Schwarzes Theater

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Unter Schwarzem Theater versteht man eine besondere Darbietungsform des Theaterspiels. Seine Wurzeln liegen im japanischen Puppenspiel, dem Bunraku.

Die technischen Voraussetzungen für Schwarzes Theater sind eine mit schwarzem Samt ausgeschlagene Bühne und ebenso vermummte Spieler. Dadurch, dass schwarz gekleidete Spieler vor schwarzem Hintergrund spielen, können sie unsichtbar bleiben.

In einer scharf abgegrenzten Lichtgasse werden von ihnen Objekte und Puppen so geführt, dass diese sich frei im Raum bewegen und nicht mehr an einen Ort gebunden sind. So lassen sich erstaunliche Illusionen erzeugen: Sterne tauchen aus dem Dunkel auf, ein Zirkel tanzt Ballett und Puppen bewegen sich scheinbar selbstständig über die Bühne. Häufig ist bei dem Schwarzen Theater auch ein Zusammenspiel der Objekte mit lebenden Darstellern, Pantomimen etc., zu finden. Als Effekt kann zusätzlich das Schwarzlicht (UV-Licht) eingesetzt werden, so dass weiße oder fluoreszierende Gegenstände leuchten (Schwarzlichttheater).

[Bearbeiten] Geschichte des Schwarzen Theaters

Der Varietézauberer Ben Ali Bey (Max Auzinger) nutzte 1885 erstmals das schwarze Kabinett, andere Magier, z. B. Omar Pascha, griffen die Idee auf und verbreiteten sie. George Lafaye, ein französischer Puppenspieler, übernahm die Technik 1959 für das Puppentheater und die Marionettenspieler Spejbl & Hurvinek brachten sie nach Prag. Das dortige Theater „Laterna Magica“" schließlich machte in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts das Schwarze Theater international bekannt.

In der Pädagogik fand das Schwarze Theater in Deutschland Anfang der 80er Jahre seinen Eingang durch die Arbeit des deutschen Choreographen und Pädagogen Rainer Pawelke. Dieser stellte 1980 innerhalb eines pädagogischen Sporttheaterprojektes das Schwarze Theater als Bühnenshow mit Jugendlichen und Studenten an der Universität Regensburg vor, an der er als Dozent in der Sportlehreausbildung tätig war. Unter dem Namen „Traumfabrik – ein poetisches Sporttheater“ wurde u. a. das Schwarze Theater als pädagogisches Projekt in mehreren Deutschlandtourneen und in Fernsehsendungen bekannt gemacht. Den entscheidenden Impuls für die Verbreitung des Schwarzen Theaters in Schule und Verein gab Rainer Pawelke dadurch, dass ein von ihm entwickeltes Workshop-Programm seit 1983 in ununterbrochener Reihenfolge bis heute bei der Internationalen Sportkultur-Akademie der Traumfabrik für Lehrer, Übungsleiter und andere Multiplikatoren angeboten wird. Sein Buch „Schwarzes Theater aus der Traumfabrik“ gilt bis heute als das pädagogische Standardwerk in diesem Bereich.

[Bearbeiten] Bekannte Gruppen

In Deutschland ist schwarzes Theater vor allem durch das 1967/68 in Prag gegründete "Black and Light Theater Velvets", mit heutigem Sitz in Wiesbaden vertreten.1958 haben Absolventen der DAMU (Akademie der Musischen Künste, Fakult.Theater) die erste Gruppe des Schwarzen Theaters gegründet. Von Anfang an feierte diese neue Theatergattung Erfolge in In-und Ausland. Wegen der Tatsache, dass diese Gruppe von 2 starken künstlerischen Persönlichkeiten geleitet wurde, spaltete sich diese Gruppe in zwei Schwarze Theater Prag. Das eine geleitet von Jiri Srnec, das andere von Hana Lamkova.Diese zwei Theater haben die Technik des Schwarzen Theaters noch bekannter gemacht und das von Edinburgh Festival bis Las Vegas Show. 1965 Hat auch das berühmte Theater Laterna Magica die Technik des Schwarzen Theaters in sein Geflecht von Filmprojektion, Multiscreen und live-Bühnenaktion integriert. Später entstanden weitere Gruppen, so z.B. Die VELVETS, das gezeichnete TheaterF.Kratochvil, u.a.

Im Laufe der Zeit haben jedoch praktisch alle noch existierende Gruppen ihre Arbeit immer mehr in Richtung Show, Unterhaltung, Technische Überraschungen u.ähnl. ausgerichtet. Nur VELVETS, Black & Light Theater widmen sich weiter abendfüllenden Theaterproduktionen im eigentlichen Sinne - von Bearbeitungen - St.Exupery, Franz Kafka, über eigene Stücke bis zu Opern wie Die Zauberflöte, Rusalka, Hoffmanns Erzählungen.

Die "Blackwits", die "Optical Figurenbühne" und die Schwarzen Theater Prag (Image Theater, BlackLight Theatre of Jiri Smec usw.) sind als weitere Beispiele aufzuführen.

[Bearbeiten] Weblinks

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