Skandia

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Dieser Artikel beschreibt einen Finanzdienstleister; für weiteres siehe Skandia (Begriffsklärung).
Skandia Lebensversicherung AG
Logo der Skandia Lebensversicherung AG seit 2009
Rechtsform Aktiengesellschaft, Teil der internationalen Old Mutual Gruppe
Gründung 1991
Sitz Stockholm, Schweden

Leitung

Mitarbeiter rund 300 (2011)
Branche Versicherungen
Finanzdienstleistungen
Website www.skandia.de

Skandia („Försäkringsaktiebolaget Skandia“) ist ein internationaler Finanzdienstleister und gehört zu den weltweit größten Anbietern fondsgebundener Investment-, Versicherungs- und Vorsorgeprodukte. Die Aktiengesellschaft wurde 1855 in Stockholm gegründet und unterhält Tochtergesellschaften in über 20 Ländern auf vier Kontinenten (Europa, Lateinamerika, Asien und Australien). Die Skandia ist seit 2006 Teil des Old-Mutual Versicherungskonzern, der in den Bereichen langfristige Vorsorge, Absicherung und Vermögensanlage tätig ist.

In Deutschland ist die Skandia (genauer Skandia Lebensversicherung AG) seit 1991 auf dem Markt für fondsgebundene Vorsorgeprodukte aktiv und beschäftigt über 300 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Berlin, betreute nach eigenen Angaben Ende 2010 über 360.000 Kunden und verwaltet eine Versicherungssumme von rund 12,4 Milliarden Euro.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Historisches Logo

Die Skandia wurde 1855 als Lebens- und Feuerversicherung in Stockholm gegründet. In den Folgejahren entstanden Tochtergesellschaften und Dependancen in Christiania (heute: Oslo), Kopenhagen, Hamburg, Rotterdam und Sankt Petersburg. Das Produktangebot wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts durch Unfall- und Invaliditätspolicen erweitert. Die Skandia-Aktie wurde am 4. Februar 1863 an der Stockholmer Börse notiert.

1900 erfolgte als erster nicht-britischer Versicherer die Gründung einer Niederlassung in den Vereinigten Staaten. 1964 vereinigten sich fünf Unternehmen, die sich ursprünglich aus 53 Versicherungsgesellschaften zusammensetzten, zur „Skandia-Gruppe“. Aufgrund einer Krise am schwedischen Finanzmarkt verabschiedete sich die Skandia zu Beginn der 1990er Jahre von ihren Sach-, Unfall- und Rückversicherungssparten zu Gunsten mittel- und langfristiger Investmentprodukte im privaten und betrieblichen Geschäftsbereich.

Im November 2003 sorgte die schwedische Unternehmensführung um Lars-Eric Petersson für Schlagzeilen. Die Medien warfen ihr vor, Bonuszahlungen unangemessen verändert und sich firmeneigene Dienstwohnungen bewilligt zu haben. Eine konzerninterne Kommission ging den Vorwürfen nach. Als Folge zwang der Konzern den gesamten schwedischen Vorstand zum Rücktritt und verklagte Teile des Managements auf Schadensersatz. Die deutsche Skandia war von den Vorwürfen nicht betroffen. Sowohl Lars-Eric Petersson als auch der ehemalige Finanzvorstand Ulf Spång wurden später in allen Punkten freigesprochen[2] .

In Stockholm wurde im Mai 2006 Petersson der schweren Veruntreuung für schuldig befunden und zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Petersson zum eigenen Vorteil und ohne Zustimmung des Aufsichtsrates gehandelt hatte. Der dadurch entstandene Schaden wurde auf 156 Millionen Kronen (16,8 Millionen Euro) beziffert. Von diesen Vorwürfen wurde Lars-Eric Petersson in zweiter Instanz ebenfalls freigesprochen[3]. Auch hier war die deutsche Skandia von den Vorwürfen nicht betroffen.

Seit Februar 2006 ist der Finanzkonzern Teil der 1845 gegründeten britisch-südafrikanischen Old-Mutual-Gruppe, die sich für 6,8 Milliarden US-Dollar über 98,2 Prozent des Aktienbestandes der Skandia sicherte (Stand: 31. März 2006). Old Mutual beschäftigt weltweit 55.000 Menschen (Stand: Juni 2011) und gehört zu den zehn größten europäischen Lebensversicherern. Die Gruppe betreut über 15 Millionen Kunden in Europa, Nord- und Südamerika, Afrika und Asien. Im Geschäftsjahr 2010 hat die Gruppe ein bereinigtes Betriebsergebnis vor Steuern von 1,5 Milliarden Pfund (1,7 Milliarden Euro) (auf IFRS-Basis) erzielt und verwaltete ein Fondsvolumen von 309 Milliarden Pfund (350 Milliarden Euro) in ihrem Kerngeschäft[4]. Vorstandsvorsitzender der Old Mutual Gruppe ist Julian Roberts.

2009 wurden die bis dahin unabhängigen Skandia Gesellschaften in Deutschland, Österreich, Schweiz und Polen zum Geschäftsfeld Skandia Retail Europe zusammengeschlossen, um einen leistungsfähigen Anbieter von Finanzlösungen im mitteleuropäischen Privatkunden-Segment zu schaffen[5] . 2010 hat Skandia Retail Europe den Gewinn um 140 % von 25 Millionen Euro in 2009 auf 60 Million Euro in 2010 und das verwaltete Anlagevolumen um 23 % von 4,7 Milliarden Euro in 2009 auf 5,8 Milliarden Euro in 2010 gesteigert[6]. CEO von Skandia Retail Europe ist seit April 2009 der Schwede Jonas Jonsson.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Skandia Homepage
  2. Radio Schweden
  3. Radio Schweden
  4. Old Mutual Homepage (PDF; 2,7 MB)
  5. Skandia Homepage
  6. Old Mutual Homepage