Stadtplatz (Steyr)

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Blick nach Norden vom Eingang des Grünmarktes aus. Der Turm rechts gehört zum Rathaus
Der Platz um 1875 noch ohne Sparkassengebäude. Rechts vorne ist der 1880 abgebrochene Dominikanerbrunnen zu sehen

Der Steyrer Stadtplatz ist das Stadtzentrum von Steyr und eines der besterhaltenen Altstadtensembles im deutschsprachigen Raum. Er ist im Norden durch die Enge (Gasse) und im Süden durch die Pfarrgasse und den Grünmarkt begrenzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Platz geht auf die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück, als zwei ältere Siedlungskerne um die Stirapurc und die Stadtpfarrkirche verschmolzen. Die Linsenform ergab sich wohl aus einem ehemaligen Straßenverlauf und den Geländegegebenheiten. Er ist bis heute mittelalterlich parzelliert und die Kerne vieler Häuser sind gotisch, auch wenn spätere Umbauten und Fassadenneugestaltungen, etwa im barocken Stil, darüber hinwegtäuschen.[1]

Franz Schubert[Bearbeiten]

Franz Schubert hielt sich 1819, 1823 und 1825 in Steyr auf. Die ersten beiden Male wohnte er im Stalzerhaus (Nr. 34), das letzte Mal im Haus Nr. 16 (Schuberthaus).[2] Daran erinnert eine 1890 angebrachte Gedenktafel.

Bauten[Bearbeiten]

Häuser[Bearbeiten]

Haus Nr. 14 (Café Stark)
Vorlage:Infobox Gemälde/Wartung/KünstlerErnst Oeters / Carl Ludwig, 1941
Bildarchiv Foto Marburg (Aufnahme-Nr. 96.934)

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(Bitte Urheberrechte beachten)

Das älteste Haus am Platz und zugleich das Steyrer Wahrzeichen ist das Bummerlhaus (Nr. 32), mit einem weitgehend erhaltenen gotischen Erscheinungsbild aus den 1490er Jahren. Die Marienkirche am südlichen Ende ist im heutigen Erscheinungsbild eine Barockkirche aus der Zeit der Gegenreformation. Teile eines spätgotischen Vorgängerbaues (Gewölbe der Kongregationskapelle) sind integriert. Das Rokoko-Rathaus wurde von 1765 bis 1778 erbaut, die Pläne stammen von Johann Gotthard Hayberger. Das Sternhaus (Nr. 12) zeigt eine prächtige Rokokofassade mit den Darstellungen der fünf Sinne. Der Kern des Hauses ist allerdings gotisch, was auch an den erhalten geblieben Kragsteinen und dem gotischen Portal erkennbar ist. Die linke Seite der Fassade wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und später originalgetreu wiederhergestellt. Das benachbarte spätgotische Haus Nr. 14 (Café Stark) fiel einem Bombardement am 24. Februar 1944 zum Opfer.[3] Die Fassade des Meditzhauses (Nr. 9) ist barock, aber dahinter verbirgt sich ein Arkadenhof aus der Renaissance.[1] Das neueste Gebäude ist die Sparkasse (Nr. 20/22) im neugotischen Stil aus dem Jahr 1900. Dafür wurden zwei ältere Häuser demoliert, darunter das Reichlhaus.[4]

Brunnen[Bearbeiten]

Der Leopoldibrunnen wurde 1683 aufgestellt. Die Granitteile stammen aus dem ehemaligen Kloster Windhaag im Mühlviertel.[1] Auf einer Aufnahme von um 1875 ist noch der im Sommer 1880 abgebrochene Dominikanerbrunnen zu sehen. Er befand sich am südlichen Ende des Platzes vor der Marienkirche. Die Brunnenfigur ist heute in der Pfarrgasse vor der Stadtpfarrkirche aufgestellt.[5]

Bilder der Bauten[Bearbeiten]

Regelmäßige Einrichtungen und Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Das Stadtfest im Juni ist eine mehrtägige Veranstaltung mit Livemusik. Es fand erstmals 1980 zur 1000-Jahr-Feier statt.[6]
  • Im Juli findet alljährlich eine „Beachvolleyballshow“ statt, bei nicht nur Profis, sondern auch Teams verschiedener Firmen gegeneinander antreten.[7]
  • Die Teilnehmer der Oldtimer-Rallye Ennstal-Classic fahren alljährlich auf.[8]
  • Am Platz finden regelmäßig Märkte statt, etwa im Advent der Weihnachtsmarkt Altstadt Steyr[9] mit kunstgewerblichem Angebot, ein Blumenmarkt an einem Tag im April oder ein „Schmankerlmarkt“ jeden Freitag während der warmen Jahreszeit.
  • Von der Adventszeit bis Silvester fahren Steyr-Oldtimerbusse der Modelle 380q und 480a von der Marienkirche zum Pfarrhof im Stadtteil Christkindl, die Fahrzeit beträgt 15 Minuten. Vom Pfarrhof sind es einige Schritte zum gleichnamigen Sonderpostamt. Die Post im Briefkasten bei der Haltestelle Marienkirche wird über Christkindl versandt und erhält einen Sonderstempel. Die Busse fahren an einzelnen Tagen auch zum Martinimarkt in der Katastralgemeinde Gleink und zum Adventmarkt in der Nachbargemeinde Garsten.[10]

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Kleiner Führer durch Steyr. S. 49 ff.
  2. steyr.at Bauten: Stalzerhaus Angesehen am 8. Oktober 2010
  3. Neue Geschichte von Steyr, S. 45
  4. Neue Geschichte von Steyr, S. 55 f.
  5. Steyr im Wandel der Zeit, Kapitel: Vom Alltagsleben in der Stadt, S. 44
  6. Der stille Abgang des „Mister Stadtfest“ OÖN (aufgerufen am 18. März 2011)
  7. Stefan Minichberger: Steyrer Beachvolleyballshow: Siegerteam verteilte keine Gastgeschenke Artikel in den OÖN vom 8. Juli 2014 (aufgerufen am 15. Juli 2014)
  8. Gabriel Egger: Auch Seyffenstein fährt im Oldtimer vor Artikel in den OÖN vom 11. Juli 2014 (aufgerufen am 15. Juli 2014)
  9. Weihnachtsmarkt „Altstadt Steyr“ am Stadtplatz (aufgerufen am 7. Februar 2014)
  10. Oldtimer-Postbusfahrten (steyr.info) aufgerufen am 18. August 2013

Weblinks[Bearbeiten]

48.0390614.41911Koordinaten: 48° 2′ 21″ N, 14° 25′ 9″ O