Russischer Orden der Heiligen Katharina

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Orden der Heiligen Katharina

Orden der Heiligen Großmärtyrerin Katharina (russisch Орденъ святой великомученницы Екатерины/ Orden swjatoj wjelikomutschennitzy Jekateriny) war ein zweiklassiger Damenorden im kaiserlichen Russland.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Orden wurde am 25. November 1714[1][2] vom Zaren Peter I. gestiftet und sollte ursprünglich den Namen „Orden der Befreiung“, (Orden Oswoboshdenija) tragen und ein Andenken an die Rettung Peters und seiner Armee aus der Einkreisung durch die türkische Armee in der Pruther Kampagne von 1711 sein. Ein ehrenhafter Rückzug war nur deshalb möglich, weil die Zargemahlin (Zariza) Katharina Aleksejewna (später Katharina I.) ihren ganzen Schmuck dem türkischen Großwesir Baltaji Mehmed Pascha „schenkte“, um Peter vor der Gefangennahme zu retten. (Zurück in Konstantinopel, musste der Großwesir dafür mit seinem Kopf bezahlen).

Katharina I. mit dem Orden der Hl. Katharina

Die ersten Statuten des Katharinenordens wurden 1713 veröffentlicht. Er sollte zwei Klassen haben, „Großes Kreuz“ und „Kleines Kreuz“. Das Kreuz der I. Klasse stand allen russischen Großfürstinnen (Prinzessinnen) durch Geburt oder durch Heirat in die Familie zu, außerdem konnten es 12 hochadelige Damen bekommen. Die II. Klasse durften höchstens 94 Trägerinnen bekommen. Die Großmeisterin des Ordens war stets bis 1917 die Zariza. Zu Peters Lebzeiten wurde er nur an Zariza Katharina verliehen. Bald nach ihrem Thronantritt schaffte Zariza Katharina I. die II. Klasse des Ordens ab, welche erst durch Paul I. im Jahre 1797 wiedereingeführt wurde, der auch die definitive Version der Statuten schuf. Der Orden erhielt nun, neben dem Alexander-Newski-Orden den zweiten Platz in der Rangfolge der russischen Orden.

Insignien[Bearbeiten]

Das Ordenszeichen des Katharinenordens I. Klasse ist ein mit Brillanten besetztes Ruppertkreuz mit (im Avers) einem ovalen, ebenfalls von Brillanten umgebenen Mittenmedaillon. Das Medaillon zeigt die in Emaillemalerei ausgeführte Figur der sitzenden Hl. Katharina, die ein weißes Ankerkreuz vor sich hält. In der linken Hand hält sie einen Palmenzweig, zu ihren Füßen sieht man einen Teil eines Folterrades. Bei den ältesten Insignien befindet sich in der Mitte des Ankerkreuzes ein kleines Kreuz aus Brillanten, Symbol des Lichtes des Evangeliums. Oben auf der rechten Seite der Figur der Heiligen ist ein kleines rundes Medaillon mit dem Buchstaben R. In den Winkeln des Ankerkreuzes befindet sich die Buchstaben D S F R („Domine, salvum fac regem“, „Gott, beschütze den Zaren“). Der Revers des Ordenszeichens hat im Mittenmedaillon die Abbildung eines Turms mit einem Adlernest auf der Spitze und am Fuße des Turms zwei Adler, die Schlangen in den Schnäbeln halten. Über dem Bilde schwebt die Inschrift Aequant munia comparis (etwa: „Durch Werke dem Gemahl gleich“).

Der Orden wurde ursprünglich an einer weißen Schleife mit der silbernen kyrillischen Inschrift Za Ljubowj i otjetschestwo („За любовь и отечечество“, „Für Liebe und Vaterland“) getragen, die Statuten von 1797 führten ein rotes Ordensband mit silbernen Buchstaben ein, das bis 1917 unverändert blieb.

Der Ordenstern (nur I. Klasse) ist achtstrahlig und auf seiner ganzen Fläche mit Brillanten besetzt. Das runde Mittenmedaillon ist rot, hat in seiner Mitte die Abbildung eines Diadems, das von der Ordensdevise umgeben ist. Über dem Mittenmedaillon eine mit Brillanten besetzte Zarenkrone.

Ab 1855 führte man Sparmaßnahmen ein: das Kreuz II. Klasse wurde mit Strassverzierung, nicht Brillanten-, vergeben.

Nach dem Ende der Monarchie im März 1917 wurde der Orden nicht mehr verliehen. Im Mai 2012 wurde er erneut gestiftet.

siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Arnhard Graf Klenau: Europäische Orden ab 1700, München 1978
  • Václav Měřička: Orden und Ehrenzeichen, Prag 1969
  • I. G. Spaskij: Russkije i inostrannyje Ordjena do 1917 goda, Leningrad 1963

Weblink[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gustav Adolph Ackermann, Ordensbuch sämtlicher in Europa blühender und erloschener Orden und Ehrenzeichen, Rudolph und Dieterici, Annaberg 1855, S.95
  2. Carl von Rotteck, Karl Theodor Welcker, Hermann Rodecker von Rotteck, Das Staats-Lexikon: Enzyklopädie der sämtlichen .Staatswissenschaften für alle Stände, Band 10, Verlag Johann Friedrich Hammerich, Altona 1848, S.158
  3. Kurt von der Aue, Das Rittertum und die Ritter-Orden: oder historisch-kritische Darstellung der Entstehung des Rittertums, und vollständige Beschreibung aller bestehenden Ritterorden für Freunde der Geschichte alter und neuer Zeit, J.T.J. Sonntag, Merseburg 1825, S.219