Scall
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Scall ist die Bezeichnung für ein System des Funkrufs mit Textnachrichten, genannt Pager. Es erfreute sich Mitte der 1990er Jahre einer gewissen Beliebtheit, als Telefonieren über Mobilfunk noch nicht verbreitet war. Neben dem Scall-Dienst, der wie anfangs auch Cityruf von der Deutschen Telekom betrieben wurde, existierten ähnliche Dienste von Miniruf GmbH (Quix) und Deutsche Funkruf GmbH (TeLMI).
Die Zielgruppe waren Jugendliche (der Kunde wurde in den Betriebsanleitungen geduzt). Zu jedem Scall-Empfänger gehörte eine kostenpflichtige Telefonnummer mit der Vorwahl 01681. Auf das Einsteigermodell Scall XS konnte der Anrufer über Tasten- oder Spracheingabe lediglich die Ziffern 0-9 übertragen (die Rautetaste erzeugte einen Bindestrich). Später wurde für jeden Scallempfänger auch eine Voicebox, also eine Art Anrufbeantworter, der über das Festnetz zu erreichen war, eingerichtet. Zudem war es in den letzten Jahren möglich, über die Betreffzeile einer E-Mail an Empfängernummer@scall.de kostenlos Ziffernfolgen zu versenden.
Die Modelle Scall XT und Scall XTS erlaubten das Empfangen von alphanumerischen Nachrichten, ähnlich den Diensten Cityruf, TelMI (mit Empfängern TelMI Top und TelMI Pro), Quix und Skyper.
Ein Scall XT kostete im August 1997 DM 139, die Swatch-Uhr mit eingebautem Scall-Empfänger (Swatch the Beep) ca. DM 200. Nachteilig war, dass Meldungen offiziell nur in einem Radius von 25 km (oft waren aber die realen Reichweiten deutlich größer) um den angegebenen Wohnort zu empfangen waren. Wollte ein Nutzer an einem anderen Standort Nachrichten empfangen, musste er über eine kostenpflichtige Telefonnummer die entsprechende Postleitzahl eingeben. Außerhalb des aktuell angemeldeten Bereichs war das Gerät nutzlos. In den letzten Jahren konnte man die Postleitzahländerung alternativ auch kostenlos über eine Webseite vornehmen.
Im Jahr 2000 wurde der Scall-Dienst zusammen mit dem Cityruf-Dienst und Skyper an die Firma eMessage verkauft. Diese stellte als letzter Betreiber den Service Scall Mitte 2002 ein. Die noch zahlreich vorhandenen Scall-Empfänger sind seitdem aber nur zum Teil nutzlos, ein großer Teil der Scall-Pager lassen sich heute noch statt mit Scall bei eCityruf im Cityruf-System betreiben. Dazu muss die Ruf-ID mit einer "1" beginnen. Ebenso können Funkamateure die sog. Pager zu Empfängern umbauen, um auf Frequenzen des 70 cm-Bandes diese Geräte im Amateurfunknetz zu verwenden.

