Sidetische Sprache

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Sidetisch
Zeitraum bis ins 2. Jh. v. Chr.

Ehemals gesprochen in

vormals in Anatolien
Linguistische
Klassifikation
Sprachcodes
ISO 639-1:

-

ISO 639-2:

ine (sonstige Indogermanische Sprachen)

ISO 639-3:

xsd

Das Sidetische war eine Sprache im antiken Südanatolien. Es wurde mindestens bis ins 2. Jahrhundert v. Chr. in der Stadt und wohl auch im Umland von Side in Pamphylien gesprochen. Die Sprache ist indogermanisch und den anatolischen Sprachen zuzurechnen und mit dem Luwischen verwandt.

Über das Sidetische berichtet Arrian in seiner Anabasis (I 26,4), dass man in Side eine Sprache spreche, die weder mit dem Griechischen noch mit den Sprachen des Umlands etwas gemein habe. Von Münzen des 3. und 4. Jahrhunderts ist außerdem bekannt, dass die Stadt eine eigene Schrift besaß, die vom griechischen Alphabet abgeleitet wurde. Wichtige Zeugnisse für die Sprache sind eine griechisch-sidetische Bilingue aus dem 2. Jahrhundert (eine Weihinschrift) sowie eine Bilingue aus dem 3. Jahrhundert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Brandenstein: Sprache und Schrift von Side. In: Minoica. Festschrift J. Sundwall. 1958, S. 80-91
  • Heiner Eichner: os-, eine sidetisch-lydische Wortgleichung? In: Kadmos 27, 1988, ISSN 0022-7498, S. 44-56
  • Karl Graf Lanckoronski: Städte Pamphyliens und Pisidiens. 2 Bände. Tempsky u. a., Wien u. a. 1890-1892.
  • Günter Neumann: Zur Entzifferung der sidetischen Inschriften. In: Kadmos 7, 1968, ISSN 0022-7498, S. 75-93
  • Günter Neumann: Die sidetische Schrift. In: Annali della Scuola Normale di Pisa, Classe di Lettere e Filosofia, Serie 3, Bd. 8, 1978, ISSN 0392-095X, S. 869-886.
  • Johannes Nollé: Side im Altertum. Geschichte und Zeugnisse. 2 Bände. Habelt, Bonn 1993-2001, Bd. 1: ISBN 3-7749-1932-1, Bd. 2: ISBN 3-7749-2964-5, (Inschriften griechischer Städte aus Kleinasien 43-44).

Weblinks[Bearbeiten]