Siegfried Gottwald

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Siegfried Johannes Gottwald (* 30. März 1943 in Limbach) ist ein deutscher Mathematiker, Logiker und Wissenschaftshistoriker, der vor allem durch seine Beiträge zur Mengenlehre und Logik bekannt wurde.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Siegfried Gottwald studierte von 1961 bis 1966 Mathematik an der Universität Leipzig. Danach arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent und wurde 1969 bei Dieter Klaua mit der Arbeit Konstruktion von Zahlbereichen und die Grundlagen der Inhaltstheorie in einer mehrwertigen Mengenlehre zum Dr. rer. nat. promoviert. 1972 erlangte er die facultas docendi und 1977 die Habilitation. An der Sektion Philosophie der Universität Leipzig wurde er 1979 Dozent für Mathematische Logik, 1987 außerordentlicher Professor und 1992 ordentlicher Professor für Nichtklassische und Mathematische Logik. Im selben Jahr erhielt er für seine Arbeiten zur Fuzzy-Logik den Forschungspreis Technische Kommunikation.

Sein Hauptforschungsgebiet sind unscharfe Mengen und unscharfe Methoden, darüber hinaus mehrwertige Logik und Mathematik- sowie Logikgeschichte. Er ist Mitherausgeber des Lexikons berühmter Mathematiker.

Siegfried Gottwald war mehrere Jahre lang Prodekan der Fakultät Sozialwissenschaften und Philosophie an der Universität Leipzig.

2008 wurde er emeritiert.

Siegfried Gottwald ist verheiratet und hat drei Kinder.

Schriften[Bearbeiten]

Gottwald veröffentlichte über 120 Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften, Sammelbänden und Lexika.

Monografien

  • mit Hans Bock und Rolf-Peter Mühlig: Zum Sprachgebrauch in der Mathematik. Geest & Portig, Leipzig 1972.
  • mit Paul Günther, Klaus Beyer und Volkmar Wünsch: Grundkurs Analysis. Teile 1 bis 4. Teubner, Leipzig 1972 bis 1974.
  • mit Karel Berka, Lothar Kreiser, Werner Stelzner: Logik-Texte. 4. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1986.
  • Mehrwertige Logik. Eine Einführung in Theorie und Anwendungen. Akademie-Verlag, Berlin 1989, ISBN 3-05-000765-6.
  • mit Hans Bandemer: Einführung in Fuzzy-Methoden. Theorie und Anwendungen unscharfer Mengen. 4. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1993, ISBN 3-05-501601-7.
  • Fuzzy Sets and Fuzzy Logic. Foundations of Application – from a Mathematical Point of View. Vieweg, Braunschweig, Wiesbaden 1993.
  • mit Hans Bandemer: Fuzzy sets, fuzzy logic, fuzzy methods: With applications. Wiley, Chichester u.a. 1995, ISBN 0-471-95636-8.
  • A Treatise on Many-Valued Logics. Studies in Logic and Computation, Band 9, Research Studies Press, Baldock, 2001.

Herausgeberschaften

  • mit Lothar Kreiser, Werner Stelzner: Nichtklassische Logik. Eine Einführung. Akademie-Verlag, Berlin 1988.
  • mit Herbert Kästner, Manfred Hellwich, Herbert Küstner: Mathematik Ratgeber. Deutsch, Thun 1988. Als Handbuch der Mathematik erschienen bei Buch und Zeit, Köln.
  • mit Walter Gellert, Manfred Hellwich, Herbert Kästner, Herbert Küstner: The van Nostrand Concise Encyclopedia of Mathematics. 2. Auflage. Van Nostrand Reinhold, New York 1989.
  • mit Hans J. Ilgauds, Karl-Heinz Schlote: Lexikon bedeutender Mathematiker. Bibliographisches Institut, Leipzig 1990, ISBN 3-323-00319-5.
  • mit Herbert Kästner, Helmut Rudolph: Meyers Kleine Enzyklopädie Mathematik. Meyers Lexikonverlag, Mannheim 1995, ISBN 3-411-07771-9.

Weblinks[Bearbeiten]