Schäferpfeife

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Schäferpfeife in G/C

Die Schäferpfeife ist die typisch deutsche Bauform der Sackpfeife. Sie zeichnet sich durch die zwei nach vorn gerichteten Bordune aus, welche zusammen in einem Stock untergebracht sind und ein Quintintervall bilden: M. Praetorius beschreibt ein Intervall von b-f' (Grundton der Spielpfeife: f'),

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diese Angaben sind jedoch wahrscheinlich nicht akkurat, da die Stimmungsangaben zu den einzelnen Sackpfeifen im Syntagma Musicum sehr fragwürdig sind. In diesem speziellen Fall müsste die Bordunstimmung eine Oktave tiefer angegeben sein, um den zeitgenössischen Abbildungen gerecht zu werden. Die originale Bauweise der Schäferpfeife ist äußerst schlecht dokumentiert - lediglich ein einziges Originalinstrument ist in der Wiener Hofburg erhalten, der Zugang zu diesem ist aber durch die Besitzer fast unmöglich gemacht. In der Vergangenheit erstellte Pläne dieses Instruments weisen aber bedeutende Konstruktionsunterschiede der Spielpfeife im Vergleich mit heutigen Nachbauten auf. Das Wiener Instrument dürfte jedenfalls (gemessen an den Bordunpfeifen) im Plagalmodus auf B (460 Hz) gestanden sein, womit es den Angaben Praetorius' im Wesentlichen entspricht.

Auch in Bezug auf das von Praetorius beschriebene fehlende Daumenloch stimmt das Wiener Instrument mit seinen Beschreibungen überein. Durch diese Bauweise kann mit einem geeigneten Rohrblatt eine reine Quinte für die Skala (also der überblasene Sechsfingerton) erreicht werden, die Quarte intoniert damit aber als Viertelton, vergleichbar dem Fa des Alphorns. Diese auf der Naturtonskala aufbauende Musizierpraxis war scheinbar damals populär (vgl. auch das "Kühhorn" des Mönchs von Salzburg), wie auch heute noch in Teilen der Schweiz, Polens und der Slowakei.

Die flämische Form des Dudelsacks wird oft auch Schäferpfeife genannt, nicht zuletzt weil sie ein der Prätorius-Schäferpfeife sehr ähnliches Aussehen besitzt. Hier sind die Bordune entweder im Quint- oder im Oktavabstand gestimmt, die Spielpfeifenmensur und Griffweise wird heute nahezu immer von der französischen Cornemuse du Centre übernommen, da sich diese als sehr stabil im Ton und umfangreich im Tonumfang (1½ Oktaven) erwiesen hat. Häufig ist die sogenannte G/C-Stimmung, d. h. Bordunpfeifen in G und g, Melodiepfeife (f')g' - c'''. Es existieren auch Schäferpfeifen im flämischen Stil mit drei Bordunen, hier sind dann sowohl Quint- als auch Oktavintervalle mit demselben Instrument möglich, ebenso gibt es Schäferpfeifen mit über der Schulter liegenden Bordungruppen.