Nike (Unternehmen)
| NIKE Inc. | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | US6541061031 |
| Gründung | 1972 |
| Sitz | Beaverton |
| Leitung | Philip Knight (Vorsitzender) Mark Parker (CEO & President) |
| Mitarbeiter | 38.000 (31. Mai 2011)[1] |
| Umsatz | 20,9 Mrd. US-$ (2011)[2] |
| Produkte | Sportartikel |
| Website | www.nike.com |
Nike Inc. (engl. [ˈnaɪkiː], angelehnt an gr. νίκη [níːkɛː] „Sieg“; bzw. „Nike, die Siegesgöttin“) ist ein 1972 gegründeter, international tätiger, US-amerikanischer Sportartikelanbieter. Firmensitz ist Beaverton im US-Bundesstaat Oregon. Nike ist seit 1989 weltweit führender Sportartikelanbieter.[3]
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Bill Bowerman, ein ehemaliger Sporttrainer an der University of Oregon in Eugene, gründete im Juni 1964 das Unternehmen Blue Ribbon Sports, gemeinsam mit Phil Knight. Die Firma vertrieb zunächst Sportschuhe der Marke Onitsuka Tiger (heute: Asics), ehe sie selbst 1971 unter dem Namen Nike (Name der griechischen Göttin des Sieges) Schuhe herstellte, die leichter waren und profiliertere Sohlen hatten als die üblichen amerikanischen.[4] 1972 erschien die erste selbst produzierte Kollektion.[5]
Der kommerzielle Erfolg Nikes war mit der Bindung an erfolgreiche Sportler verknüpft. Das Unternehmen rüstete Steve Prefontaine aus, der bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München auf 5000 Meter den vierten Platz erreichte. Er machte Nike-Schuhe auch bei anderen Läufern bekannt.[6] 1978 begann Nike mit dem Verkauf von Schuhen in Europa.
Im Jahr 1984 nahm Nike den (damals noch) Basketball-Rookie Michael Jordan unter Vertrag. Gemeinsam entwarfen sie eigene Kollektionen. Im ersten Jahr der Zusammenarbeit generierte Nike 130 Millionen US-Dollar mit der Marke Air Jordan. Insgesamt soll Jordan dem Unternehmen etwa 2,6 Milliarden US-Dollar Umsatz gebracht haben.[7]
Nike erlangte 1989 die weltweit führende Position als Sportartikelanbieter, die es bis heute inne hält.[8]
Im Jahr 1994 wurden die Fußballweltmeister aus Brasilien verpflichtet. 1995 übernahm Nike den kanadischen Eishockeyausrüster Canstar für 395 Millionen US-Dollar, darunter die Marke Bauer. 1996 folgte mit dem damals noch wenig bekannten Golfspieler Tiger Woods der nächste Coup nach Michael Jordan. Für fünf Millionen US-Dollar pro Jahr wurde Nike der Ausrüster des späteren Golfstars. Später wurde der Profi-Radrennfahrer und Triathlet Lance Armstrong für das Unternehmen gewonnen.[9][10]
Im September 2003 übernahm Nike die Marke Converse für 305 Millionen US-Dollar.[11]
Knight trat 2004 als Vorstand ab, sein Nachfolger wurde William D. Perez. Im Januar 2006 wurde Perez von Mark Parker abgelöst.
Mit der Kampagne „Stand up, speak up!“ („Steht auf, erhebt eure Stimme!“) wirbt Nike seit Februar 2005 gegen Rassismus und setzt sich für mehr Toleranz und Akzeptanz in europäischen Fußballstadien ein.
Im April 2008 wurde die Eishockeysparte Nikebauer an eine Investorengruppe aus Kohlberg & Company und dem kanadischen Geschäftsmann W. Graeme Roustan verkauft. Der Verkaufspreis wurde mit 200 Millionen US-Dollar angegeben.[12]
Zudem ist Nike seit 2012 Hauptsponser der NFL (die US-amerikanische Profiliga im American Football).
Logo [Bearbeiten]
Die Grafikdesign-Studentin Carolyn Davidson entwarf für rund 35 US-Dollar das Logo, den sogenannten Swoosh; heute ist dieser „Nike-Haken“ eines der bekanntesten Markenzeichen der Welt.
Produkte [Bearbeiten]
Schuhe [Bearbeiten]
Bei der Gründung der Firma Nike im Jahr 1972 ging es anfangs nur um die Herstellung und den Vertrieb von Sportschuhen. Die Marke ist heute immer noch am meisten durch ihre verschiedenen, meist auch auffälligen Schuhmodelle bekannt; dieses Schuhsortiment beinhaltet heute unter anderem auch Sneakers und verschiedene Laufschuhe in zahlreichen Farben und Variationen.
Sportbekleidung [Bearbeiten]
Im Laufe der Jahre wurden viele weitere Sportartikel ins Nike-Sortiment aufgenommen. Diese Artikel sind unter anderem: Shorts, Stirn- und Armbänder, Hoodies und Sweatshirts, Jacken und Westen, Jerseys, Laufhosen bzw. Turn- und Trainigshosen, T-Shirts und Poloshirts.
Sport-Accessoires [Bearbeiten]
Des Weiteren gibt es zahlreiche Sport-Accessoires, Sport-Ausrüstungs und -Zubehörartikel von Nike. Diese sind unter anderem: Taschen und Rucksäcke, Hüte und Kappen, Tennis-, Basket- und Fussbälle, Schienbeinschoner, Socken, Handschuhe, Handtücher, Uhren.
Das hier aufgezählte Sortiment der Sportartikel von Nike stellt nur einen groben Überblick dar, es ist daher keinesfalls vollständig und wird ständig erweitert. (Stand: 2013)
Kaufhaus [Bearbeiten]
Unter dem Namen Niketown eröffnete Nike 14 Kaufhäuser in den USA, Großbritannien, Frankreich und in Deutschland. Das erste Niketown wurde 1990 in Portland eröffnet. Das 1996 in Manhattan eröffnete Niketown ist das Aushängeschild von Nike. Seit 1999 gibt es in Berlin-Charlottenburg das erste deutsche Niketown.
Nike Barbershop [Bearbeiten]
Im Juni 2012 begann Nike ein neues Werbekonzept mit dem Nike Barber Shop, einem Friseursalon im Stil der 1920er Jahre. Die Salons öffneten gleichzeitig in Buenos Aires, Mailand, Madrid, Mexico City, Moskau und Paris. Der Pariser Barber Shop ist in der Cremerie de Paris und auf einen Monat beschränkt,[13][14] – für diesen „Pop-Up-Laden“ wurde ein Werbevideo mit dem Fußballer Mario Balotelli gedreht.[15]
Kritik [Bearbeiten]
Das Unternehmen wird u. a. im Schwarzbuch Markenfirmen der Ausbeutung, Kinderarbeit und anderer Missstände in Zulieferbetrieben bezichtigt.[16] Auch der US-amerikanische Filmemacher Michael Moore kritisiert das Unternehmen im Dokumentarfilm Der große Macher. Höhepunkt ist das sehr an Moores früheren Film Roger & Me erinnernde Gespräch zwischen Michael Moore und dem Nike-Vorstandsvorsitzenden Phil Knight über die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Phil Knight behauptet, dass in den USA keiner mehr Schuhe für Nike nähen wolle, er aber über die Errichtung neuer Werke in Amerika nachdenken würde, fänden sich genug Arbeitswillige. Daraufhin präsentiert Moore ihm hunderte Leute, die sofort bei Nike genau diesen Job übernehmen würden. Trotzdem lenkt Knight nicht ein und am Ende einigen sich Moore und Knight auf eine Spende für einen guten Zweck. Nike hatte zuvor einen Großteil seiner Schuhproduktion nach Indonesien ausgelagert, die dort teilweise von Kindern für 19 US-Cent pro Stunde Arbeitslohn gefertigt werden.[17]
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Annual Report 2011 (englisch; PDF; 450 kB)
- ↑ Annual Report 2011 (englisch; PDF; 450 kB)
- ↑ Nikebiz: Unternehmenseigene Geschichtsdarstellung – 1980er Jahre (englisch)
- ↑ Charles Panati: Universalgeschichte der ganz gewöhnlichen Dinge, Frankfurt 1994, S. 233 f.
- ↑ Nikebiz: Unternehmenseigene Geschichtsdarstellung – 1950er Jahre (englisch)
- ↑ Nikebiz: Unternehmenseigene Geschichtsdarstellung – 1970er Jahre (englisch)
- ↑ CNN Money.com: The “Jordan Effect” The world’s greatest basketball player is also one of its great brands. What is his impact on the economy?, 22nd June 1998 (englisch)
- ↑ Nikebiz: Unternehmenseigene Geschichtsdarstellung – 1980er Jahre (englisch)
- ↑ Nikebiz: Unternehmenseigene Geschichtsdarstellung – 1990er Jahre (englisch)
- ↑ Answers.com: Canstar Sports Inc. (englisch)
- ↑ Zubin Jelveh (portfolie.com): Just Buy It (englisch)
- ↑ Nikebiz: Nike Completes Sale of Bauer Hockey!, 17th April 2008 (englisch)
- ↑ [1] Eröffnung des Nike Barbershop in der Cremerie de Paris
- ↑ [2] Entstehen des Nike Barbershop in der Cremerie de Paris
- ↑ [3] Nike Barbershop Video
- ↑ Klaus Werner sowie Hans Weiss: Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne (verschiedensprachig, u. a.: deutsch, englisch, französisch)
- ↑ Michael Moore (michaelmoore.com): Score one for ‘the big one’! – Nike Raises Minimum Age, 12th May 1998 (englisch)
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