Schafskälte

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Die Schafskälte ist eine meteorologische Singularität. In vielen Jahren gibt es um den 11. Juni (zwischen dem 4. und 20. Juni) einen Kälteeinbruch nach Mitteleuropa, speziell in Deutschland. Aus dem Nordwesten strömt kühle und feuchte Luft, die Temperatur sinkt dann stark ab, um 5 bis 10 Grad.

Den Namen trägt diese Wetterlage nach den Schafen, die traditionell bis dahin bereits geschoren wurden und denen der Kälteeinbruch dann durchaus bedrohlich werden kann[1].

Die Ursache der Schafskälte ist, ähnlich wie bei den Eisheiligen, die unterschiedlich schnelle Erwärmung von Landmassen und Meerwasser. Während das Land im Juni bereits stark erwärmt ist, ist das Meer aufgrund der hohen Wärmekapazität des Wassers noch relativ kalt. Das über Europa entstehende Tiefdruckgebiet führt dann von West bis Nordwest Kaltluft polaren Ursprungs heran. Das bedeutet, dass mit der Schafskälte auch eine Drehung der vorherrschenden Windrichtung von Südwest auf Nordwest verbunden ist. Aufgrund ähnlicher Umstellungen der großräumigen Luftdruckverteilung über dem Indischen Subkontinent wird die Schafskälte auch als „europäischer Sommermonsun“ bezeichnet.

Die Wetterlage trat zumindest in der Vergangenheit mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit ein. Flohn und Hess[2] werteten die Jahre 1881 bis 1947 aus und kamen auf eine Trefferwahrscheinlichkeit von 89 %.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Richard Scherhag, Wilhelm Lauer: Klimatologie. Verlag Höller und Zwick, Braunschweig 1985 (Das Geographische Seminar), S. 91.
  2. Flohn und Hess, in: Meteorologische Rundschau. Stuttgart 2.1949, S. 258. ISSN 0026-1211

[Bearbeiten] Literatur

  • Horst Malberg: Bauernregeln – Aus meteorologischer Sicht. Springer, Berlin 2003. ISBN 3-540-00673-7

[Bearbeiten] Weblinks

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