Schwimmanzug

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Ein Schwimmanzug ist eine im Schwimmsport benutzte Form des Badeanzugs. Material und Form erlauben sehr schnelles Schwimmen.

Schwimmanzüge liegen sehr eng am Körper an und bedecken ihn fast ganz. Die Oberfläche imitiert die Haut eines Hais und weist dadurch einen sehr geringen Strömungswiderstand auf.[1][2] Außerdem erhöhen die Anzüge den Auftrieb des Schwimmers im Wasser und halten den Sportler durch eingearbeitete elastische Bänder in einer strömungsgünstigen Lage.[3] So sorgte das 2008 eingeführte Modell LZR Racer des Sportartikelherstellers Speedo für viele neue Schwimmweltrekorde.[4]

Verbot[Bearbeiten]

Dubai Charter[Bearbeiten]

Nach Diskussionen über eine „Materialschlacht“ im Schwimmsport[3] und „technologisches Doping“[5] erließ der Weltschwimmverband FINA im März 2009 in der sogenannten Dubai Charter neue Regeln für Schwimmanzüge, die unter anderem folgende Beschränkungen enthalten:[6]

  • Schwimmanzüge dürfen nicht über Nacken, Schultern und Knöchel hinausgehen.
  • Die Dicke nach ISO-Standard 5084 darf einen Millimeter nicht überschreiten.
  • Der Auftrieb darf maximal ein Newton betragen (das entspricht der Gravitationskraft einer Masse von rund 100 Gramm).
  • Es darf nur ein Schwimmanzug getragen werden.
  • Alle Anzüge eines erlaubten Modells müssen identisch sein. Es darf keine Maßanfertigungen geben.
  • Es darf keine externe Stimulation geben (beispielsweise Abgabe chemischer Substanzen, Elektrostimulation).
  • Wasserundurchlässige Materialien dürfen nur für maximal 50 % der Fläche des Anzuges verwendet werden. (Diese Regel sollte ab dem 1. Januar 2010 gelten.)

Endgültiges Verbot[Bearbeiten]

Der Kongress der FINA beschloss während der Schwimm-WM am 28. Juli 2009, ab 2010 Schwimmanzüge der bisherigen Form ganz zu verbieten.[7]

Ab 2010 gelten folgende noch weiter zu verfeinernde Regeln:

  • Für Männer sind die Grenzen der Kleidung das Knie und der Nabel.
  • Für Frauen sind die Grenzen das Knie, die Schultern und der Nacken.
  • Das Material darf gewoben, gestrickt oder geflochten sein.
  • Die Materialdicke liegt bei max. 0,8 mm.
  • Auftrieb wird bis zu 0,5 Newton (50 g) erlaubt, wobei auch dieser Wert zukünftig gegen null gehen soll.
  • Das Material muss wasserdurchlässig sein und mindestens 80 Liter pro Quadratmeter in der Sekunde passieren lassen.
  • Reißverschlüsse oder andere Verschlusssysteme sind verboten.
  • Individuelle Modifikationen jeder Art sind ebenfalls verboten. Kein Tapen, aber auch kein Imprägnieren ist erlaubt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jan Beringer: Nanotechnologie in der Textilindustrie – aktuelle und zukünftige Entwicklungen. In: Nanotechnik. Moleküle – Materialien – Mikrosysteme. AT-Fachverlag, Nr. 4, August 2007 (pdf)
  2. Textiles Doping im Schwimmsport? auf scienceblogs.de
  3. a b Iris Gutierrez: Schwimmanzug-Streit. Neue Regeln, alte Probleme auf focus.de
  4. History. 2000's auf speedo.com
  5. Cai Tore Philippsen: Warum sind alle Schwimmer schnell - nur die Deutschen nicht?
  6. Dubai Charter on FINA requirements for swimwear approval; FINA Requirements for Swimwear Approval (PDF; 107 kB)
  7. PR59 – FINA BUREAU MEETING auf fina.org