Großkreuz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Großkreuz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Josef Graf Radetzky mit Schulterband und Stern des Großkreuzes des Maria-Theresia-Ordens

Der Begriff Großkreuz bezeichnet heute in der allgemein üblichen Ordenshierarchie die höchste Stufe eines Ordens.

Entwicklung[Bearbeiten]

Als Vorbild für die heute meist übliche Einteilung der Verdienstorden in fünf Stufen (Ritter – Offizier – Komtur – Großoffizier – Großkreuz) gilt jenes System, welches zuerst 1802 in Frankreich von Napoléon Bonaparte bei der Stiftung der Ehrenlegion (Légion d'honneur) eingeführt wurde. Bei der Gründung zahlreicher weiterer Verdienstorden im 19. und 20. Jahrhundert wurde dieses Muster häufig übernommen und gelangte dadurch zu weltweiter Verbreitung. Verdienstorden mit drei Stufen (Ritter – Komtur – Großkreuz) existierten bereits seit Mitte des 18. Jahrhunderts, wie z. B. der ungarische St.-Stephans-Orden.

Stellung innerhalb der Ordenshierarchie[Bearbeiten]

  1. Großkreuz
  2. Großkomtur (auch „Großoffizierskreuz“, „Großoffizier“, „Knight Commander“, „Komtur 1. Klasse“)
  3. Komtur (auch „Komturkreuz“, „Kommandeur“, „Commander“, „Komtur 2. Klasse“)
  4. Offizier (auch „Offizierskreuz“)
  5. Ritter (auch „Ritterkreuz“)

Trageweise[Bearbeiten]

Tragweise der Ordensabzeichen

Traditionell wird das Großkreuz eines Verdienstordens an einem Schulterband getragen, wobei die Insignie auf der rechten oder linken Hüfte zu hängen kommt. Dazu gehört meist ein Bruststern (auch dieser Ordensstern wird manchmal als „Großkreuz“ bezeichnet, stellt aber nur einen Teil der Dekoration dar), der in vielen Orden dem Bruststern des Großkomturs ähnelt (siehe fünfte Darstellung im Bild rechts).

Eine seltene, aber sehr bekannte Abweichung von diesem weltweit verbreiteten System stellte das Großkreuz des Eisernen Kreuzes dar, welches am Band um den Hals getragen wurde. Ritter des Schwarzen Adlerordens im Königreich Preußen trugen außerdem auch die Insignie des Großkreuzes des Roten Adlerordens als Halsorden. War die betreffende Person kein Ritter des Schwarzen Adlerordens, so wurde das Großkreuz des Roten Adlerordens am Schulterband getragen (orange Schärpe mit weißen Streifen, von der linken Schulter zur rechten Hüfte).

Beispiele[Bearbeiten]

Großkreuze des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland: links Großkreuz in besonderer Ausführung sowie rechts (Herren) und in der Mitte (Damen) die Sonderstufe des Großkreuzes, darunter der jeweilige Bruststern
König Louis-Philippe I. von Frankreich mit Schulterband und Bruststern des Großkreuzes der Ehrenlegion

Über die Stufe eines „Großkreuzes“, das in der Landessprache auch laut dem betreffenden Ordensstatut so bezeichnet wird, verfüg(t)en unter anderem:

Literatur[Bearbeiten]

  • Maximilian Gritzner: Handbuch der Ritter- und Verdienstorden aller Kulturstaaten der Welt innerhalb des XIX. Jahrhunderts. Reprint der Origiginalausgabe Leipzig, Weber, 1893. Leipzig 2000, ISBN 3-8262-0705-X.