Schloss Pyrmont

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eingang zur Festung und zum Schloss
Das Schloss um 1900

Das Schloss Pyrmont war Residenz beziehungsweise Sommerresidenz der Grafen von Spiegelberg und der Grafen von Waldeck-Pyrmont im heutigen Bad Pyrmont. Der bestehende Bau stammt aus dem 18. Jahrhundert. Heute beherbergt er ein Museum. Das Schloss ist Teil der Festung Pyrmont aus dem 16. Jahrhundert.

Geschichte[Bearbeiten]

Seit 1526 wurde im Tal von Pyrmont mit dem Bau einer Festung begonnen. Auftraggeber waren die Grafen von Spiegelberg als Landesherren der Grafschaft Pyrmont. Die Festung bestand aus Gräften, Wällen, Kasematten und einer Eckbastion. Dazu gehörte neben weiteren Gebäuden auch im südwestlichen Bereich ein erster Schlossbau. Dieser entstand unter Friedrich VI. von Spiegelberg. Dessen Sohn Philipp ließ das Schloss wieder abbrechen und stattdessen zwischen 1557 und 1562 einen neuen, dreigeschossigen Bau im Stil der Weserrenaissance errichten. Vor der Vollendung starb Philipp, vollendet wurde der Bau durch den Ehemann seiner Schwester Hermann Simon von Lippe.

Die Festung Pyrmont war so stark, dass sie einige Belagerungen während des Dreißigjährigen Krieges überstand. Dennoch wurde das Schloss beschädigt. Außerdem wurde es in der Folgezeit vernachlässigt und begann zu verfallen. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts wurden die Reste abgebrochen. Graf Anton Ulrich von Waldeck-Pyrmont ließ vom Baumeister Korb stattdessen in den Jahren zwischen 1706 bis 1710 ein neues Schloss im Stil des Barock errichten.

Der Triumph Hermanns nach seinem Sieg über Varus, Ölgemälde (1758) von J.H. Tischbein im Schlossmuseum

Der Architekt Julius Ludwig Rothweil gestaltete seit 1721 die Anlage um. Es wurden ein Kommandantenhaus, einige Kavaliershäuser und ein Magazingebäude erbaut. Die Festungsanlagen wurden instandgesetzt. Hinzu kam die Umgestaltung der Gärten im Barockstil. Weitere Veränderungen folgten ab 1765 unter dem Baudirektor Franz Friedrich Rothweil. In den Jahren zwischen 1852 und 1855 wurden einige Bauten aufgestockt.

Seit 1956 gehörten Festung und Schloss dem Land Niedersachsen. In den 1980er Jahren wurde die Anlage saniert. Heute beherbergt das Schloss ein Museum für die Geschichte der Stadt Pyrmont und des Heilbades. Hinzu kommen Wechselausstellungen. Außerdem wird die Schlossanlage auch für verschiedene Veranstaltungen genutzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Härtel: Schloß Pyrmont (Große Baudenkmäler, Heft 171). 2. Auflage, München/Berlin 1972
  • Karl Theodor Menke: Pyrmont und seine Umgebung. 2. Auflage. Hameln und Pyrmont 1840, S.128–134 (Digitalisat).
  • Titus Malms: "Belgische NS-Exilregierung im Schloss Pyrmont", Deister- und Weserzeitung, Hameln, 13. August 2005

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Pyrmont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.9835555555569.2483611111111Koordinaten: 51° 59′ 1″ N, 9° 14′ 54″ O