Malente

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde in Schleswig-Holstein. Für den gleichnamigen DJ siehe Malente (DJ).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Malente
Malente
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Malente hervorgehoben
54.16666666666710.5532Koordinaten: 54° 10′ N, 10° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Ostholstein
Höhe: 32 m ü. NHN
Fläche: 69,06 km²
Einwohner: 10.366 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 150 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 23714,
23717 (Bökensberg)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 04523
Kfz-Kennzeichen: OH
Gemeindeschlüssel: 01 0 55 028
Gemeindegliederung: 3 Orte, 9 Dorfschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstr. 31
23714 Bad Malente-Gremsmühlen
Webpräsenz: www.malente.de
Bürgermeister: Michael Koch (CDU)
Lage der Gemeinde Malente im Kreis Ostholstein
Ahrensbök Altenkrempe Bad Schwartau Beschendorf Bosau Dahme (Holstein) Damlos Eutin Fehmarn Göhl Gremersdorf Grömitz Großenbrode Grube Harmsdorf Heiligenhafen Heringsdorf Kabelhorst Kasseedorf Kellenhusen Lensahn Malente Manhagen Neukirchen Neustadt in Holstein Oldenburg in Holstein Ratekau Riepsdorf Scharbeutz Schashagen Schönwalde am Bungsberg Sierksdorf Stockelsdorf Süsel Timmendorfer Strand Wangels Schleswig-HolsteinKarte
Über dieses Bild

Malente (plattdeutsch: Lent)[2] ist eine Gemeinde im Kreis Ostholstein im Land Schleswig-Holstein.

Geographie und Verkehr[Bearbeiten]

Malente besteht aus drei Orten (Bad Malente-Gremsmühlen, Neversfelde, Rachut) und neun Dorfschaften (Benz, Kreuzfeld, Krummsee, Malkwitz, Neukirchen, Nüchel, Sieversdorf, Söhren und Timmdorf). Die Gemeinde liegt mitten in der Holsteinischen Schweiz. Der zentrale Ortsteil ist Bad Malente-Gremsmühlen und liegt zwischen dem Dieksee und dem Kellersee.

Malente hat mit dem Bahnhof Bad Malente-Gremsmühlen an der Bahnstrecke Kiel – Lübeck im ½-Stunden-Takt Anschlüsse nach Kiel und Lübeck. In den Sommermonaten verkehrte bis 2010 die Museumsbahn Hein Lüttenborg.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Zuge der Gründung des Bistums Oldenburg (in Holstein) durch Sachsenherzog Heinrich den Löwen wurde um 1150 in der Gegend des heutigen Malente eine Ansiedlung errichtet. Nach 1227 wurde mit dem Bau der Maria-Magdalenen-Kirche begonnen.

Durch die Errichtung eines Sanatoriums mit Kurhaus erhielt Malente 1905 größere Bedeutung. 1934 kam es zur Zusammenlegung der Gemeinden Malente und Neukirchen. Durch die Anerkennung als Kneippheilbad bekam der Fremdenverkehr 1935 Impulse. Seit 1996 trägt der Ortsteil Malente-Gremsmühlen den Titel Heilklimatischer Kurort und kann den Titel Bad vor dem Ortsnamen führen.

Bei den Fußballweltmeisterschaften 1970, 1974, 1978, 1986, 1990 und 1994 diente die Sportschule Malente (seit der Sanierung 2012 „Uwe Seeler Fußball Park“) als Trainingslager für die deutsche Fußballnationalmannschaft.[3][4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindewahlen am 26. Mai 2013 führte zu folgendem Ergebnis:

Partei / Liste CDU SPD Grüne FDP FWM Gesamt
Sitze 12 7 5 2 4 30 Sitze
Stimmenanteil 38,3 % 24,8 % 15,7 % 6,7 % 14,1 %

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Von Silber und Rot schräg geteilt. Vorn fünf blaue Wellen, hinten ein perspektivisch gezeichnetes, aus der Teilung hervorkommendes schwarzes oberschlächtiges Mühlrad.“[5]

Das Wappen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Ermangelung von Dienstsiegeln, die frei von nationalsozialistischen und kaiserlichen Symbolen sind, von der Gemeinde gewählt und von der Britischen Militärregierung genehmigt.[6]

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Maria-Magdalenen-Kirche, deren Gebäude auf das 13. Jahrhundert zurückgeht, gilt als das älteste Gebäude von Malente.
  • Etwas außerhalb des Zentrums in der Ringstraße steht der Malenter Wasserturm.
  • Auf dem nahen Holzberg befindet sich der 28,5 m hohe Holzbergturm.
  • Nördlich der Innenstadt befindet sich die Tews-Kate – die älteste Räucherkate in Ostholstein.
  • Südlich der L 174 von Malente nach Eutin-Sielbeck befindet sich die Grabkammer Malente – ein Großsteingrab.
  • Der 1962–1966 von Karl Plomin (Planten un Blomen) gestaltete Kurpark Malente im Zentrum des Ortes gilt als herausragendes Beispiel für die Landschaftsarchitektur der 1960er Jahre und wurde 2003 als jüngstes Gartendenkmal Schleswig-Holsteins eingetragen.

Trivia[Bearbeiten]

Sportschule des SHFV

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Malente geboren:

  • Cay Horstmann (* 1959), Autor verschiedener Computer- und Programmierbücher und Entwickler des Horstmann indent style.
  • Carl Jacobsen (1910–1985), letzter Landrat des Kreises Rendsburg und erster Landrat des Kreises Rendsburg-Eckernförde
  • Malente, DJ und Musikproduzent
  • Gerd Szepanski (1947–2012), Sportreporter
  • Herlich Marie Todsen-Reese (* 1952), Politikerin (CDU), von 1996 bis 2012 Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtages

Mit Malente verbunden:

  • Jacob Alberts (1860–1941), Maler, verstarb in Malente
  • Kurt Bendlin (* 1943), Zehnkampf-Weltrekordler, Lehrer am Sportinternat Malente, betreibt Outdoor-Camp in Malente
  • Lieselotte Clemens (1920–2011), deutsche Schriftstellerin und Sachbuchautorin, lebte und starb in Malente
  • Julius Dorpmüller (1869–1945), 1937–1945 Reichsverkehrsminister, in Malente beigesetzt
  • Dietrich Hahlbrock (1923–2012), Unternehmer, verbrachte Jugend in Malente/Timmdorf
  • Gert von Kunhardt (* 1939), Gesundheitstrainer, lebt in Malente
  • Willi Piecyk (1948–2008), Politiker, 1979–1992 Studienleiter an der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte in Malente
  • Regina Poersch (* 1969), Politikerin, arbeitet in Malente
  • Susanne Schapowalow (* 1922), Fotografin, lebt in Malente
  • Hinrich Wrage (1843–1912), impressionistischer Landschaftsmaler, lebte und starb in Malente

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Schleswig-Holsteinischer Heimatbund: Ortsnamen von Schleswig-Holstein / Oortsnaams vun Sleswig-Holsteen
  3. Schleswig-Holsteinischer Fußballverband: [1]
  4. http://usfp-malente.de/standort/historie/
  5. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  6. Wikipedia: Von der Britischen Militärregierung genehmigte Wappen in Schleswig-Holstein
  7. DER SPIEGEL 41/1968 - Kampf im Hochland

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Malente – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien