Sonnenbad

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Sonnenbadende Frau
Sonnenbadende Eidechse, vormittags

Ein Sonnenbad bezeichnet das bewusste Liegen im Sonnenlicht zum Zweck der Aufwärmung des Körpers oder der Bräunung der Haut. Die Bezeichnung Sonnenbad assoziiert dieses Liegen im Licht mit einem Bad in warmem Wasser. Viele wechselwarme Tiere, z. B. Schlangen, benutzen Sonnenbäder, um ihre Körpertemperatur zu erhöhen. Der menschliche Körper kann mittels ultraviolettem Licht (UV-B) einen Teil seines Bedarfs an Vitamin D selbst decken.

Bräunung der Haut[Bearbeiten]

Die Bräunung der Haut entsteht hauptsächlich durch die im (Sonnen-)Licht enthaltene UV-B-Strahlung. Dabei wird von in der Oberhaut befindlichen Zellen (Melanozyten) Melanin gebildet, das die Haut vor Schäden an der DNA des Zellkerns schützt. Das Melanin bildet zusammen mit der ebenfalls UV-induzierten Hornschichtverdickung Lichtschwiele den Eigenschutz der Haut.

Sonnenbaden ist insbesondere für hellhäutige Menschen und sonnenentwöhnte Haut mit gewissen Risiken verbunden. Als akute Folge kann der oft mit Hautrötung, Blasenbildung und Verbrennungsschmerz verbundene Sonnenbrand entstehen. Im Bereich der chronischen Wirkungen sind die lichtbedingte Hautalterung und ein erhöhtes Hautkrebsrisiko von Bedeutung. Um den Sonnenbrand und evtl. Spätschäden zu verhindern, ist insbesondere ein angemessenes Verhalten erforderlich (Vermeidung direkter Sonne insbesondere in den Mittagsstunden, Aufsuchen von Schatten, Kleidung, Kopfbedeckung). Als zusätzliche Maßnahme werden die von der Kosmetik-Industrie angeboten Sonnenschutzmittel empfohlen. Deren unterschiedliche Schutzleistung ist an der Höhe des Lichtschutzfaktors abzulesen. Die heutigen Sonnenschutzmittel werden mit Lichtschutzfaktoren von 6 bis 50+ angeboten und schützen sowohl gegen UV-A- als auch gegen UV-B-Strahlung. Eine Hilfe bei der Auswahl der angemessenen Schutzmaßnahmen bietet auch der UV-Index. Eine Schutzfaktor-Empfehlung kann aus UV-Index und individuellen Daten ermittelt werden.[1]

Man sollte mindestens einen Faktor von 15 regelmäßig und rechtzeitig vor der Sonnenexposition aufgetragen. Höhere Faktoren bieten keinen wesentlichen zusätzlichen Schutz.[2] Das Intensitätsmaximum des Streulichtes liegt im UV-Bereich. Viele Oberflächen reflektieren ebenfalls einen kleinen Teil des UV-Lichts. Daher kann auch im Schatten eine erhebliche UV-Intensität vorliegen.

Leistungsverteilung von direktem und gestreutem Sonnenlicht (Diese Skizze dient der Veranschaulichung und erlaubt kein Ablesen von Werten wie Intensitäten Strahlungsanteile oder Wellenlängen.)

Mit der Kontrolle durch die Uhr ist ein objektiver Schutz möglich. Bereits Sonnenbäder von kurzer Dauer lösen eine medizinisch wirksame Reaktion im Körper aus. Kurze häufige Intervalle sind wirksamer und ungefährlicher als seltene lange Bestrahlungen. Dabei sind auch folgende Faktoren zu beachten: mit der Abnahme der Bewölkung, geringerer Luftverschmutzung, größerer Nähe zum Äquator und höherer Lage des Standorts nimmt die Intensität der Strahlung zu, sodass die Sonnenbadezeit entsprechend zu verkürzen ist. Zwischen 11 Uhr und 15 Uhr sollte man die Sonne meiden. Sonnenbäder nach 15 Uhr bei geringerer Strahlungsintensität führen zu weniger Gesundheitsschäden und einer länger anhaltenden Bräune. In südlichen Ländern wurde aus gutem Grund eine Siesta eingehalten, in der man nicht in die Sonne ging.

Das Sonnenbad zur Bräunung kam erst im 20. Jahrhundert in der westlichen Welt in Mode, als eine gebräunte Haut gegenüber einer blassen als attraktiv angesehen wurde. Bis dahin galt gebräunte Haut als Zeichen niederen Standes, da Arbeiter und Bauern durch ihre Arbeit im Freien meist gebräunt waren, während der Adel das direkte Sonnenlicht mied, um seine „vornehme“ Blässe zu behalten.

Verfahren beim Sonnenbad[Bearbeiten]

oben ohne sonnenbadende Frau, Ukraine

Menschen aus westlichen Kulturen nehmen Sonnenbäder bevorzugt im eigenen Garten, auf einem Balkon, einer Terrasse, im Park, am Strand, Erholungsflächen oder an einem Badesee. Hierbei tragen sie meistens so wenig Kleidung wie möglich (sog. Badebekleidung wie z. B. Badehose, Badeanzug, Bikini), um möglichst viel Haut dem Sonnenlicht auszusetzen. Wenn Frauen mit unbedecktem Oberkörper sonnenbaden, nennt man dies „oben ohne“. Das nackte Sonnenbaden ermöglicht eine „nahtlose Bräune“ und ist in vielen Ländern Europas an FKK-Stränden, FKK-Campingplätzen oder FKK-Badeseen erlaubt.

Daneben ist das Sonnenbaden auch in den Bergen (z. B. während Pausen beim Wandern oder Skifahren) beliebt, hier wird meist jedoch nur das Gesicht gebräunt.

Medizinisches Sonnenbaden[Bearbeiten]

Als Heliotherapie bezeichnet man die Sonnenlichtbestrahlung zu Heilzwecken (siehe auch: Physikalische Therapie). Die vorhandenen infraroten Strahlen entfalten eine Wärmewirkung und die besonders im Hochgebirge und am Meer vorhandenen blauen bis ultravioletten Strahlen haben eine chemisch-biologische Wirkung. Die Anwendung von Heliotherapie ist insbesondere angezeigt bei tuberkulösen Hauterkrankungen und Knochentuberkulose. Als Allgemeinwirkung sollte sich bei maßvoller Anwendung ein gesteigerter Appetit, eine bessere Durchblutung, vermehrte Blutneubildung und eine Erhöhung der Widerstandskraft einstellen. Diesem Credo folgend eröffneten die Pioniere der Heliotherapie wie Oskar Bernhard oder Arnold Rikli im 19. Jahrhundert eigens für die Lichttherapie ausgelegte Kuranstalten. Der dänische Arzt Niels Ryberg Finsen bekam 1903 den Nobelpreis für Medizin für die Behandlung von Krankheiten durch Lichtstrahlen. Dabei fügte er seinen Patienten unter anderem schwere Sonnenbrände zu.

Alternative[Bearbeiten]

Eine beliebte Alternative zu Natursonnenbädern ist das Solarium. Hier wird die Körperhaut mit künstlich hergestellten UV-Licht gebräunt. Wie in der Natursonne sollte auch hier beachtet werden, dass die Erythemschwellendosis nicht überschritten wird. Bei gewissenhaft geführten Sonnenstudios mit fachlich geschulten Mitarbeitern kann diese für jeden Hauttyp auf einem bestimmten Solarium in Minuten berechnet werden. Im Solarium wird sowohl UVA-Strahlung (verantwortlich für die Dunkelung vorhandener Pigmente in der Haut) als auch UVB-Strahlung (verantwortlich für die Pigmentneubildung) verwendet.

Hautkrebs[Bearbeiten]

Zu einem „gesundheitsbewussten Umgang mit der Sonne“ rät die Deutsche Krebshilfe immer wieder, um das Hautkrebsrisiko zu reduzieren und den Menschen Leid zu ersparen.[3] „Der richtige UV-Schutz ist leicht und jeder kann sich mit einfachen Verhaltensregeln vor Hautkrebs schützen“, betont Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der gemeinnützigen Organisation. Diese stellt kostenlos umfassendes Informationsmaterial allen Interessenten bereit. Laut Angaben der Deutschen Krebshilfe erkranken in der Bundesrepublik jährlich ungefähr 234.000 Menschen neu an Hautkrebs.[4] UV-Strahlung ist nach Expertenmeinung der größte Risikofaktor für dieses Tumorleiden. Jeder Sonnenbrand erhöht das Hautkrebsrisiko. Daher ist ein umfassender Sonnenschutz wichtig. Bestimmte Experten auf diesem Gebiet raten daher zur Anwendung einer Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30. Personen mit von Natur aus roten oder blonden Haaren und blauen Augen wird sogar ein LSF von 50 nahe gelegt, um beim Sonnenbaden ausreichend geschützt zu sein. [5]

Suchtgefahr[Bearbeiten]

Psychologen der University of Texas (USA) haben durch eine Umfrage mit 150 „Sonnenbadern“ auffällige Verhaltensweisen festgestellt und diese mit denen von Alkohol- und Drogenabhängigen verglichen. Nach verschiedenen psychologischen Kriterien bewertet zeigten ein Viertel bis die Hälfte der Sonnenbadenden Abhängigkeitssymptome. Dieses suchtähnliche Verhalten des exzessiven Sonnenbadens wird Tanorexie genannt. Als Ursache wird spekuliert, dass das Hormon Endorphin für den ungesunden intensiven Sonnenlichtkonsum verantwortlich ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Simone Tavenrath: So wundervoll sonnengebräunt. Kleine Kulturgeschichte des Sonnenbadens. Jonas, Marburg 2000, ISBN 3-89445-258-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Empfehlung zum LSF
  2. P. Elsner u. a.: Täglicher Lichtschutz in der Prävention chronischer UV-Schäden der Haut. Nicht-aktualisierte Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Dermatologie, 2005. (PDF, 260 KB)
  3. Pressemitteilung vom 8. April 2011, Deutsche Krebshilfe
  4. [1], Deutsche Krebshilfe, Stand 2013
  5. [2], Die Welt Online, 9. Juni 2012

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sonnenbad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien