Smaragdpanzerwels

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Smaragdpanzerwels
Smaragdpanzerwels

Smaragdpanzerwels

Systematik
Otophysa
Ordnung: Welsartige (Siluriformes)
Unterordnung: Loricaroidei
Familie: Panzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae)
Gattung: Brochis
Art: Smaragdpanzerwels
Wissenschaftlicher Name
Brochis splendens
Castelnau, 1855

Der Smaragdpanzerwels (Brochis splendens) (lateinisch: splendens = glänzend) ist einer der größten Süßwasserzierfische der Gattung Brochis. Er wird 7 bis 8 Zentimeter lang und kann 10 bis 15 Jahre alt werden.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Smaragdpanzerwels ist durch seine Größe, Fülligkeit und das oliv bis goldene Glänzen unverwechselbar. Wie alle Brochis-Arten ist er ein Darmatmer, der in regelmäßigen Abständen zur Wasseroberfläche schwimmt, um dort mit dem Maul atmosphärische Luft aufzunehmen. Ein auch für Laien augenscheinliches anatomisches Unterscheidungsmerkmal zwischen den Gattungen Brochis und Corydoras ist die deutlich höhere Anzahl an Rückenflossenstrahlen bei Brochis.

Flossenformel[1][Bearbeiten]

Ökologie[Bearbeiten]

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Smaragdpanzerwels lebt in Flüssen und Bächen, welche Weißwasser und weichen, schlammigen Bodengrund aufweisen, des tropischen Südamerika. In Brasilien, Ecuador, Kolumbien und Peru, dort im Amazonas, Rio-Ucayali-System, Ambiyacu, Rio Tocantins, Rio Paraguay, Rio Nanay und im Rio-Napo-System. Die Gewässer, in denen der Smaragdpanzerwels vorkommt, weisen folgende Wasserwerte auf:

  • einen pH-Wert von 6 bis 8
  • einen GH-Wert von 2 bis 25 °dH
  • einen KH-Wert von 2 bis 15°
  • und eine Temperatur von 22 bis 28 °C.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

In der freien Wildbahn vollziehen die Panzerwelse nach der Regenzeit, wenn sich das Wasser wieder erwärmt hat, ihr arttypisches Paarungsverhalten, nach der Regenzeit befinden sich sehr viele Schwebstoffe und somit auch Beutetierchen im Wasser. Die Tiere vollziehen ein spezielles Paarungsverhalten, bei dem das Männchen das Weibchen umkreist und stark zuckt. Das Weibchen sucht zum Ablaichen gut geeignete Stellen geschützte Steine und Blätter, um anschließend daran die rund 500 bis 800 Eier, welche 1,5 Millimeter groß sind, zu heften, die die Männchen anschließend befruchten.

Ernährung[Bearbeiten]

Der Smaragdpanzerwels ist allesfressend (omnivor) und ernährt sich, indem er am Boden und in Bodennähe nach Algen, Detritus, Kleintieren und Pflanzenteilen sucht.

Aquaristik[Bearbeiten]

Die Tiere sind Schwarmfische und sollten bei Aquarienhaltung in Gruppen von mindestens fünf Tieren gepflegt werden. Der Smaragdpanzerwels ist sehr friedlich und kann auch mit kleineren Fischen oder Garnelen problemlos vergesellschaftet werden. Wichtig ist ein weicher, nicht scharfkantiger Bodengrund (Sand ist optimal), da sich die Tiere sonst die Barteln verletzen können. Er kann in Becken ab 112 Litern gehalten werden.

Zucht[Bearbeiten]

Es handelt sich um eine mittelleicht zu züchtende Art. Die Laichbereitschaft wird durch die Simulation einer Regenzeit (starke, abrupte Teilwasserwechsel) eingeleitet, jedoch ist dies im Vergleich mit Corydoras-Arten schwierig. Zur erfolgreichen Zucht benötigt man ein weibliches Exemplar und drei männliche. Ein Weibchen legt nacheinander etwa 500 bis 800 Eier, welche 1,5 Millimeter groß sind und an großen Blättern, Steinen oder einfach an die Aquarienscheiben geklebt werden. Die Weibchen zeichnen sich durch ihre Fülligkeit und Größe, gegen die kleineren, schlankeren Männchen aus. Die Eier sollten von den Alttieren nach kurzer Zeit getrennt werden. Bei 24 °C brauchen die Larven etwa vier Tage bis zum Schlüpfen. Die Larven sind sehr klein und nahezu durchsichtig. Zwei bis drei Tage nach dem Schlüpfen, wenn der Dottersack aufgebraucht ist, können die Larven mit Artemia-Nauplien gefüttert werden. Später kann feinstes Flockenfutter aus Algen und Mischfutter gegeben werden.

Futter[Bearbeiten]

Im Aquarium eignet sich zudem folgendes Futter: Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven, Grindalwürmer), Frostfutter (Cyclops) und Trockenfutter (Tabletten, Futterflocken). Er sucht immer wieder am Boden nach Essbarem und durchwühlt ihn mit seinen Barteln.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Günther Sterba: Süßwasserfische der Welt. Weltbild, Augsburg 2002, ISBN 3-89350-991-7.