Spanischer Escudo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Beim Spanischen Escudo handelte es sich um zwei unterschiedliche Münzsorten, zum einen die goldene Standardmünze bis 1833, zum anderen eine dezimale Silbermünze, die 1864–68 geprägt wurde.[1]

Unter Karl I.[Bearbeiten]

Dublone mit der Büste Carlos' I.

Der spanische König Carlos I. seit 1516, war als Karl V. seit 1506 Herrscher über die habsburgischen Erblande und deutscher Kaiser. Er war besonders bei den Fuggern hoch verschuldet. Der Ducado war immer weiter verschlechtert worden. Es ergab sich 1537 die Notwendigkeit einer Währungsreform. Statt des Ducados, der nicht mehr ausgeprägt aber als Rechnungseinheit bestehen blieb, sollten in Gold coronas i escudos geprägt werden. Auf die kastilische Mark Gold zu 22 Karat (d.h. 11/12 fein) kamen 68 Escudos im Wert von jeweils 350 Maravedís. Bei gleichem Gewicht der Münzen wurde der Feingehalt also um 7½ % herabgesetzt.

Unter Philipp II.[Bearbeiten]

Silberescudos in seinen Stückelungen

Der Wert des Escudo wurde durch Erlass (Pragmatica) von Philipp II. am 23. November 1566 auf 400 Maravedís angehoben. Es wurden nun auch größere Stücke geprägt. Der Doppelescudo (doblón) wurde in Europa Pistole genannt und zum Vorbild für den Louis d’or. Das 8-Escudo-Stück (onza de oro) wurde zur häufigsten spanischen Goldmünze und ist als Dublone (= 4 Pistolen) bekannt. Sie entsprach 16 silbernen Peso duro (51,122 g Feinsilber), also zwei „Stücken von Acht“, welche im Laufe der Zeit, besonders nach Einführung der Maschinenprägung 1732, zur dominanten Handelsmünze in Ostasien wurden.

Ref. Bezeichnung Metall Ley (ml) Peso (g) Ø (mm) Münzkante Ausgestellt Münzstätte
1 10 escudos Oro
0,900
8,35
22,00
Ley Patria Rey
1865 y 1868 M  S
2 4 escudos Oro
0,900
3,34
18,00
Estriado
1865 y 1868 M  S
3 2 escudos Oro
0,900
1,67
16,00
Estriado
1865 y 1868 M
4 Plata
0,900
26,00
37,00
Ley Patria Rey
1864 y 1868 M
5 1 escudo Plata
0,900
13,00
30,00
Ley Patria Rey
1864 y 1868 M
6 40 céntimos Plata
0,810
5,20
23,00
Estriado
1864 y 1868 B  M  S
7 20 céntimos Plata
0,810
2,60
18,00
Estriado
1865 y 1868 M  S
8 10 céntimos Plata
0,810
1,30
15,00
Estriado
1865 y 1868 M  S
9 5 céntimos Cobre
0,999
12,50
32,00
Liso
1865 y 1868 B  M  J  Sg  S
10 2½ céntimos Cobre
0,999
6,25
25,00
Liso
1865 y 1868 B  M  J  Sg  S
11 1 céntimo Cobre
0,999
2,50
18,00
Liso
1864 y 1868 B  M  J  Sg  S
12 ½ céntimo Cobre
0,999
1,25
16,00
Liso
1864 y 1868 B  M  J  Sg  S
B = Barcelona         M = Madrid         J = Jubia           Sg = Segovia          S = Sevilla


18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Nach den Reformgesetzen 1728 und 1730, die unter anderem verschneidungssichere Münzen vorschrieben, blieb die Feinheit der onza de oro bei 22 Karat.

Ab 1772 erfolgte eine Verschlechterung auf 901/1000. Am 25. Juni 1786 erging geheime Anweisung, dass der Escudo nur noch aus 21-karätigem Gold (875/1000) auszuprägen sei, tatsächlich wurde noch schlechteres Metall verwendet: Prüfungen zeigen 869,8/1000 nach 1800 dann nur noch 864,6/1000.

      Entsprechungen      
Real
Real de vellón
8 escudos 320 reales
4 escudos 160 reales
2 escudos 80 reales
8 reales 20 reales
4 reales 10 reales
2 reales 5 reales
1 real 2½ reales
1/2 real 1¼ real
8 maravedíes
4 maravedíes
2 maravedíes
1 maravedí

1850 bis 1868[Bearbeiten]

Der dezimale Real (de vellón) wurde 1850 zur spanischen Standardwährung, die katalonische Pesete wurde im Verhältnis 1 Pta. = 4 Reales eingetauscht. Die nächste Währungsumstellung erfolgte schon 1864 als der neue dezimale Escudo eingeführt wurde. Es galt 1 Escudo = 10 Reales = 100 Centimos = 1000 Millesimas.

Bereits 1868, nach der ersten Abschaffung der Monarchie kam es zur Einführung der spanischen Pesete, wobei im Verhältnis 2½ Pts. pro Escudo umgestellt wurde. Escudos zirkulierten bis 1872.

Siehe auch[Bearbeiten]

Peseta

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Henry Charles Lea: Geschichte der Spanischen Inquisition. Erster Band. Europäischer Geschichtsverlag 2012, ISBN 3-8638-2735-X. S. 570