St. Josef (Passau)

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Pfarrkirche St. Josef
Innenraum von St. Josef
Die Orgel

St. Josef ist die römisch-katholische Pfarrkirche der Pfarrei Passau-Auerbach in Passau.

Die Kirche wurde von 1927 bis 1928 nach den Plänen von Michael Kurz erbaut. Sie ist ein Granitbau mit deutlicher Anlehnung an mittelalterliche Vorbilder. Der Turm ist als Chorturm ausgeführt. Am repräsentativsten brachte Kurz diesen Stil in der zur selben Zeit erbauten Pfarrkirche St. Josef in Memmingen zum Ausdruck.

Die Gemälde und Fresken entstanden 1931 und stammen von Albert Burkart, mit dem Kurz auch in Memmingen zusammenarbeitete. Das große Altarkreuz wurde 1932 durch Karl Baur geschaffen. Die moderne Ausstattung der Kirche schuf Wolf Hirtreiter.

Orgel[Bearbeiten]

Die Orgel wurde 1936 durch die Firma Becker & Hiendl errichtet und hat eine komplette pneumatische Traktur. 1996 wurde die die Orgel gegen Holzwurmbefall behandelt und restauriert. Die acht großen Pfeifen im Prospekt sind blinde Pfeifen.

Disposition[Bearbeiten]

I. Manual
Principal 8′
Gemshorn 8′
Weit-Gedackt 8′
Oktav 4′
Travers Flöte 4′
Oktav 2′
Mixtur 2′ 5f
II. Manual
Quintadena 8′
Querflöte 8′
Geigen-Prinzipal 4′
Rohrflöte 4′
Nasard 22/3
Waldflöte 2′
Terz 13/5
Oktav-Zimbel 1/4′ 3f
Ranket 16′
Trompete Harmonik 8′
Schweller
Pedal
Subbass 16'
Principal-Flöte 8'
Querflöte 8'
Nachthorn 4'
Liebl. Posaune 16'
Rankett 16'
  • Koppeln: Man.-K. II-I, Ped.-K. I, Ped.-K. II.
  • Oktav-Koppeln: Superoktav I, Suboktav II-I, Superoktav II-I, Superoktav II, Superoktav II-Ped.
  • Spielhilfen: Freie Kombination für Register und Oktav-Koppeln, Crescendo-Walze, Tutti, Tremolo, Ped. piano.
  • Register-Abschaltungen: Handr ab, P. Rankett ab, Posaune ab, II.M. Rankett ab, Trompete ab.

Das Geläut[Bearbeiten]

Das Geläut wurde 1930 von der Passauer Glockengießerei Lorenz gegossen. In der Karwoche 1942 wurden die drei schwersten Glocken abgenommen. Der damalige Pfarrer Josef Winkler ließ zu Ostern 1942 aus Protest auch die kleinste Glocke nicht läuten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die drei großen Glocken im Glockenlager Hamburg wiedergefunden und zurückgegeben. Das Geläut von St. Josef ist insofern besonders, da es als eines der wenigen zwischen den beiden Weltkriegen gegossenen Geläute bis heute besteht.

Nummer Name Gewicht (kg) Schlagton
1 Christkönigsglocke 2650 Des
2 Familienglocke 1650 Es
3 Kanisiusglocke 1100 Ges
4 Theresiaglocke 550 B

Trivia[Bearbeiten]

  • In der 15. Auflage des Großen Brockhaus, dem sogenannten „Weimarer Brockhaus“, ist St. Josef mit Abbildung des damals noch schmucklosen Chorraumes als Beispiel für den modernen Kirchenbau zu finden.
  • Die beim Bau verwendeten Ziegel stammen von der für den Bau des zur selben Zeit gebauten Kachlet-Kraftwerks eigens errichteten Ziegelbrennerei. Die dabei in der Granitfassade vermauerten Klinkerziegel sind dabei zum Großteil Ausschussware, da diese nichts kosteten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Josef – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.570713.4184Koordinaten: 48° 34′ 15″ N, 13° 25′ 6″ O