 150 Havel-Kilometer flussabwärts in die Havel gelangt, ist der Ruppiner See eine Pseudobifurkation.

Entstehung[Bearbeiten]

Der Ruppiner See liegt in einer Glazialen Rinne, die in der letzten Eiszeit, der Weichseleiszeit, vor etwa 18.000 Jahren entstand. Nach dem Abschmelzen des Gletschers blieb zunächst Toteis in der Rinne zurück. Erst mit der Erwärmung am Ende der Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren, als der Toteisblock schmolz, bildete sich der See.

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten]

Der Ruppiner See in Wustrau-Altfriesack

An der Rhinmündung des Nordufers entstand schon im 12. Jahrhundert neben einer slawischen Befestigung die deutsche Burg Ruppin (heute Alt Ruppin) und nur wenige Jahrzehnte später südwestlich davon Neuruppin. Auch der Mühlenort Altfriesack neben dem slawischen Wustrau am Südausgang des Sees dürfte zu den ältesten Siedlungen gehören. Rings um den See bestehen viele weitere Dörfer, die heute meist zur Stadt Neuruppin eingemeindet sind.

Neben der strategisch günstigen Lage mitten im slawischen Gebiet und dem Fischreichtum des Sees bestimmte auch die Versorgung mit Floßholz über den Rhin die Bedeutung des Sees. Ein wesentlicher wirtschaftlicher Aufschwung wurde mit der Fertigstellung des Ruppiner Kanals erreicht, der den Ruppiner See seit 1788 mit der Havel und somit auch mit Berlin verbindet.

Seit 1898 durchschneidet ein Bahndamm (Bahnstrecke Kremmen–Wittstock) 2,5 Kilometer vom Nordufer entfernt den See in Ost-West-Richtung.

Der Ruppiner See ist Bestandteil der Ruppiner Wasserstraße.

Der Ruppiner See ist das Wasserreservoir für das Rhinluch. Bis Anfang Mai wird das Frühjahrs-Niederschlagswasser aufgestaut, danach wird bedarfsorientiert über die Schleuse Alt Friesack Wasser ins Rhinluch abgegeben, ohne das die dortige Niedermoorlandschaft austrocknen würde. Die Gratwanderung zwischen Absenkung des Seespiegels und Wasserbedarf im Rhinluch ist Konfliktpotential zwischen See- und Luchanrainern.

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Jahre 1994 wurde von vielen Einwohnern Neuruppins über dem Ruppiner See ein Kugelblitz beobachtet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ruppiner See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien