TI-59

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Texas Instruments TI-59

Der TI-59 ist ein programmierbarer technisch-wissenschaftlicher Taschenrechner von Texas Instruments mit eingebautem Magnetkartenleser. Er kam 1977 als damaliges Spitzenmodell des Herstellers auf den Markt. Er war der Nachfolger des ebenfalls mit Magnetkartenleser ausgerüsteten SR-52

Einschieben einer Magnetkarte in den seitlich angeordneten Magnetkartenleser, um ein auf der Karte abgespeichertes Programm zu laden.
Laden eines Programms mit dem Magnetkartenleser des TI-59
Taschenrechner TI-58 in Verpackung

Zeitliche Einordnung[Bearbeiten]

Zur Zeit der Markteinführung am 24. Mai 1977 durch Texas Instruments stellte der TI-59 das Konkurrenzmodell zum ähnlich gestalteten HP-67 von Hewlett-Packard dar, der eine bessere mechanische Fertigungsqualität aufwies, jedoch nur etwa halb so schnell rechnen konnte, mit weniger Speicher ausgestattet war und zudem ungefähr das Doppelte des TI-59 kostete.

Ein Schwestermodell ohne Magnetkartenleser und nur halb so viel Arbeitsspeicher, der TI-58, wurde gleichzeitig angeboten. Der TI-58 wurde bald durch den verbesserten TI-58C ersetzt, der (erstmals bei TI-Taschenrechnern) mit einem sogenannten Constant Memory ausgestattet war, dessen Inhalt beim Ausschalten des Rechners nicht gelöscht wurde.

Zeitgleich mit dem TI-58 und dem TI-59 wurde der TI-57 vorgestellt, der die Produktfamilie nach unten abrundete.

Schon 1979 antwortete Texas Instruments' Hauptkonkurrent Hewlett-Packard mit dem deutlich leistungsstärkeren, fortschrittlicheren, aber auch wesentlich teureren HP-41C, der mit einem alphanumerischen LC-Display, nichtflüchtigem Arbeitsspeicher (erweiterbar) und vier Modulschächten ausgestattet war.

Technische Ausstattung und Funktionen[Bearbeiten]

TI-59 Platine

Der TI-59 ist der leistungsfähigste TI-Taschenrechner, der noch mit einer roten LED-Siebensegmentanzeige ausgestattet ist. Zur permanenten Sicherung der vom Anwender selbst erstellten Programme (und Daten) werden je nach Programmgröße bis zu zwei Magnetkarten verwendet.

Zur Markteinführung bot der TI-59 als weltweit erster Taschenrechner auswechselbare Programm-Module auf Halbleiterbasis (ROM) mit fest einprogrammierten Anwendungsprogrammen („Solid State Software“).

Ein serienmäßig bereits mitgeliefertes Standard-Software-Modul (Master-Library) enthält 25 Programme aus den Bereichen Matrizen-Rechnung, komplexe Funktionen, Integralrechnung, Geometrie, Statistik, Finanzmathematik, Umrechnung von Maßeinheiten, ein Kalenderprogramm, ein einfaches Spiel sowie ein Diagnoseprogramm zum Funktionstest des Rechners und des als Zubehör erhältlichen Thermopapier-Druckers.

RAM[Bearbeiten]

Der Arbeitsspeicher ist in 11 Stufen zwischen Programm- und Datenspeicher aufteilbar. Jede Stufe umfasst 10 Datenspeicher oder 80 Programmschritte. Es sind mindestens 160 Programmschritte und 100 Datenspeicher und höchstens 960 Programmschritte ganz ohne Datenspeicher verfügbar. Die Voreinstellung nach dem Einschalten des Rechners sind 480 Programmschritte und 60 Datenspeicher.

Programmspeicher[Bearbeiten]

Ein Programmschritt entspricht zwei Nibbles bzw. einem Byte an Speicherkapazität.

Datenspeicher[Bearbeiten]

Ein numerischer Datenspeicher (13 Stellen Mantisse + 2 Stellen Exponent + Vorzeichen) belegt 8 Programmschritte, das entspricht theoretisch 8 Bytes, in der Praxis aber 16 Nibbles, da der Taschenrechner mit seiner 4-Bit-CPU nibble-orientiert arbeitet.

Programmierung[Bearbeiten]

Anleitungsbücher und Magnetkarten

Die Programmierung des TI-59 geschieht einfach durch Drücken der gewünschten Tastenfunktionen im LRN-Modus. Beim Ausführen des Programms arbeitet der Rechner die aufgezeichnete Liste der gedrückten Tasten ab. Die anwenderseitig erstellten Programme werden in der Regel über die Tasten A bis E (und ihre Zweitbelegungen 2nd - A bis 2nd - E) gestartet.

Zur Programm-Ablaufsteuerung bietet der TI-59 z. B. eine Start-/Stopp-Funktion, Zählschleifen, bedingte Sprungbefehle, mehrfach ineinander verschachtelbare Unterprogramme, die direkte und indirekte Adressierung von Datenspeichern oder Programmschritten, einfache symbolische Programm-Marken (Labels) und die Programmsteuerung über 10 einfache binäre Flags.

Anzeige im Programmiermodus[Bearbeiten]

Die verwendete Siebensegmentanzeige kann keine Buchstaben anzeigen. Im Programmier-Modus erfolgt daher die Anzeige der Programmschritte neben der dreistelligen Programmschrittnummer als zweistelliger Zahlencode. Der Zahlencode entspricht dabei der Zeilen- und Spaltenposition der gedrückten Taste auf der Tastatur.

Die Zahlencodes "00" bis "09" entsprechen zur vereinfachten Lesbarkeit direkt den Zifferntasten 0 bis 9.

Zur Einsparung von Programmspeicher wird u. a. der Code für die Zweitbelegungen der Tasten als der Zahlenwert der Tastenposition plus 5 verwendet. Der Tastendruck auf die 2nd-Taste belegt somit keinen zusätzlichen Programmschritt.

Einige der mit zwei Dezimalziffern möglichen Zahlencodes werden für die indirekte Adressierung verwendet – so wird z. B. RCL 2nd Ind als „73“ angezeigt.

Die Tastenfolge x 3 = R/S RST entspricht der Darstellung:

000 33
001 65 x
002 03 3
003 95 =
004 91 R/S
005 81 RST

Zur Erleichterung beim Lesen dieser doch recht kryptischen Darstellung lag dem Rechner eine transparente Tastatur-Auflegefolie mit den in blau aufgedruckten Zahlencodes bei.

Undokumentierte Funktionen[Bearbeiten]

Darüber hinaus gibt es funktionsfähige undokumentierte Befehle, z. B. die HIR-Befehle zum direkten Zugriff auf die normalerweise nur intern für Klammern-Hierarchie und Statistik-Funktionen verwendeten "Hierarchical Internal Registers".

Zahlenformat und Rechengenauigkeit[Bearbeiten]

Das interne Zahlenformat beträgt 13 Dezimalstellen in Exponentialdarstellung mit 2-stelligem Exponenten zuzüglich jeweiligem Vorzeichen. Davon werden 10 Stellen Mantisse mit zweistelligem Exponenten und den Vorzeichen angezeigt, wodurch Rechenungenauigkeiten durch Rundungsfehler weniger augenfällig werden sollen.

Die Genauigkeit der Rechenalgorithmen dieser Generation TI-Taschenrechner ist allerdings nicht so ausgereift wie beim Hauptkonkurrenten Hewlett-Packard, der während der Marktpräsenz des TI-59 den Übergang von den Schwestermodellen HP-67 und HP-97 zum HP-41C vollzog.

Optionales Zubehör[Bearbeiten]

Taschenrechner TI-59 auf Thermodrucker PC-100C montiert. Rechts daneben ein TI-58C

Der optional anschließbare Thermopapier-Drucker PC-100C ermöglicht neben dem Ausdruck von Rechenergebnissen auch das Ausdrucken von Programmen mit zeilenweiser Auflistung von alphanumerischer Tasten- und Zahlencode-Darstellung sowie den programmgesteuerten oder manuellen Ausdruck von bis zu 20 Buchstaben und/oder Ziffern je Zeile.

Technische Daten[Bearbeiten]

  • CPU: TMS0501 - 4-Bit-CPU, Taktfrequenz 227,5 kHz (bzw. 192 kHz beim TI-58)
  • RAM: 4 x TMC0598 mit je 1920 Bits = 960 Bytes
  • ROM: 1 x TMC0582 + 1 x TMC0583 + 1 x TMC0571 = 6 KB
  • CROM: 1 x TMC0541 als auswechselbares Programm-Modul mit 5000 Bytes
  • Anzeige: 10+2-stellige rote 7-Segment-LED-Anzeige
  • Stromversorgung: Über mitgeliefertes Netz-/Ladeteil oder auswechselbaren NiCd-Akku (3,6 V)
  • Schnittstellen: 12-polige bit-serielle Schnittstelle für den Drucker PC-100C
  • Speichermedien: Magnetkarten (nur TI-59) mit 4-Spur-Aufzeichnung

Weblinks[Bearbeiten]