Sonntag der Weltmission

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Der Sonntag der Weltmission (österreichisch Weltmissions-Sonntag) wird einmal jährlich weltweit in der römisch-katholischen Kirche als „Fest der Katholizität und universalen Solidarität gefeiert“[1]. Die Gläubigen sollen sich ihrer „gemeinsamen Verantwortung für die Evangelisierung der Welt bewusst werden“[2].

Am 14. Juni 1926 setzte Papst Pius XI. auf Vorschlag des obersten Rates der Päpstlichen Missionswerke den Sonntag der Weltmission ein[3] und beauftragte die Päpstlichen Missionswerke (missio) – konkret das Päpstliche Werk der Glaubensverbreitung –, diesen jährlich zu gestalten. Die Durchführung dieses Tages wurde für die ganze Kirche vorgeschrieben und universalkirchlich auf den vorletzten Sonntag im Oktober festgelegt. In Deutschland findet der Sonntag der Weltmission am 4. Sonntag im Oktober statt. Im Jahr 2012 wurde der „Sonntag der Weltmission“ in Österreich und der Schweiz am 21. Oktober und in Deutschland am 28. Oktober gefeiert. Im Jahr 2013 findet er in Österreich und der Schweiz am 20. Oktober und in Deutschland am 27. Oktober statt.

Universaler Solidaritätsfond[Bearbeiten]

Die Spenden zum Weltmissions-Sonntag, die in allen 2.956 Diözesen der Weltkirche gesammelt werde, fließen in den sogenannten „Solidaritätsfond“. Die Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke in den einzelnen Ländern informieren die Zentrale der Päpstlichen Missionswerke in Rom über die Ergebnisse der Spendeneingänge. Damit das Geld auf der ganzen Welt gerecht verteilt wird, wird die Zuteilung der Gelder auf die einzelnen Diözesen beim jährlichen Treffen der Nationaldirektoren koordiniert. Die Nationaldirektoren überweisen anschließend die Beträge an die einzelnen Diözesen auf der ganzen Welt. Mit dem Geld wird die finanzielle Grundversorgung der Missionsdiözesen gesichert, damit die Ortskirchen „bei deren Einsatz zur Verkündigung Christi unter allen Völkern“[4] unterstützt werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Veranlasst ist die Entstehung des Weltmissionssonntags nicht nur durch das Anliegen, die Mission als universalkirchliche Kernaufgabe deutlich zu machen, sondern vor allem durch die vielen von Orden und Missionsinstituten gestarteten unkoordinierten Initiativen, die um Gelder für die Missionsaufgaben warben. Auf diese Situation reagierte Papst Pius XI. 1922 mit dem Motu proprio „Romanorum pontificium“, das dem Missionswesen insgesamt ein neues Ordnungsprinzip gab. Der in Lyon von Pauline Jaricot gegründete „Verein der Glaubensverbreitung“ wurde in den päpstlichen Stand erhoben und der Kongregation für die Evangelisierung der Völker unterstellt. Unter dem Motto „Wir dürfen nicht dieser oder jener Mission helfen, sondern allen Missionen der Welt“ sollte das auf diese Weise gegründete „Päpstliche Werk der Glaubensverbreitung“ die Missionsaktionen der Heimat bündeln und die ganze katholische Christenheit in einer zielbewussten, universalen Missionshilfe zusammenschließen. Durch die Schaffung dieses Werkes, das über eine breite internationale Basis verfügte, erhielt die kirchliche Missionsarbeit eine neue Ordnung und Kraft. Nationale Interessen traten zurück, die Missionare erhielten für ihre Arbeit so viel Unterstützung, dass sie durch die Reduzierung des Bettelwesens keinen Schaden in ihrer Arbeit nahmen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statut der Päpstlichen Missionswerke 2005, Art. 7 (PDF; 285 kB)
  2. Statut der Päpstlichen Missionswerke 2005, Art. 7 (PDF; 285 kB)
  3. Statut der Päpstlichen Missionswerke 2005, Art. 13 (PDF; 285 kB)
  4. Papst Benedikt XVI. an den Präfekten der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Mai 2009

Weblinks[Bearbeiten]