Sebastian Mühlbauer

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Sebastian Mühlbauer (2009)

Sebastian Clemens Mühlbauer (* 10. Mai 1980 in Dachau) ist ein deutscher Physiker. Er arbeitet in der Grundlagenforschung der kondensierten Materie und beschäftigt sich mit Flussliniengittern in Supraleitern und komplexen magnetischen Strukturen. 2009 konnte Mühlbauer zusammen mit seinen Kollegen an der TU München und der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz den ersten experimentellen Nachweis eines magnetischen Skyrmionengitters in dem Metall Mangansilizium erbringen.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach dem Abitur am Josef-Effner-Gymnasium im Jahre 1999 studierte und promovierte Sebastian Mühlbauer am Physik-Department der TU München. Dabei lag sein Schwerpunkt auf Kleinwinkelneutronenstreuung (SANS) an supraleitenden und magnetischen Materialien. Während seiner Promotion bei Peter Böni gelang ihm mit den Professoren Christian Pfleiderer und Peter Böni (TU München) und anderen und in Zusammenarbeit mit dem Theoretiker Achim Rosch der erste experimentelle Nachweis eines Skyrmionengitters[1][2] in dem magnetischen Metall Mangansilizium. Die ursprüngliche Entdeckung gelang Mühlbauer im Rahmen seiner Dissertation eher durch Zufall (er sollte etwas ganz anderes messen, vergaß aber die Messanordnung umzubauen)[3]. Die 2009 veröffentlichte Arbeit inspirierte in der Folge viele weitere Veröffentlichungen, in denen Skyrmionengitter auch in anderen Materialklassen nachgewiesen wurden.[4][5][6] Nach dem Abschluss seiner Promotion arbeitete er für zwei Jahre als Postdoc an der ETH Zürich.

Seit 2012 ist Mühlbauer Instrumentverantwortlicher an der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz.

Weblinks zur Entdeckung des Skyrmionengitters in Mangansilizium[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Skyrmion Lattice in A Chiral Magnet. S. Mühlbauer, B. Binz, F. Jonietz, C. Pfleiderer, A Rosch, A. Neubauer, R. Georgii, and P. Böni. Science, 323:915–919 (2009). Abgerufen am 10. Mai 2012.
  2. Pressemitteilung der Forschungsneutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM2). Abgerufen am 10. Mai 2012.
  3. Pressemitteilung TU München, 2009
  4. Skyrmion lattice in the doped semiconductor Fe1−xCoxSi. Münzer et al., PRB 81, 041203 (2010). Abgerufen am 10. Mai 2012.
  5. Near room-temperature formation of a skyrmion crystal in thin-films of the helimagnet FeGe. Yu et al., Nature Materials 10, 106 (2011). Abgerufen am 10. Mai 2012.
  6. Spontaneous atomic-scale magnetic skyrmion lattice in two dimensions. Heinze et al., Nature Physics 7, 713 (2011). Abgerufen am 10. Mai 2012.