Sapieha

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Wappen des Fürstenhauses Sapieha
Semen Sopiha
Lew Sapieha

Sapieha (litauisch Sapiegos, weißrussisch und ukrainisch Сапега / Sapjeha) ist der Name eines bedeutenden polnisch-litauischen Hochadelsgeschlechts ruthenischer Herkunft. Die Familie Sapieha hatte einen erblichen Sitz im österreichischen Herrenhaus während der k.u.k. Monarchie.

Geschichte[Bearbeiten]

Als erster Vertreter des Geschlechts wird Semen Sopiha von 1441 bis 1449 als Schreiber des litauischen Großfürsts Kasimir IV. Andreas genannt. Er hatte zwei Söhne, Bohdan und Iwan.

Der Begründer von Macht und Einfluss der Familie war Lew Sapieha (1557–1633), Großkanzler und Großhetman Litauens. Im Jahre 1700 wurde Michał Franciszek Sapieha von Kaiser Leopold I. in den Reichsfürstenstand des Heiligen Römischen Reiches erhoben, jedoch erlosch der Titel bereits mit seinem Tod im selben Jahr und die Familie verlor ihren Einfluss im Großfürstentum Litauen, nachdem sie im Verlauf des litauischen Bürgerkriegs die Opposition gegen August den Starken angeführt hatte und in der Schlacht bei Olkieniki am 18. November 1700 besiegt worden war. An Stelle der Sapieha übernahm Karol Radziwiłł aus dem rivalisierenden Fürstenhaus Radziwiłł die Macht.

1768 erlangten mehrere Familienmitglieder die Anerkennung des Fürstentitels durch den polnischen Sejm. 1824, nach den polnischen Teilungen, erschien die Familie auf der Liste der fürstlichen Titelträger im russisch dominierten Königreich Polen. Der Fürstenstand erlangte Anerkennung im Kaisertum Österreich (1836 und 1840) und im Russischen Kaiserreich (1874 und 1901) mit dem Prädikat Durchlaucht.

Die Großmutter mütterlicherseits der heutigen Königin Mathilde von Belgien war eine geborene Prinzessin Sapieha.

Vertreter[Bearbeiten]

Namhafte Vertreter dieses Adelsgeschlechts waren:

Besitzungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sapieha family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien