Sonnensucher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel Sonnensucher
Produktionsland DDR
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1958
Länge 111 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Konrad Wolf
Drehbuch Paul Wiens,
Karl Georg Egel
Produktion DEFA
Musik Joachim Werzlau
Kamera Werner Bergmann
Schnitt Christa Wernicke
Besetzung

Sonnensucher ist ein 1958 fertiggestellter DEFA-Film von Konrad Wolf, der allerdings aufgrund seiner kritischen Darstellung des Uranbergbaus der SDAG Wismut erst 1972 in die Kinos der DDR kam. In dem Film geht es um die Konflikte zwischen der sowjetischen Betriebsleitung und den deutschen Arbeitern und Kommunisten, die teilweise unfreiwillig zum Arbeitsdienst einberufen worden sind.

Handlung[Bearbeiten]

Der unter dem Tarnnamen „Wismutbergbau“ betriebene Uranbergbau der SDAG Wismut führt im Erzgebirge zahlreiche Menschen mit unterschiedlichstem Charakter auf engem Raum zusammen. Dazu zählen auch die beiden Frauen Lotte und Emmi aus Berlin, die bei einer dortigen Razzia aufgegriffen wurden und sich nun im Bergbau bewähren sollen.

Lotte ist eine Waise, die sich wie Emmi mit Prostitution ihr Geld verdiente. Lotte verliebt sich in den Bergmann Günter, mit dem sie zusammenzieht. Er erweist sich als wenig sensibel und so verlässt sie ihn. Zwei andere Männer werben um sie: Der sowjetische Ingenieur Sergej liebt sie; seine Ehefrau wurde im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen ermordet. Auch Obersteiger Franz Beier wirbt um sie, der zwar seiner faschistischen Vergangenheit abgeschworen hat, sich jedoch vor Sergej nicht zu seiner Vergangenheit bekennen will.

Lotte heiratet Franz, da er der erste Mann ist, der sie wirklich achtet, erkennt jedoch am Schluss, dass sie eigentlich Sergej liebt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fand das atomare Wettrüsten statt, da man seitens der Sowjetunion den atomaren Vorsprung der Vereinigten Staaten und die damit verbundene militärische Welt-Vormachtstellung egalisieren oder zumindest aufholen wollte. Als größtes Hindernis erwies sich aber die Tatsache, dass man nicht über genügend brauchbares Uranerz verfügte, es aber in Böhmen und dem angrenzenden Sachsen größere Vorkommen gab. Diese Lagerstätten waren aber von den US-Amerikanern besetzt, die sich aber im Juni 1945 wieder aus den besetzten Gebieten zurückzogen, in der Annahme kein waffenfähiges Uran an den Klassenfeind zu übergeben. Die Sowjetunion sicherte sich kurze Zeit später die Uranproduktion in Böhmen und begann ab 1946 auch mit dem Abbau von Uranerzen aus dem Erzgebirge. Die Arbeitsbedingungen waren anfangs katastrophal und erinnerten oftmals an ein Arbeitslager mit Zwangsverpflichteten.

Am 10. Mai 1947 kam es zur Bildung der Aktiengesellschaft Wismut, die alle Uranminen der Sowjetischen Besatzungszone beinhaltete und unter sowjetischer Führung stand. Die spätere DDR gehörte damals nach den Vereinigten Staaten und Kanada zu den bedeutendsten Uran-Produzenten der Welt.

Die Dreharbeiten der Außenaufnahmen wurden hauptsächlich in Johanngeorgenstadt durchgeführt, wo der Uranbergbau 1956 eingestellt wurde. Aufgrund der Filmaufnahmen nahm man einige der Bergwerksanlagen insbesondere rund um den Bahnhof kurzzeitig noch einmal in Betrieb.

Verbot des Filmes[Bearbeiten]

Der Film wurde durch ein Veto der Sowjetunion 1958 und 1971 verboten, da er das Geheimnis des Uranabbaus verraten könnte.

Kritiken[Bearbeiten]

„Ein interessantes Zeitdokument mit dichter Atmosphäre in der Beschreibung des Bergbau-Milieus.“

Lexikon des Internationalen Films

Weblinks[Bearbeiten]