Calais
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| Calais | ||
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| Region | Nord-Pas-de-Calais | |
| Département | Pas-de-Calais | |
| Arrondissement | Calais | |
| Kanton | Hauptort von 4 Kantonen | |
| Koordinaten | 50° 57′ N, 1° 52′ O50.9527777777781.85888888888895Koordinaten: 50° 57′ N, 1° 52′ O | |
| Höhe | 5 m (0–18 m) | |
| Fläche | 33,50 km² | |
| Einwohner | 74.888 (2006) | |
| Bevölkerungsdichte | 2.235 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 62100 | |
| INSEE-Code | 62193 | |
| Website | www.mairie-calais.fr | |
Calais [kaˈlɛ] (niederländisch Kales; deutsch veraltet Kalen) ist eine Hafenstadt im Norden Frankreichs.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Calais liegt an der französischen Küste am Ärmelkanal (frz. la Manche), nur 34 km von der Südküste Englands entfernt. Bei guter Sicht kann man die Kreidefelsen von Dover erkennen. Der Ort ist die größte Stadt, aber nicht Präfektur des Départements 62, Pas-de-Calais und neben Boulogne der wichtigste Hafen für den Schiffsverkehr mit England. In der Nähe liegt das französische Portal zum Eurotunnel in Coquelles/Sangatte. Calais ist Mittelpunkt der Tourismus-Region Opalküste (frz. Côte d'Opale). Der Kernbereich der Stadt unterteilt sich in den Altstadtbereich innerhalb der alten Stadtbefestigung, sowie den jüngeren Vorort St. Pierre, welche durch einen Boulevard verbunden sind.
[Bearbeiten] Geschichte
Zu Beginn des 100-jährigen Krieges wurde Calais 1346–1347 von König Eduard III. von England belagert – Belagerung von Calais (1346) – und schließlich eingenommen. Es galt als Brückenkopf für die englische Wollwirtschaft auf dem Kontinent.
Am 7. Januar 1558 gelangte Calais aus dem englischen, ursprünglich normannischen Besitz in den französischen. Calais war die letzte mit dem Festland verbundene Bastion Englands.
1885 wurden Calais und St. Pierre zu einer Stadt vereint.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Calais zuerst von der Luftwaffe (deutsche Wehrmacht) und später von den Alliierten bombardiert. Das bereits zurückeroberte Calais erlitt im Februar 1945 zusätzlich ein schweres irrtümliches Bombardement, als britische Bomberpiloten eigentlich Dünkirchen bombardieren wollten, das noch von der Wehrmacht gehalten wurde. Ein Wiederaufbau der historischen Innenstadt von Calais hat in nennenswertem Maße nicht stattgefunden.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Museen
Musée des Beaux-Arts et de la Dentelle: Ausstellung zur Stadtgeschichte.
Das Musée de la Seconde Guerre Mondiale (Kriegsmuseum) liegt dem Rathaus gegenüber und hat Exponate zur Zeit der Besetzung 1940–1944.
[Bearbeiten] Bauwerke
Auf dem Platz vor dem Rathaus steht das Denkmal Les Bourgeois de Calais („Die Bürger von Calais“) von Auguste Rodin. Es wurde 1895 errichtet. Das historische Rathaus selbst wurde von 1910 bis 1922 im Stil der flämischen Renaissance erbaut. Der Belfried (Glockenturm) des Rathauses zählt wie auch der in der Altstadt stehende Tour de Guet mit 21 weiteren Belfrieden der nordfranzösischen Region zum Weltkulturerbe.
Der Tour de Guet ist 38 Meter hoch und geht auf einen Befestigungsturm des 13. Jahrhunderts zurück. Er diente in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowohl als optischer Telegraf, wie auch als Leuchtturm.
Einen guten Blick auf den Hafen bietet der 50 Meter hohe um 1848 erbaute Leuchtturm (frz. Phare).
Ungewöhnlich ist der Baukomplex der Kirche Notre Dame (13.–15. Jh.), vor allem auf seiner Südseite. Das südliche Querschiff und eine sich an das südliche Langhaus anschließende Zisterne verleihen dem Bau einen festungshaften Charakter und verdeutlichen die exponierte Stellung von Calais als englischer Brückenkopf für zwei Jahrhunderte. Am 23. September 1944 wurde sie versehentlich von den Alliierten eine Woche vor der Befreiung der Stadt bombardiert.
Das historische Theatergebäude steht am Boulevard de Jacquard.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Calais verzeichnet als Hafenstadt und Ausgangspunkt zu Kanalüberquerungen jährlich 30 Millionen Durchreisende. In den letzten Jahrzehnten sind viele Arbeitsplätze in den Bereichen Fischerei, Textilindustrie und Schifffahrt verloren gegangen. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 15 % mit allen daraus resultierenden Nebenwirkungen. Durch Touristen aus England, den booze cruisers, die billig Alkohol und Zigaretten kaufen, profitiert der Tunnel-Terminal bei Sangatte, ein riesiger Einkaufskomplex neben dem Eurotunnel.
[Bearbeiten] Verkehr
Calais ist der zweitgrößte Passagierhafen Europas, nach Dover. Der Seehafen liegt im Norden der Stadt an der Straße von Dover. Die meisten der täglich 60 Fährverbindungen der Reedereien SeaFrance und P&O verbinden Calais mit Dover. 1,7 Mio. LKW setzen hier jährlich über. Die Reederei SeaFrance ist der größte Arbeitgeber der Stadt.
Ab 1972 bestand zudem eine Hovercraft-Verbindung nach Dover, die von der Reederei Hoverspeed betrieben wurde. Die Hovercrafts verkehrten vom Hoverport Calais, östlich des Haupthafens, und benötigten etwa 30 Minuten für die Überfahrt. Sie wurden im Jahr 2000 durch Katamarane ersetzt, deren Betrieb im November 2005 aufgrund des Konkurses der Reederei Hoverspeed eingestellt wurde.
Die Autobahn A 26 verbindet Calais mit Paris (295 km). Südöstlich der Stadt kreuzt die A 26 die Küstenautobahn A 16, die im Westen nach Boulogne-sur-Mer (36 km) und im Osten nach Belgien führt.
[Bearbeiten] Partnerschaften
Duisburg, Nordrhein-Westfalen, Deutschland, seit 1964
Wismar, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland, seit 1971
Dover, England, Vereinigtes Königreich, seit 1973
Riga, Lettland, seit 1976
Brăila, Rumänien, seit 2002
Bardejov/Bartfeld, Slowakei, seit 2002
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Joseph Crèvecoeur, Komponist
- Gérard Debreu, Nobelpreisträger (Wirtschaft)
- Ida Gotkovsky, französische Komponistin und Pianistin
- Raymond Lefèvre, französischer Orchesterleiter und Komponist
- Didier Lockwood, französischer Jazz-Geiger und Komponist
- Yvonne Vendroux, Frau von Charles de Gaulle
[Bearbeiten] Weblinks
- calais.fr Offizielle Seite (frz.)
- calais-port.com Offizielle Seite des Hafens
- pas-de-calais.com Regionale Tourismus-Seite