Sapropel

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Sapropel (Betonung auf letzter Silbe: [zaproˑˈpeːl][1]) oder Faulschlamm (altgriechisch σαπρός sapros „faul“, „verfault“) entsteht unter natürlichen Bedingungen in nährstoffreichen Gewässern und Sümpfen, wenn organisches Material bei Abwesenheit von Sauerstoff biochemisch umgewandelt wird. Es bilden sich feinkörnige Massen, die durch aus H2S entstandene Metallsulfide grau bis tiefschwarz gefärbt sind. Faulschlämme können sich verfestigen und so ein Gestein bilden, den Sapropelit, das aufgrund des relativ geringen Anteils organischen Materials zu den Akaustobiolithen, den nicht-brennbaren organogenen Sedimentgesteinen (Biolithen), zählt.

Beispiele[Bearbeiten]

Ein Beispiel ist die durch ihren Reichtum an außergewöhnlich gut erhaltenen Fossilien aus dem Eozän weltbekannte Grube Messel in der Nähe von Darmstadt. Der Mangel an gelöstem Sauerstoff am Gewässergrund und fehlende Strömung sorgten dafür, dass die Körper toter Tiere während der Einbettung in das Sediment nicht durch die Wühltätigkeit der Bodenbewohner (Benthos) in ihrer Einbettungsposition gestört wurden.

Bei einer schlechten Durchmischung und eingeschränktem Austausch des Bodenwassers, wie es bei weitgehend isolierten Sedimentbecken vorkommen kann, entsteht ein sauerstofffreies und reduzierendes (euxinisches) Milieu. Auch hier bildet sich Faulschlamm, der nach seiner Verfestigung zu Sedimentgestein als Schwarztonstein oder Schwarzpelit bezeichnet wird. Euxinische Bedingungen existieren heute am Boden des Schwarzen Meeres und in tieferen Bereichen der Ostsee. Für die dunkle Färbung sorgen fein verteilter Kohlenstoff und Eisensulfide, vor allem Pyrit. Zudem können Schwarzschiefer mit wertvollen Metallen, beispielsweise Kupfer, Uran und Vanadium, angereichert sein.

Beispiele für bedeutende Vorkommen von Schwarzpeliten sind der lokal erzreiche Kupferschiefer des Oberperms von Mitteleuropa (Zechstein), die devonischen Schwarzschiefer der deutschen Mittelgebirge (u.a. der Dachschiefer der Eifel) und der für seine einzigartigen Fossilien bekannte Posidonienschiefer aus dem deutschen Unterjura.

Sapropelkohle[Bearbeiten]

Wenn organisches Material weitgehend frei von anorganischem Gesteinsmaterial bleibt, wird es unter entsprechenden Bedingungen zu Kohle. Sapropel- bzw. Faulschlammkohle entsteht im Randbereich einer Humuskohle, wo die Bildungsbedingungen nicht mehr optimal sind und daher der Inkohlungsgrad gering ist. Aus diesem Grund sind die ursprünglichen Bestandteile gut zu erkennen. Besteht die Sapropelkohle aus Pflanzensporen, wird sie als Cannelkohle, auch Kannel- oder Kännelkohle (von engl.: candle = Kerze) bezeichnet, dominiert der Algenanteil, spricht man von Bogheadkohle. Ist sie sehr feingeschichtet und lässt sich in dünne Blätter ledriger Konsistenz spalten, spricht man auch von Blätterkohle, Papierkohle oder Dysodil. Durch ihren Gehalt an flüchtigen bituminösen Anteilen ist Sapropelkohle leicht entzündlich und wird darum zu den Kaustobiolithen, den brennbaren organischen Sedimentgesteinen (Biolithen) gezählt.

Sapropelkohle ist recht weich und eignet sich zum Schnitzen von Figuren, wobei traditionelle Schnitzereien zumeist bergbauliche Motive zeigen.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Duden online: Sapropel
  2. Objekte aus Kennelkohle

Weblinks[Bearbeiten]