Skrunda

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Skrunda
Wappen von Skrunda
Skrunda (Lettland)
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Basisdaten
Staat: Lettland
Landschaft: Kurland (lettisch: Kurzeme)
Verwaltungsbezirk: Skrundas novads
Koordinaten: 56° 41′ N, 22° 1′ O56.67638888888922.01583333333350Koordinaten: 56° 40′ 35″ N, 22° 0′ 57″ O
Einwohner: 2.468 (1. Jul. 2010)
Fläche: 7,9 km²
Bevölkerungsdichte: 312,41 Einwohner je km²
Höhe: 50 m
Stadtrecht: seit 1996
Webseite: www.skrunda.lv
Postleitzahl:
ISO-Code:

Skrunda (deutsch Schrunden) ist eine Kleinstadt in Kurzeme, Lettland am Ufer der Venta. Sie liegt an der Straße von Liepaja nach Saldus südlich Kuldīga.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet war von den Kuren besiedelt. Skrunda wurde im Jahr 1253 erstmals urkundlich erwähnt. 1368 baute der livländische Zweig des Deutschen Ordens hier eine Burg. Im 17. Jahrhundert blühte der Ort als Teil des Herzogtums Kurland und Semgallen auf. Es gab Manufakturen für Glas sowie für Metallwaren und Kriegsgerät. Im großen Nordischen Krieg (1700-1721) wurde die Burg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Zur Zeit des Russischen Reiches wurde ein Landgut eingerichtet, dessen Herrenhaus noch zu besichtigen ist.

Nach dem Ersten Weltkrieg fand zog das 2. lettische Schützenregiment am 22. Januar in der Stadt ein. Diese Lettischen Schützen wurden eine Woche später in einem größeren Gefecht vom ebenfalls lettischen Bataillon Kolpak, welches als Teil der Baltischen Landeswehr mit den Deutschen kämpfte, wieder vertrieben.

Die Stadt entwickelte sich nachdem Teile des ehemaligen Gutslandes zur Bebauung freigegeben wurden. 1929 wurde die Eisenbahnlinie Glūda - Liepaja eröffnet. 1935 existierten mehr als 50 Kleinunternehmen sowie einige Industriebetriebe.

Im 2. Weltkrieg lag die Stadt 1944 und 1945 im Frontgebiet. Nach der Rückkehr der Roten Armee begann die Verschickung von Einwohnern nach Sibirien. Von 1950 bis 1959 war Skrunda Kreisstadt. Es gab hier eine große Torf-Fabrik und andere Industriebetriebe. Skrunda bekam 1996 als bisher letzter lettischer Ort die Stadtrechte verliehen.

Die ehemalige sowjetische Militärbasis Skrunda-1 befindet sich nahe der Stadt. Nach dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte im Oktober 1999 wurden deren Anlagen an einen russischen Investor verkauft. [1][2]

  • Karl Eduard Eichwald arbeitete von 1819 bis 1821 als Arzt in Skrunda, bevor er als Paläontologe bekannt wurde.
  • Am Bahnhof dient ein Viehwaggon als Gedenkstätte für die deportierten Einwohner. Bei den Verschickungen 1949 wurden zb. am 25. März 228 Einwohner verschleppt.
  • Skrunda unterhält Städtepartnerschaften mit Põltsamaa (Estland) sowie Städten in Frankreich, China und Georgien.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Militärstützpunkt zu verkaufen Neue Zürcher Zeitung. 6. Februar 2010, gesichtet 15. Juni 2013
  2. For sale: one communist-era ghost town The Guardian. 5. Februar 2010, gesichtet 15. Juni 2013 (englisch)

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Feldmann, Heinz von zur Mühlen (Hrsg.): Baltisches historisches Ortslexikon, Teil 2: Lettland (Südlivland und Kurland). Böhlau, Köln 1990, ISBN 3-412-06889-6, S. #.
  • Astrīda Iltnere (Red.): Latvijas Pagasti, Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 2002, ISBN 9984-00-436-8.