TED Spread

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der TED Spread seit Januar 1999
Der TED Spread seit Januar 2007

Der TED Spread (TED = Treasury Bill Eurodollar Difference) ist die Differenz zwischen der Rendite für den Dreimonats-Libor und der Rendite für US-amerikanische Dreimonats-Schatzwechsel (T-Bills).

Der Dreimonats-Libor ist der täglich festgelegte Referenzzinssatz im Interbankengeschäft. Er beschreibt den Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen.

Der TED Spread ist ein wichtiger Indikator, der anzeigt, in welche Richtung sich die von den Banken gehaltene Liquidität verändert. Er ist ein Stimmungsbarometer für das Vertrauen der Marktteilnehmer in das Bankensystem. Steigt die Liquidität, steigt auch das Angebot am Geldmarkt, wodurch der Spread zurückgeht. Steigt dagegen der Spread an, ist dies auf einen Rückgang der Liquidität zurückzuführen. Sind die Investoren über die weitere Entwicklung der Märkte besorgt, werden Anlagen in Eurodollar, Aktien und Fonds verkauft und Staatspapiere gekauft. Der Spread steigt auch in der Regel bei einer Zunahme der Inflation.

Am 20. Oktober 1987, einen Tag nach dem sogenannten Schwarzen Montag, erreichte der TED Spread mit 300 Basispunkten (3,0 Prozent) einen Rekordstand. Zwischen 1987 und 2007 lag der Spread meist im Bereich zwischen zehn und 50 Basispunkten (0,1 bis 0,5 Prozent). Während der Finanzkrise, die zu Spannungen am Geld- und Kreditmarkt führte, weitete sich der Spread 2007 in die Region von 150 bis 200 Basispunkten (1,5 bis 2,0 Prozent) aus. Am 10. September 2008 überwand der TED Spread mit 302 Basispunkten (3,02 Prozent) sein Allzeithoch von 1987,[1] die Banken mussten somit für Dreimonatsgelder einen Risikoaufschlag in historischer Höhe zahlen. Am 10. Oktober 2008 markierte der Spread mit 465 Basispunkten (4,65 Prozent) einen Allzeithöchststand.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bloomberg: Money-Market Rate Jumps, TED Spread Soars on Squeeze, vom 17. September 2008
  2. CNN Money: Credit freeze sees small cracks, vom 10. Oktober 2008

Weblinks[Bearbeiten]