Sophia (Bar)

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Sophia von Bar (frz. Sophie de Bar; * um 1018; † 21. Juni 1093) war zwischen 1033 und 1092 Gräfin von Bar.

Sie war Tochter von Friedrich II., Graf von Bar und Herzog von Oberlothringen, und Mathilde von Schwaben. Nach dem Tod ihres Vaters gewann sie 1033 die Erbauseinandersetzungen[1] und wurde mit der Lützelburg und der Stadt Bar-le-Duc belehnt. 1038 heiratete sie Ludwig von Mousson, Graf von Mömpelgard, Altkirch sowie Pfirt, und gebar ihm sieben Nachkommen. Mathilde von Tuszien war eine ihrer Cousinen.

Gräfin Sophia von Bar, Mousson und Amance ließ nach 1076 eine Marienkapelle bei der Burg von Amance beenden, die bereits von ihrem Großvater Dietrich I. begonnen wurde.[2][3] In Laître-sous-Amance gründete sie 1088 ein Priorat, das der Abtei Saint-Mihiel unterstand und bis ins Jahr 1592 währte.[4][5] Dabei kam es zum Zusammenwirken mit dem Bischof vom Toul.[6] Mit der Äbtissin von Saint-Mihiel dagegen war Sophia bereits 1076 in Streit geraten, weil sie erreichen wollte, dass die bis dato von Dommartin-sous-Amance abhängige Kirche von Laître-sous-Amance nunmehr der Abtei Saint-Mihiel unterstellt werden sollte. Der 1076 gewählte Abt Siegfried hatte zunächst nach alter Sitte die Investitur (→ Investiturstreit) durch Sophia empfangen, gab später aus Reue über die Unstimmigkeiten mit den Kanonikern bei seiner Amtseinsetzung den Abtstab an Papst Gregor VII., wurde aber von diesem nach Erteilung der Absolution wieder eingesetzt, wie 1147 in einer Urkunde festgehalten wurde.[7] Um das von ihr bevogtete Kloster Saint-Mihiel zu sichern, errichtete Sophia 1090 auf Klosterbesitz ein Kastell.

Nachkommen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eduard Hlawitschka: War die oberlothringische Herzogstochter Sophie von Bar und Mousson eine Nachkommin der Kaiserin Theophanu? – Ein Beitrag zum Thema „Mittelalterliche Namengebung und moderne Ahnenforschung“. In: Schriften der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Nr. 23, 2002, S. 83–102.
  • Patronymie und Patrinonymie bei Sophia von Bar und Mousson und bei König Zwentibold. In: Landesarchiv zu Karlsruhe, Badische Historische Kommission, Oberrheinische Historische Kommission, Badisches General-Landesarchiv, Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Bd. 154, S. 43ff, 2006.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte, Bde. 13–14, S. 115. 1987.
  2. Norbert Müller-Dietrich: Die romanische Skulptur in Lothringen. Deutscher Kunstverlag, 1968.
  3. Georges Durand: Églises romanes des Vosges, S. 101. E. Champion, 1913.
  4. Peter Volkelt und Horst van Hees: Lothringen, Ardennen, Ostchampagne – Kunstdenkmäler und Museen, S. 195. Reclam, 1983.
  5. Giovanni Battista Borino: Studi gregoriani per la storia di Gregorio VII e della riforma gregoriana, Bd. 1, S. 248. Abbazia di San Paolo, 1947.
  6. Anja Gillen: Saint-Mihiel im hohen und späten Mittelalter, S. 127. Kliomedia, 2003.
  7. Anja Gillen: Saint-Mihiel im hohen und späten Mittelalter S. 68, 161. op. cit.
Vorgänger Amt Nachfolger
Friedrich III. Gräfin von Bar
1033–1092
Dietrich von Mousson