Solanki

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Solanki (Begriffsklärung) aufgeführt.

Die Solanki waren eine Hindu-Dynastie in Gujarat, welche im Nordindien des 12. Jh. vorübergehend eine Großmacht repräsentierte. Ihre Hauptstadt war Anhilwada (Anhilvara), das heutige Patan, damals eine der größten Städte Indiens.

Ihr Ahnherr Mularaja Solanki (reg. ca. 942/61-996) war angeblich der Tochtersohn des letzten Fürsten der lokalen Chavda-Dynastie (ca. 746-961, Gurjara-Rajputen). Die Solanki sind wahrscheinlich ebenfalls den Gurjara-Rajputen zuzurechnen, weil sie ursprünglich dem Feuer-Clan angehörten. Sie beanspruchten aber auch mit den Chalukya von Vatapi in Verbindung gestanden zu haben und werden daher alternativ auch so bezeichnet (Chalukya, Chaulukya).

Die Solanki standen oft im Schatten der Paramara. Trotz schwerer Rückschläge gegen den Paramara-König Bhoja von Dhara im 11. Jh. und dem häufig erwähnten Angriff Mahmud von Ghaznis auf Somnath 1025/26 umfasste das Solanki-Reich schließlich im Großteil des 12. Jh. ganz Gujarat und den Süden Rajasthans. Die erfolgreichen Könige jener Zeit waren Jayasimha Siddharaja und Kumarapala (Nachkomme einer Kurtisane und ein Jaina), aber selbst ihre Regierungen waren nicht frei von Unsicherheiten (z.B. Thronfolgestreit).

Unter dem König Bhima II. dem Einfältigen (reg. 1178-1242) zerfiel das Reich, zunächst bedingt durch die Angriffe der Ghuriden (um 1197, Moslems) und anderer Feinde. Der König floh und verlor sukzessive die Kontrolle über sein Land. An seine Stelle trat das Ministergeschlecht der Vaghelas (ca. 1222-1298, eine Seitenlinie des Königshauses und Jainas), das schließlich 1244 den letzten Solanki-König entthronte.

Die Solanki waren die Schutzherren des bedeutenden Shiva-Tempels von Somnath, den sie nach der furchtbaren Plünderung durch Mahmud von Ghazna 1025/26 zusammen mit den Paramara wieder aufbauten. Neben Baumaßnahmen an Tempeln sind aber auch solche an Wasserspeichern und Hafenanlagen zu erwähnen. Gujarat war ein Zentrum des Handels, und zumindest König Bhimadeva I. wird für seine Förderung fremder Händler gerühmt. In wissenschaftlicher Hinsicht ist der Gelehrte Hemachandra, ein Jaina und Berater Kumarapalas zu erwähnen.

Solanki-Könige[Bearbeiten]

  • Mularaja I. (reg. ca. 942/960–996)
  • Chamundaraja (reg. ca. 996–1009)
  • Vallabharaja (reg. ca. 1009)
  • Durlabharaja (reg. ca. 1009–1022)
  • Bhimadeva I. (reg. ca. 1022–1064)
  • Karnadeva I. (reg. ca. 1064–1093)
  • Jayasimha Siddharaja I. (reg. ca. 1093–1143)
  • Kumarapala (reg. ca. 1143–1174), Nachkomme von Bhimadeva I.
  • Ajavapala (reg. ca. 1173–1176)
  • Mularaja II. (reg. ca. 1176–1178)
  • Bhimadeva II. Bholo (reg. 1178–1242)
  • Tribuvanpal (reg. 1242–1244)

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Lassen: Indische Alterthumskunde Bd.3, Leipzig 1858