Taizz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Das gleichnamige Gouvernement beschreibt der Artikel Ta'izz (Gouvernement).
تعزّ
Taizz
Taizz (Jemen)
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Koordinaten 13° 35′ N, 44° 1′ O13.57888888888944.021944444444Koordinaten: 13° 35′ N, 44° 1′ O
Basisdaten
Staat Jemen

Gouvernement

Ta'izz
Höhe 1370 m
Einwohner 591.443 (Berechnung 2012[1])
Taizz mit der Aschrafiyya-Moschee
Taizz mit der Aschrafiyya-Moschee
Taizz

Taizz, gelegentlich auch Taʿizz, Taiz oder Tais (arabisch ‏تعزّ‎) ist eine Stadt im Jemen mit über 590.000 Einwohnern (Berechnungsstand 2012). Taizz liegt im gleichnamigen Gouvernement, dessen Hauptstadt sie ist.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt Taizz liegt im Bergland vom Jemen in einer Höhe von 1370 Metern. Sie liegt in den südlichen Regionen des Jemen, zwischen Aden und Sanaa, hat aber auch Verbindungen zu den Häfen am Roten Meer, al-Hudaida und Mokka.

Geschichte[Bearbeiten]

Unter den Ayyubiden und den Rasuliden war Taizz eine der Hauptstädte im Jemen. Dies führte zu einer starken Bautätigkeit. So wurde unter den Rasuliden die Aschrafiyya-Moschee errichtet. Ibn Battuta berichtet im 14. Jahrhundert von einer blühenden Stadt.

Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt mehrmals von den Osmanen besetzt. Zu dieser Zeit soll es auch eine wichtige islamische Bildungsstätte am Ort gegeben haben.

Im Jahr 1763 hielt sich der Forschungsreisende Carsten Niebuhr für einen halben Monat in der Stadt auf.[2]

Im Oktober 1811 wurde in der Nähe der Stadt der deutsche Reisende Ulrich Jasper Seetzen, der mit 17 schwer beladenen Kamelen auf dem Weg zu Hafenstadt Mokka war, tot aufgefunden.[3]

Unter Ahmad ibn Yahya (1948–1962) wurde die Stadt letztmals Residenz und Hauptstadt im Nordjemen.

Im Rahmen der Proteste im Jemen 2011 war Taizz im Jahr 2011 ein Zentrum des Widerstandes im Jemen gegen die Obrigkeit.[4][5] Im September und Oktober war Taizz regelmäßig Schauplatz von Kämpfen zwischen Regierungssoldaten und bewaffneten Stammeskämpfern. Am 5. Oktober starben bei einem Gefecht mit Mörsern sieben Personen.[6]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ta'izz ist das Zentrum des Kaffeeanbaus.[7] Außerdem bestehen Textil- und Schmuckindustrien sowie Gerbereien. Eine wichtige Verkehrsanbindung bietet der Flughafen Ta'izz, sowohl für nationale wie auch internationale Flugverbindungen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Stadt besteht aus einer Vielzahl alter Stadtviertel. In typischer Ziegelbauweise warten die Privathäuser auf. Unter den zumeist in weißer Farbe gehaltenen Moscheen sind insbesondere die bereits oben erwähnte Aschrafiyya, sowie die Muctabiya und die Mudhaffar hervorzuheben. Ebenso die alte Zitadelle und der Gouverneurspalast, der 450 m über der Stadt auf einer Bergspitze angesiedelt ist.

Die Stadt verfügt über eine muslimische Madrasa, die sogar universitäre Ansprüche verfolgt.

Auf der Strecke nach At-Turba, einem Dorf, das als Wasserbeschaffungsrefugium gilt,[8] liegt die ebenfalls sehenswerte Moschee von Jufrus.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deWorld Gezatteer Bevölkerungsdaten 2012
  2. Josef Wiesehöfer, Stephan Conermann, Carsten Niebuhr (1733–1815) und seine Zeit; S. 163 f.
  3. Der Beduine ist wirklich ein humaner Räuber; in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 7. September 2011, Seite N4
  4. Taiz:15 Tote bei neuen Aufständen abgerufen am 19. April 2011
  5. Jemen: Tränengas und scharfe Munition gegen Demonstranten
  6. Tote bei Beschuss jemenitischer Stadt mit Mörsergranaten. In: ORF. 5. Oktober 2011, abgerufen am 5. Oktober 2011 (deutsch).
  7. G.W. Prothero: Arabia. H.M. Stationary Office, London 1920.
  8. Sheila Carapico, Civil society in Yemen: the political economy of activism in modern Arabia