Stanze

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Dieser Artikel behandelt die Gedichtform. Für die Maschine siehe Stanzmaschine. Weitere Bedeutungen sind auf der Begriffsklärungsseite Stanzen angegeben

Die Stanze (ital. stanza, „Raum“ im Sinne von: Gedanken Raum geben), auch: Oktave (ital. Ottava rima), ist eine aus Italien stammende Gedichtform, die aus acht elfsilbigen Verszeilen mit dem Reimschema abababcc besteht. Im Deutschen weist die Stanze meist abwechselnd weibliche und männliche Kadenzen, fünfhebige Verse mit jambischem Versmaß und eine Zweiteilung (V. 1-6 und 7-8) mit entsprechendem Wandel im Rhythmus auf.

Beispiel:

Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten,
Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt.
Versuch ich wohl, euch diesmal festzuhalten?
Fühl ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt?
Ihr drängt euch zu! Nun gut, so mögt ihr walten,
Wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt;
Mein Busen fühlt sich jugendlich erschüttert
Vom Zauberhauch, der euren Zug umwittert.
(Goethe: Faust I, Zueignung)

Sonderformen der Stanze sind: Siziliane, Nonarime, Huitain und Spenserstrophe.

Das erste große deutsche Stanzenepos war die Versübertragung von Torquato Tassos Gerusalemme liberata (1575) durch Diederich von dem Werder (Ndr. d. Erstausgabe 1626, hrsg. Gerhard Dünnhaupt, Tübingen 1974).

Im Deutschen fand die Stanze ab dem 17. Jahrhundert Verwendung.

Siehe auch[Bearbeiten]