UC 1 (Schiff, 1915)

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UC 1
Ein Boot der UC 1-Klasse

Ein Boot der UC 1-Klasse

p1
Schiffsdaten
Flagge Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) Deutsches Reich
Schiffstyp U-Boot
Klasse UC 1-Klasse / Typ UC I
Bauwerft AG Vulkan, Hamburg
Baunummer 45
Stapellauf 26. April 1915
Indienststellung 7. Mai 1915
Verbleib ab 18. Juli 1917 verschollen
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
33,99 m (Lüa)
29,62 m (KWL)
Breite 3,15 m
Tiefgang max. aufgetaucht: 3,04 m
getaucht: 6,3 m
Verdrängung aufgetaucht: 168 t
getaucht: 183 t
 
Besatzung 15 Mann
Maschine
Maschine dieselelektrisch
6-Zyl-Daimler-Diesel
Siemens-Schuchert Elektromotor
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
Diesel: 90 PS
E-Motor: 175 PS
Propeller 1 × dreiflügelig Ø 1,08 m
Einsatzdaten U-Boot
Aktionsradius 800 sm
Tauchzeit 23 – 36 s
Tauchtiefe, max. 50 m
Geschwindigkeit getaucht max. 5,22 kn (10 km/h)
Geschwindigkeit aufgetaucht max. 6,2 kn (11 km/h)
Bewaffnung
Sonstiges
Einsätze 79 Feindfahrten
Erfolge 38 Handelsschiffe (59.088 BRT)
4 Kriegsschiffe (2.073 t)

SM (Seiner Majestät) UC 1 war ein diesel-elektrisches Küsten-Minen-U-Boot des Typs UC I der deutschen Kaiserlichen Marine, das im Ersten Weltkrieg zum Einsatz kam. Es war das Typschiff der UC 1-Klasse. UC 1 unternahm in etwas mehr als zwei Jahren über 70 Feindfahrten und ging nach dem 18. Juli 1917 verloren.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach dem Beginn des Weltkrieges entwickelte die Kaiserliche Marine mit dem Projekt 34 einen U-Boot-Typ, der ausschließlich zum Legen von Seeminen im Küstenvorfeld eingesetzt werden sollte und daher nicht über Torpedorohre verfügte. Als zweites dieser Boote – das von der AG Weser in Bremen gebaute UC 11 war bereits am 11. April 1915 zu Wasser gekommen − lief UC 1 am 26. April 1915 bei der Hamburger Vulkanwerft vom Stapel. Die Marine stellte das Boot am 7. Mai 1915 in Dienst.[1]

Wie die meisten Boote seiner Klasse war UC 1 der U-Flottille Flandern als Teil des Marinekorps Flandern unterstellt und kam von Zeebrügge aus zum Einsatz.[2] Von dort lief das Boot unter dem Befehl von sieben verschiedenen Kommandanten zu 79 Feindfahrten aus. Auf den von UC 1 gelegten Minen sanken 38 Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von 59.088 BRT.[3] Allein 1916 gelang die Versenkung von 25 Schiffen mit 40.339 BRT, womit UC 1 das dritterfolgreichste Minen-U-Boot in diesem Jahr war.[4] 1915 sanken elf Handelsschiffe mit 10.028 BRT auf den von UC 1 gelegten Minen, zwei weitere mit 8.721 BRT im Jahr 1917.[5] Dazu kamen insgesamt vier Kriegsschiffe mit zusammen 2.073 t Verdrängung. Dies waren der britische Zerstörer Lightning (355 t, gesunken am 30. Juni 1915), das französische Torpedoboot 317 (98 t, gesunken am 28. Dezember 1916) und die britischen Minensuchboote Kempton und Redcar (je 810 t, gesunken am 24. Juni 1917).[6]

Am 18. Juli 1917 lief UC 1 aus Zeebrügge aus, um vor Calais Minen zu legen. Seit diesem Tag ist das Boot samt seiner 17-köpfigen Besatzung[7] verschollen. Vermutlich geriet es vor Nieuwpoort auf eine aus 150 Minen bestehende Sperre, die am 14. Juli von den Briten gelegt worden war.[8] Mit insgesamt 79 Feindfahrten war UC 1 nach UC 6 (90) und UC 10 (83) das Boot mit den meisten Einsätzen.[9]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gröner, Erich / Dieter Jung / Martin Maass: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Band 3: U-Boote, Hilfskreuzer, Minenschiffe, Netzleger und Sperrbrecher, Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1985, ISBN 3-7637-4802-4.
  •  Herzog, Bodo: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller Verlag, Erlangen 1993, ISBN 3-86070-036-7 (Genehmigte Lizenzausgabe Bernard & Graefe Verlag Bonn).
  •  Kemp, Paul: Die deutschen und österreichischen U-Boot-Verluste in beiden Weltkriegen. Urbes Verlag, Gräfeling 1998, ISBN 3-924896-43-7.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Gröner, Die deutschen Kriegsschiffe, S. 57.
  2. Herzog, Deutsche U-Boote, S. 139f.
  3. Herzog, Deutsche U-Boote, S. 61.
  4. Herzog, Deutsche U-Boote, S. 106.
  5. Herzog, Deutsche U-Boote, S. 104.
  6. Herzog, Deutsche U-Boote, S. 121.
  7. Die Standardbesatzung betrug 15 Mann, vgl. Gröner, Die deutschen Kriegsschiffe, S. 57.
  8. Kemp, U-Boot-Verluste, S. 30.
  9. Herzog, Deutsche U-Boote, S. 123–126.